Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg

Frankfurt machte nur wenig falsch

Fiel zweimal unangenehm auf: Diego KlimowiczFiel zweimal unangenehm auf: Diego Klimowicz

Die Eintracht hatte die Wölfe fast dauerhaft im Würgegriff und erspielte sich eine ganze Latte bester Chancen, doch das Tor wollte nicht fallen. Als kurz vor dem Ende dann die Gäste einen Elfmeter bekamen, drohte gar schreiende Ungerechtigkeit. Wolfsburg aber war einfach zu schwach für ein Tor.

Die Niedersachsen waren kaum auf dem Platz, da setzte Frankfurt schon die ersten Nadelstiche. Nach einem Querschläger Möhrles kam Amanatidis unverhofft an den Ball, war aber zu überrascht, um konzentriert abzuschließen. Wenig später war es Madlung, der zu kurz abwehrte, aber ebenfalls Glück hatte, dass diesmal Thurk knapp vorbeizielte. Fünf Minuten waren da erst gespielt, zwei Dinge aber waren bereits auffällig: der Wankelmut in Wolfsburgs Abwehr und ein großes Abschlussproblem der Frankfurter. Vor allem Thurk war davon befallen, was sehr schade für ihn war, denn der nicht bei allen Fans willkommene Neuzugang legte sich richtig ins Zeug und machte bei seiner Heimpremiere ein bärenstarkes Spiel. Nach zwölf Minuten stach er wieder Möhrle aus, traf aber aus fünf Metern nur die Latte. Dann kam er an eine Flanke von Amanatidis, doch sein Volley-Schuss strich knapp am Tor vorbei (29.) - Wolfsburgs schwache Abwehr hatte längst ein Gegentor verdient. Dann aber mal die Gäste. Makiadi drang bei einem Konter bis an den Strafraum vor und legte quer auf Klimowicz. Der konnte zwar Kyriakos leicht vernaschen, doch ihm versprang der Ball und Pröll konnte parieren (32.). Sonst aber stürmte nur die Eintracht, die noch eine weitere Großchance zur Führung hatte. Amanatidis aber rutschte an einem Querpass knapp vorbei (42.).

Nach dem Wechsel rückte wieder Thurk in den Mittelpunkt. Erst köpfte er aus fünf Metern vorbei (51.), dann spielte er einen Wolf aus, wurde aber beim Torschuss von Madlung gerade noch geblockt (52.). Seine nächste Chance bekam der Blondschopf erst nach 75 Minuten, auch die aber vergab er. Inzwischen hatte Jentzsch noch ein paar Mal klären müssen, vor allem bei einer Amanatidis-Chance musste er alles aus sich herausholen (61.). Wolfsburg hatte die Hessen derweil etwas runtergezogen und ihrem Sturmdrang das Feuer genommen. Überlegen aber war die Eintracht noch immer, vor allem war nur sie es, die überhaupt für einen Sieg in Frage kam, so ideenlos und quälend langsam war das Angriffsspiel der Gäste. Doch dann passierte es. Menseguez fand irgendwie den Weg in den Strafraum und war dankbar, als der eingewechselte Ochs ihn berührte: Elfmeter. Klimowicz, noch der auffälligste unter den fürchterlich schwachen Wolfsburger Offensiven, trat an und schoss flach in die rechte Ecke. Den gleichen Gedanken aber hatte auch Pröll und hielt im zweiten Spiel seinen zweiten Strafstoß (80.). Wäre das Spiel so zu Ende gegangen, vielleicht wäre Frankfurt mit dem Remis selig gewesen, doch ein letztes Mal noch trat Michael Thurk in Aktion ­ und blieb sich treu. Sein Schuss aus 20 Metern klatschte an den Innenpfosten (84.). Am Ende wurde es noch einmal widerlich. Nach einem Meinungsstreit mit Kyriakos sank Klimowicz plötzlich bühnenreif zu Boden und täuschte eine Tätlichkeit vor. Schiri Schmidt fiel darauf herein und zeigte dem Griechen Rot. Der Lohn für Klimowiczs Einlage: Wolfsburg spielte für zwei Minuten in Überzahl.


Maik Großmann

Spielstatistik Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg

Eintracht Frankfurt

-

VfL Wolfsburg

0:0 (0:0)

Bundesliga 2006/2007, 2. Spieltag
19.08.2006, 15:30 Uhr
Commerzbank-Arena (Frankfurt), 40.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Tore
---
Wechsel Frankfurt
Benjamin Köhler
für Marco Russ
(4,0)
(46.)
Patrick Ochs
für Marko Rehmer
(5,0)
(65.)
Francisco Copado
für Albert Streit
(―)
(76.)
Wechsel Wolfsburg
Rick Hoogendorp
für Jacek Krzynowek
(4,5)
(57.)
Juan Carlos Menseguez
für Mike Hanke
(3,0)
(57.)
Miroslav Karhan
für Cedric Makiadi
(―)
(77.)
Karten Frankfurt
Gelb für Marco Russ
Gelb für Albert Streit
Gelb für Francisco Copado
Gelb für Benjamin Huggel
Rot für Sotirios Kyrgiakos (88.)
Gelb für Patrick Ochs
Karten Wolfsburg
Gelb für Uwe Möhrle
Gelb für Facundo Hernan Quiroga
Besondere Vorkommnisse: Klimowicz verschießt Foulelfmeter (80.) - Pröll hält (Ochs an Menseguez)