Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - 1. FC Nürnberg

Knoten doch nicht geplatzt

Der gewohnt sichere Rückhalt beim Club: Rafael SchäferDer gewohnt sichere Rückhalt beim Club: Rafael Schäfer

Nach dem Champions League-Sieg über ZSKA Moskau waren die Hamburger Hoffnungen auf den lange herbeigesehnten Befreiungsschlag in der Bundesliga groß. Allerdings reichte es trotz einer engagierten Vorstellung nur zu einem torlosen Unentschieden, das für Nürnberg bereits die elfte Punkteteilung in dieser Saison bedeutete.

Im Vergleich zum Europapokalspiel fehlten auf Seiten der Platzherren Thimothee Atouba, der nach seinen ausgestreckten Mittelfingern in Richtung des eigenes Publikums vom Verein für zwei Partien suspendiert worden war, sowie Rafael van der Vaart. Die Abwesenheit des Rot-gesperrten Kapitäns machte sich deutlich bemerkbar, denn die Doll-Truppe ließ vor allem in der ersten halben Stunde Kreativität und Durchsetzungsvermögen vermissen ­ wie so oft in dieser Spielzeit. In einer für die über 54.000 Besucher in der ausverkauften AOL Arena unansehnlichen Begegnung setzte deshalb der Club die ersten Akzente. Doch weder der Kopfballversuch von Angreifer Markus Schroth im Anschluss an eine schöne Kombination (20.) noch Ivan Saenkos Schlenzer (23.) fanden den Weg in den gegnerischen Kasten. Je näher der Pausentee rückte, desto mehr schwangen die Gäste den Taktstock ­ allerdings ohne allzu risikoreiche Ausflüge in die andere Hälfte des Spielfeldes zu unternehmen. Eigentlich unverständlich, denn das nach dem Erfolgserlebnis vom Mittwoch ansatzweise zurückgekehrte Selbstvertrauen des HSV war zu diesem Zeitpunkt längst wieder verflogen und die Hintermannschaft entsprechend verwundbar. So waren es die Norddeutschen, die in der 39. Minute durch einen von Keeper Raphael Schäfer parierten Trochowski-Schuss für das letzte Highlight vor dem Wechsel sorgten.

Der Beginn des zweiten Spielabschnitts versprach mit einigen gelungenen Angriffsaktionen beider Teams einen höheren Unterhaltungswert als die erste Halbzeit. Doch es dauerte nicht lange, da zogen sich die Franken wieder zurück, um den Fokus auf die Verteidigung des eigenen Tores zu legen. Trotz dieser Zurückhaltung hätte Robert Vittek, der zunächst Abwehrrecke Reinhardt ins Leere grätschen ließ und daraufhin um Haaresbreite vorbeischoss (59.), den FCN gut und gerne in Führung bringen können. Nur 120 Sekunden später hatten dann die Hamburger den Torschrei auf den Lippen, aber der beherzt auftretende Bundesliga-Debütant Volker Schmidt aus der Regionalligaelf musste sich nach einem Stellungsfehler von Pinola dem herauseilenden Schäfer geschlagen geben. Überhaupt war das Bemühen der Hausherren im letzten Drittel des Duells größer als bei den nun offenbar mit dem Ergebnis einverstandenen Meyer-Schützlingen. Zum dringend benötigten Dreier reichte es für die Hanseaten alleine deshalb nicht, weil Schäfer in der 72. Minute dem besten HSV-Spielzug mit einer Fußparade gegen Ljuboja den krönenden Abschluss verwehrte, Sanogo vor seiner Einwechslung nicht das nötige Zielwasser getrunken hatte (77.) und Mathijsen kurz vor dem Ende aus spitzem Winkel ebenfalls am starken Schäfer scheiterte.

Christian Brackhagen

Spielstatistik Hamburger SV - 1. FC Nürnberg

Hamburger SV

-

1. FC Nürnberg

0:0 (0:0)

Bundesliga 2006/2007, 16. Spieltag
09.12.2006, 15:30 Uhr
AOL Arena (Hamburg), 54.600 Zuschauer
Schiedsrichter: Herbert Fandel (Kyllburg)
Tore
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Wechsel Hamburg
Boubacar Sanogo
für Piotr Trochowski
(4,0)
(63.)
Paolo Guerrero
für Besart Berisha
(―)
(73.)
Benjamin Lauth
für Paolo Guerrero
(―)
(84.)
Wechsel Nürnberg
Ivica Banovic
für Jan Kristiansen
(4,0)
(46.)
Leon Benko
für Markus Schroth
(―)
(83.)
Vratislav Gresko
für Horacio Javier Pinola
(―)
(90.)
Karten Hamburg
Gelb für Volker Schmidt
Karten Nürnberg
Gelb für Ivan Saenko
Gelb für Ivica Banovic