Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Arminia Bielefeld - Hamburger SV

Immer wieder erstaunlich

Fast wie weiland Uwe Seeler: Marcio BorgesFast wie weiland Uwe Seeler: Marcio Borges

Gleich im ersten Spiel der Rückrunde winkte den Hamburgern wieder das Murmeltier. Glanzlos, aber ungefährdet führten die Hanseaten bei schwachen Arminen. Als diese aber kurz vor Schluss doch noch vors Tor kamen, waren zwei der drei Punkte wieder weg und mit ihnen das neue Selbstvertrauen.

Zehn Spiele nach dem letzten und einzigen Saisonsieg lief Hamburg auf der Alm personell entlastet auf. Nicht nur Frank Rost, auch die lange verhinderten Demel, de Jong und Sorin standen nach längerer Zeit wieder auf dem Platz, während Thomas von Heesen nur mit seiner eigenen Person im Blickpunkt stand; seine Aufstellung überraschte kaum. Gleiches galt auch für das Spielniveau in den Anfangsminuten. Der DSC mühte sich mit der eigenen Fehlerquote, Hamburg dagegen vermied jedes Risiko und blieb angesichts nur einer echten Spitze vor allem auf Sicherung bedacht. Wie die Jungfrau zum Kinde kamen die Gäste insofern zur Führung, weil Westermann beim Abspiel ausrutschte und Laas das Leder in die Beine legte. Sofort passte der auf Ljuboja, der Schuler abhängte und ungewohnt sicher ins lange Eck schoss (10.). Die plötzliche Führung lockte den HSV nicht gerade heraus, doch umso schwerer fiel es der Platzelf, eine eigene Linie ins Spiel zu bringen. Nur ein Kopfball von Zuma flog überhaupt über die Torlinie, allerdings weit über dem Quergestänge (20.).

Inwieweit Hamburgs Führung verdient war, ließ sich kaum wirklich feststellen. Weder zeigten die Gäste eine nachvollziehbare Taktik noch waren sie zu nutzen imstande, was immer ihnen zufällig in die Hände fiel. Zunächst startete Bielefeld eine Druckphase, kam innerhalb kurzer Zeit zu zwei ordentlichen Ausgleichschancen. Zwingend war aber eher die Möglichkeit für Laas, der aus kurzer Distanz überhastet über den Querbalken schoss (52.). Es kam eine Phase, in der Hamburg sein Glück selbst in der Hand hatte. Anstatt mutig aufs zweite Tor zu spielen, stellte sich das Doll-Team aber lieber hinten rein. Wie vor dem 0:1 wurde Ljuboja zwar von diesmal Borges zum Torerfolg eingeladen, doch der Serbe ignorierte zwei besser postierte Mitspieler und schoss überhastet links daneben. Noch immer sprach nichts für einen Bielefelder Treffer, allein weil die Arminia mit dem Spiel in die Spitze große Probleme hatte. Doch es war der HSV, gegen den der DSC spielte, und so konnte auch niemanden überraschen, was eine Minute vor Schluss dann doch noch geschah: Gefühlte Minuten segelte eine Freistoßflanke durch die Luft, erreichte Borges aber dennoch fast unbehindert und tickte von seinem Hinterkopf in den Giebel. Ein eher zufälliges Tor und zugleich die beste Arminen-Chance des ganzen Spiels. Gegen den HSV war damit aber fast schon zu rechnen.

Maik Großmann

Spielstatistik Arminia Bielefeld - Hamburger SV

Arminia Bielefeld

-

Hamburger SV

1:1 (0:1)

Bundesliga 2006/2007, 18. Spieltag
27.01.2007, 15:30 Uhr
Schüco-Arena (Bielefeld), 26.600 Zuschauer
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Tore
0:1 Danijel Ljuboja 10. (Linksschuss, Laas)
1:1 Marcio Borges 89. (Kopfball, Korzynietz)
Wechsel Bielefeld
Marcio Borges
für Radim Kucera
(3,5)
(23.)
Abdelaziz Ahanfouf
für David Kobylik
(4,0)
(46.)
Fatmir Vata
für Thorben Marx
(―)
(68.)
Wechsel Hamburg
Benny Feilhaber
für Juan Pablo Sorin
(4,0)
(46.)
Volker Schmidt
für Guy Demel
(3,5)
(63.)
Mehdi Mahdavikia
für Alexander Laas
(―)
(67.)
Karten Bielefeld
Gelb für Abdelaziz Ahanfouf
Gelb für Thorben Marx
Gelb für Marcio Borges
Gelb für Rüdiger Kauf
Karten Hamburg
Gelb für Guy Demel
Gelb für Alexander Laas