Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - Hamburger SV

Eigentlich wie immer

Neuer Trainer, altes Leid: Huub StevensNeuer Trainer, altes Leid: Huub Stevens

Hamburg verlor das Spiel in Berlin auf eine Weise, wie es wohl kein anderes Team hätte hinbekommen können. Nach einer glücklichen Pausenführung schwappte das Geschehen hin und her. Zwar kam Hertha bald zum Ausgleich, doch boten sich den Gästen kurz vor Schluss noch mehrere große Torchancen. Wie als Strafe für das Auslassen dieser Möglichkeiten knallte schließlich Herthas Neuzugang noch einmal drauf und nahm dem HSV auch den einen Punkt wieder weg.

Auch die Hertha strotzte nach dem 0:5 in Hannover nicht gerade vor Selbstvertrauen und zeigte sich zu Beginn des Spiels entsprechend unsicher. Hamburg dagegen zog es direkt in den Angriff; schon nach fünf Minuten zog der starke Laas aus der Distanz aufs Tor, und auch sonst hatten die Gäste das Geschehen eigentlich weitgehend im Griff. Der erste Berliner Torversuch sorgte per se auch für keine Gefahr, allerdings ging de Jong gegen Pantelic derart dumm zuwerke, dass Schiri Kinhöfer keine andere Wahl hatte, als das Zerren am Serben mit Elfmeter zu ahnden. Höchstselbst trat der Gefoulte an ­ doch Rost konnte parieren (9.). Während das Spiel der Platzelf weiter krankte, setzte Hamburg sein forsches Spiel fort und kam wiederholt gefährlich vors Tor. Erst wurde ein Schuss von Laas in letzter Sekunde noch abgeblockt, dann plötzlich stand Bastian Reinhardt schrägrechts ganz allein vor dem Tor, brachte aber keine Wucht hinter den Ball (26.). Eine schlimme Fehlerkette in der Berliner Mannschaft musste dem HSV dann helfen, endlich auch in Führung zu gehen. Fathi verlor zunächst am eigenen Strafraum den Ball an Olic. Den schwachen Schuss von Laas ließ Christian Fiedler dann amateurhaft unter dem Bauch hindurchrutschen (33.). Bis zur Pause blieb es beim beiderseits gequälten 0:1.

Nach dem Wechsel sah man gleich zwei neue Mannschaften. Hamburg hatte seinen Mut in der Kabine gelassen und entschied sich schon früh für eine riskante Mauertaktik. Die Berliner dagegen zeigten nun viel mehr Engagement. Schon Dardai (52.) und van Burik (55.) kamen je gefährlich vors Tor. Nach einem Lattenfreistoß von Bastürk (58.) schien der Ausgleich dann allemal fällig. Doch Hamburg fing sich wieder. Wenn schon nach vorn kein Eifer mehr aufzubringen war, so war die Abwehrleistung doch einigermaßen geschlossen. Die Platzelf zudem war nicht geduldig genug für ein geradliniges Angriffsspiel und verlegte sich aus kreativem Mangel bald vermehrt auf Standardsituationen. Eine solche brachte dann tatsächlich auch den Ausgleich. Gerade kurz zuvor war der Last-Minute-Einkauf Mineiro eingewechselt worden, als er einen Freistoß aus dem Halbfeld vors Tor brachte und kein Hamburger Arne Friedrich am Kopfball hinderte. Aus 13 Metern traf er zum 1:1 (78.). Völlig unerwartet entwickelte sich jetzt ein dramatisches Spiel. Plötzlich spielte auch der HSV wieder auf Sieg und brachte die Gastgeber gleich mehrfach in Nöte. Ganz allein tauchte van der Vaart einmal vor Fiedler auf, traf aber aus spitzem Winkel nur das Außennetz. Noch kläglicher scheiterten dann Sorin und Mathijsen, wobei letzterer aus sieben Metern seinen eigenen Mitspieler anschoss (84.). Es war eigentlich leicht, diese Hertha trotz des Ausgleichstores noch zu besiegen. Statt dessen schaffte es der HSV aber in unnachahmlicher Art, sogar noch zu verlieren. Niemand griff den Brasilianer Mineiro an, als der sich aus dem tiefen Mittelfeld immer weiter vortankte. Dass sein Schuss aus 25 Meter dann direkt in den Winkel knallte, war obendrein Pech (90.) ­ doch die Hamburger hatten es zuvor selbst in der Hand gehabt, ihrem neuen Trainer Huub Stevens gleich einen Sieg zu schenken. So gab es dann wie üblich eine tragische Niederlage.

Maik Großmann

Spielstatistik Hertha BSC - Hamburger SV

Hertha BSC

-

Hamburger SV

2:1 (0:1)

Bundesliga 2006/2007, 20. Spieltag
03.02.2007, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 47.400 Zuschauer
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Tore
0:1 Alexander Laas 33. (Linksschuss, Olic)
1:1 Arne Friedrich 78. (Kopfball, Gilberto)
2:1 Mineiro 90. (Rechtsschuss, Gilberto)
Wechsel Hertha BSC
Mineiro
für Malik Fathi
(―)
(69.)
Chinedu Ede
für Ashkan Dejagah
(―)
(75.)
Christian Müller
für Yildiray Bastürk
(―)
(87.)
Wechsel Hamburg
Besart Berisha
für Ivica Olic
(4,0)
(62.)
René Klingbeil
für David Jarolim
(―)
(74.)
Juan Pablo Sorin
für Rafael van der Vaart
(―)
(81.)
Karten Hertha BSC
Gelb für Arne Friedrich
Gelb für Dick van Burik
Gelb für Gilberto
Karten Hamburg
Gelb für Nigel de Jong
Gelb für David Jarolim
Gelb für Boubacar Sanogo
Besondere Vorkommnisse: Pantelic verschießt Foulelfmeter (9.) - Rost hält (de Jong an Pantelic)