Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen

Immer wieder umgefallen

Gute Bewerbung um einen Stammplatz: 
Mike HankeGute Bewerbung um einen Stammplatz:
Mike Hanke

In einer selten langweiligen Begegnung schaffte Leverkusen zweimal den Ausgleich, ohne aber je auf einen grünen Zweig zu kommen. Zu abwehrschwach und zu uninspiriert zeigten sich die Westdeutschen, wogegen Wolfsburg die eigenen Mängel besser überdecken konnte. So endete das Werksduell, wie es eigentlich immer endet: mit einem Sieg für die Wölfe.

Schon zu Beginn schwappten die Angriffe hin und her, und ein launiges Spiel zeichnete sich ab. Präziser und konsequenter in der Vorwärtsbewegung waren die Gastgeber, die mit Rückkehrer Hanke auch den gefährlichsten Stürmer auf dem Platz hatten. Gleich nach einer Viertelstunde besorgte der Blondschopf die Führung, als Krzynowek ein Zuspiel von van der Heyden aufnahm und direkt weiter in die Mitte legte. Hanke stand völlig frei, weil Bayer sich im Abseitsspiel verkalkuliert hatte. Nur wenig später stand es fast 2:0, als erneut Hanke allein vor Butt stand, sich aber für einen hastigen Lupfer entschied, anstatt besonnen das lange Eck anzuvisieren. Dennoch sprach nichts für den Ausgleich, bis dieser dann plötzlich fiel. Einen hohen Ball aus dem Mittelfeld ließ Voronin geschickt von seiner Brust abtropfen, was Kießling die Gasse frei räumte. Mit präzisem Schuss ins lange Eck traf der Ex-Nürnberger zum 1:1 (29.). Kurzzeitig schien das Spiel nun zu kippen, weil Bayer reichlich Kraft aus der neuen Lage schöpfte und weiter den Weg nach vorn suchte. Einen Sturz von Voronin betrachteten die Gäste als elfmeterwürdig, doch Hofland traf bei seiner Grätsche auch den Ball (35.). Zornig und übermütig fing sich Leverkusen statt dessen den erneuten Rückstand, als Hanke eine Flanke von links ganz billig ins rechte Toreck köpfte (37.). Beinahe hätte Klimowicz gar noch auf 3:1 erhöht, doch Schiri Kircher erkannte seinen Treffer zu Recht wegen einer Abseitsstellung nicht an.

Mit dem Wechsel Menseguez für Karhan gab Klaus Augenthaler die Richtung für die zweite Halbzeit vor, per se aber war keine Mannschaft wirklich in der Lage, konsequent defensiv zu spielen. Tatsächlich passierte eine ganze Weile nichts, doch fast auf Knopfdruck wurde es dann umso bunter. Bernd Schneider zirkelte einen Freistoß an die Latte; der Ball sprang an den Leib von van der Heyden und dann zurück in Richtung Tor. Simon Jentzsch hechtete ihn aus demselben heraus, nach Ansicht der Unparteiischen allerdings zu spät ­ Kircher entschied auf Tor (71.). Lange freuen konnten sich die Gäste wiederum nicht, denn gleich der nächste Angriff bescherte den erneuten Rückstand. Am rechten Strafraumeck tauchte Karhan plötzlich auf und sah den völlig verwaisten Klimowicz auf der anderen Seite, der nur noch einschieben musste. Wieder war es eine enge Entscheidung, doch entgegen der Leverkusener Meinung stand der Argentinier dabei nicht im Abseits. Wer das reifere Team stellte, zeigte die Reaktion der Skibbe-Elf auf den dritten Rückstand dann endgültig. Anstatt ebenfalls sofort wieder vorzupreschen versagten kurzerhand die Nerven. Ohne jede Not senste Freier im Mittelfeld Krzynowek um und sah dafür glatt die Rote Karte (74.). Wolfsburg hatte nun kaum noch Mühe, den knappen Vorsprung zu verteidigen.

Maik Großmann

Spielstatistik VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen

VfL Wolfsburg

-

Bayer Leverkusen

3:2 (2:1)

Bundesliga 2006/2007, 20. Spieltag
03.02.2007, 15:30 Uhr
Volkswagen Arena (Wolfsburg), 16.600 Zuschauer
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Tore
1:0 Mike Hanke 16. (Rechtsschuss, Krzynowek)
1:1 Stefan Kießling 29. (Rechtsschuss, Voronin)
2:1 Mike Hanke 37. (Kopfball, Quiroga)
2:2 Peter van der Heyden 70. (Eigentor, Schneider)
3:2 Diego Fernando Klimowicz 72. (Rechtsschuss, Karhan)
Karten Wolfsburg
Gelb für Marcelinho
Karten Leverkusen
Gelb für Karim Haggui
Rot für Paul Freier (74.)