Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Schalke 04 - Hertha BSC

Erst gejubelt, dann getroffen

Ständiger Gefahrenherd für die Berliner Abwehr: Kevin KuranyiStändiger Gefahrenherd für die Berliner Abwehr: Kevin Kuranyi

Schalkes sechster Sieg in Folge war nur im ersten Durchgang fraglich, als man sich mehr über die Tore in Stuttgart freute, als das eigene Spiel zu pflegen. Danach aber stimmte die Leistung, was gegen nachlassende Herthaner einen verdienten wie glatten Arbeitssieg bewirkte.

Das Publikum trieb seine Knappen wie üblich in eine stürmische Anfangsphase, doch weiter als bis zum Strafraum war zunächst kein Vordringen möglich. Statt dessen bewiesen sich die Berliner nach und nach als ernstzunehmender Gegner. Sowohl ein Kopfball von Gimenez, den Neuer sensationell parieren konnte (7.), als auch Pantelics Linksschuss aus zwölf Metern (14.) waren brandgefährlich. Das Spiel der Knappen lahmte. Zwar schwappte inzwischen eine Welle der Freude durchs Stadion, genährt wurde die aber nur vom Bremer Rückstand in Stuttgart. Schalke hatte zu dieser Zeit noch große Probleme, Hertha in den Griff zu bekommen. Nach einer halben Stunde dann prüfte Lövenkrands Fiedler einmal aus der Distanz, außerdem erlaubte eine Schlafmützigkeit der Berliner Abwehr den Gastgebern noch eine Riesenchance. Allein vor dem Gästetorwart vergab aber erneut der Däne Lövenkrands kläglich (39.).

Hertha hatte bis dahin viele gute Ansätze gezeigt, doch nun machten die Hauptstädter den Fehler, der zu erwarteten Schalker Steigerung nichts Adäquates entgegenzusetzen. Schon Bordon nach fünf Minuten und noch viel mehr dann Kuranyi (61.) hätten das bestrafen können, doch Arne Friedrich bzw. Fiedler konnten noch retten. Längst aber lief der Ball nur noch in eine Richtung, und weil Hertha zum Spiel keine Meinung mehr hatte, war das 1:0 eine Frage der Zeit. Ganz einfach nach einer Ecke brachte Kuranyi dies zustande, als er sich in der Luft gegen Boateng durchsetzte und genau in die Mitte traf (64.). Erst jetzt wachten die Berliner etwas auf, doch die Chance auf einen Punktgewinn vergaben sie in nur einem Moment: Dejagah wähnte allein vor dem Tor einen Mitspieler neben sich und legte den Ball ins Nichts bzw. in die Beine von Rodriguez hinein (75.). Damit war das Spiel gelaufen, denn im Gegenzug fiel die Entscheidung. Ein Konter über Halil Altintop spülte Lövenkrands frei vors Tor, das Fiedler im ersten Reflex noch verteidigte; gegen den Nachschuss aber war er machtlos. Hertha sah dann ein, dass sie nichts mehr auszurichten hatte, während Schalke einen lockeren Heimsieg nur noch über die Zeit schaukelte. Eine wahre Glanzvorstellung war es nicht, was die Knappen geliefert hatten. Durch Bremens Niederlage fühlte es sich aber so an.

Maik Großmann

Spielstatistik FC Schalke 04 - Hertha BSC

FC Schalke 04

-

Hertha BSC

2:0 (0:0)

Bundesliga 2006/2007, 21. Spieltag
10.02.2007, 15:30 Uhr
Veltins-Arena (Gelsenkirchen), 61.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Tore
1:0 Kevin Kuranyi 64. (Kopfball, Lincoln)
2:0 Peter Lövenkrands 76. (Linksschuss, Altintop)
Wechsel Hertha BSC
Chinedu Ede
für Mineiro
(―)
(67.)
Patrick Ebert
für Ashkan Dejagah
(―)
(71.)
Christian Müller
für Christian Gimenez
(―)
(80.)
Karten Schalke
Gelb für Peter Lövenkrands
Karten Hertha BSC
Gelb für Christian Gimenez
Gelb für Gilberto
Gelb für Marko Pantelic
Gelb für Jerome Boateng