Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04

Nur kurz war Schalke zu packen

Ihm hatte die Winterpause gut getan: Kevin KuranyiIhm hatte die Winterpause gut getan: Kevin Kuranyi

Ein Spiel, das auch andere Ausgänge hätte nehmen können, entschied am Ende der FC Schalke für sich und krallte sich damit die Tabellenführung. Frankfurt war über weite Strecken kaum schlechter, kam zwar etwas glücklich zum Ausgleich, hätte danach aber sofort nachlegen können. Erst als das nicht geschah, schwang sich S04 zurück in den Sattel und machte sich dann auch wirklich um den Sieg verdient.

Nach einer Viertelstunde hätte Schiri Fleischer ein zweites Mal anpfeifen können, denn vorher passierte absolut gar nichts. Mitten aus dem Nichts fiel Schalkes Führung allerdings auch nicht. Kuranyi verschärfte jenseits der Mittellinie das Tempo und sah Varela in die Gasse starten. Als dieser vor Pröll ankam, lag der Ball auch schon vor ihm und landete mit sattem Schuss unhaltbar im kurzen Eck (16.). Allein des schönen Zuspiels wegen konnte die Führung nicht unverdient sein. Frankfurt war kurz so von Sinnen, dass Altintop fast ein zweites Tor nachgelegt hätte. Doch mit letztem Schwung erreichte Kyrgiakos den Lincoln-Pass und fuhr dazwischen (19.). Als der Sturm vorüber war, sammelte sich die Eintracht neu und kam ebenfalls dazu, Akzente zu setzen. Ganz allein tauchte Albert Streit plötzlich vor Neuer auf und zwang den jungen Keeper zu einer gekonnten Parade. Viel mehr brachten die Hessen aber nicht auf den Weg, so dass es am Halbzeitstand rein gar nichts zu deuteln gab.

Frankfurts Aufschwung setzte sich nach der Pause fort, wobei die Schalker Deckung sich aber grundsätzlich sattelfest gab. Selbst das Ausgleichstor war niemandem konkret anzulasten, denn aus einem Pressschlag zwischen Huggel und Kobiashvili entstand ein zufälliges Zuspiel für Takahara, der auch noch genau richtig stand und das Leder unter Neuer hindurch ins Tor spitzelte (48.). Jetzt folgte die Phase, in der sogar mehr drin war für die Frankfurter Eintracht. Noch mit dem Schwung des Ausgleichs lief Takahara auf dem linken Flügel auf und davon und legte in die Mitte zu Amanatidis, doch der Grieche versagte im Abschluss und zog damit auch einen Schlussstrich unter Frankfurts Siegmöglichkeiten (51.). Ab sofort spielte nur noch Schalke. Angetrieben von den starken Lincoln und Kuranyi öffnete sich immer wieder der Fächer zu gefährlichen Angriffen. Schon Altintop hatte die erneute Führung auf dem Fuß, wurde in vermeintlicher Abseitsstellung aber von Fleischer zurückgepfiffen (59.). Elf Minuten später geschah das kaum Vermeidbare. Von Bordon erspäht wuchtete sich Kuranyi von der rechten Seite in den Strafraum und köpfte das unhaltbare 1:2. Erst schien dies der Auftakt zum offenen Schlusskampf, aber weder ließ Schalke die Hessen wirklich zurückkommen noch brachte die Platzelf genügend Kraft auf, um den Ausgleich ein weiteres Mal zu erzwingen. Mit Kuranyis zweitem Streich waren die Verhältnisse dann letztlich korrekt wiedergegeben (90.), was Schalke neben drei Zählern noch eine zumindest eintägige Tabellenführung einbrachte.

Maik Großmann

Spielstatistik Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04

Eintracht Frankfurt

-

FC Schalke 04

1:3 (0:1)

Bundesliga 2006/2007, 18. Spieltag
27.01.2007, 15:30 Uhr
Commerzbank-Arena (Frankfurt), 51.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Helmut Fleischer (Ulm)
Tore
0:1 Gustavo Antonio Varela 16. (Linksschuss, Kuranyi)
1:1 Naohiro Takahara 48. (Rechtsschuss, Huggel)
1:2 Kevin Kuranyi 70. (Kopfball, Bordon)
1:3 Kevin Kuranyi 90. (Rechtsschuss, Lincoln)
Wechsel Frankfurt
Marcel Heller
für Ioannis Amanatidis
(―)
(68.)
Michael Thurk
für Jermaine Jones
(―)
(76.)
Karten Frankfurt
Gelb für Jermaine Jones
Karten Schalke
Gelb für Rafinha