Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfL Wolfsburg - Alemannia Aachen

Ein Tor zum Geburtstag

Machte sich selbst das beste Geburtstagsgeschenk: Niko HerzigMachte sich selbst das beste Geburtstagsgeschenk: Niko Herzig

Die einstündige Überzahl der Alemannia zahlte sich letztlich doch noch aus. Wie ein Befreiungsschlag wirkte der Auswärtssieg in Wolfsburg, denn nach zuletzt acht Spielen ohne Sieg waren die Aachener einem Abstiegsplatz doch bedrohlich nah gekommen. Für den VfL Wolfsburg galt der umgekehrte Trend: nur noch vier Punkte bis zum sechzehnten Tabellenplatz.

Bis zur 28. Minute sah es nicht schlecht aus für die Wolfsburger. Zwar wirkten die Angriffsbemühungen der Gastgeber oft umständlich und fanden ihr Ende jäh vor dem Sechzehnmeterraum, doch war die Mannschaft von Trainer Klaus Augenthaler offensichtlich bemüht, das letzte Heimspiel vor der Winterpause zu gewinnen. Mit drei Punkten hätte sich der VfL gemütlich im Mittelfeld einnisten können. Die zuletzt arg gebeutelten Aachener hingegen sorgten sich in der Anfangsphase vornehmlich um die Defensive. Als Ebbers jedoch plötzlich aus kurzer Distanz frei zum Kopfball kam (21.), wäre die Zurückhaltung der Alemannia fast noch belohnt worden ­ den Ball konnte der Stürmer allerdings nicht platzieren. Und dann kam die besagte 28. Minute. In einem umkämpften Spiel führte das zweite harte Foul des Wolfsburgers Quiroga zum Platzverweis (28.). Augenthaler reagierte: Für Stürmer Boakye brachte er einen Abwehrspieler ­ den kopfballstarken Madlung. In der zweiten Halbzeit wollten sich die Wolfsburger aufs Kontern verlegen und hofften auf Standards.

Die frühe Überzahl konnte Aachen weder vor noch nach der Pause nutzen. Bloßer Ballbesitz führte nicht zu Torgefahr. Das Spiel plätscherte vor sich hin und fand nur im Mittelfeld statt ­ Höhepunkte waren Mangelware. Mitten in die Phase der optischen Überlegenheit der Gäste fiel dann die unverhoffte Führung für Wolfsburg. Der eingewechselte Madlung verwertete eine Hereingabe vom Krzynowek ­ wie immer ­ mit dem Kopf (50.). Wer jetzt glaubte, die Aachener würden den Kopf in den Sand stecken und am Wolfsburger Abwehrriegel verzweifeln, wurde eines Besseren belehrt. Nach einer Stunde verschafften sich die Gelb-Schwarzen zusehends Vorteile, allerdings ohne zwingende Torchancen. Mitten in die Phase der optischen Überlegenheit der Gäste fiel dann doch der verdiente Ausgleich zum 1:1. Der in der Mauer postierte Hofland fälschte einen Freistoß von Reghecampf unhaltbar für Jentzsch ab (72.). Und nur fünf Minuten später gelang gar die Wende. Diesmal war der Wolfsburger Schlussmann alles andere als unschuldig am Gegentreffer. Jentzsch hechtete an einer Flanke von Reghecampf vorbei. Herzig schaltete blitzschnell und konnte aus spitzem Winkel das 2:1 markieren. Ein schöner Moment für den 23-Jährigen, der just an diesem Tag seinen Geburtstag feierte. Und da die Wolfsburger Angriffe auch in der Schlussphase druck- und ideenlos verpufften, stand einer ausgiebigen Feier der Aachener nichts mehr im Wege. Mit dem Auswärtssieg verschafften sie sich ein wenig Luft im Abstiegskampf, der für die Wolfsburger wieder ein Thema wurde.

Paul Linke

Spielstatistik VfL Wolfsburg - Alemannia Aachen

VfL Wolfsburg

-

Alemannia Aachen

1:2 (0:0)

Bundesliga 2006/2007, 16. Spieltag
10.12.2006, 17:00 Uhr
Volkswagen Arena (Wolfsburg), 19.900 Zuschauer
Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf)
Tore
1:0 Alexander Madlung 50. (Kopfball, Krzynowek)
1:1 Laurentiu-Aurelian Reghecampf 72. (Freistoß)
1:2 Nico Herzig 77. (Linksschuss, Reghecampf)
Karten Wolfsburg
Gelb-Rot für Facundo Hernan Quiroga (28.)
Gelb für Tommie van der Leegte