Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfB Stuttgart - SV Werder Bremen

Offensivspektakel

Trieb Werder mit seinen Paraden zur Verzweiflung: Timo HildebrandTrieb Werder mit seinen Paraden zur Verzweiflung: Timo Hildebrand

Nach der Niederlage beim VfB Stuttgart wuchs der Rückstand von Werder Bremen auf die Tabellenspitze auf sechs Punkte an. Dabei war die Begegnung keineswegs so einseitig, wie es das Ergebnis vermuten lässt.

Die Stuttgarter erwischten den besseren Start. Schon nach drei Minuten klingelte es zum ersten Mal im Bremer Gehäuse. Eine Magnin-Flanke verpasste Gomez, doch sein Mitspieler Hilbert nahm sich der Kugel an und schoss gegen die Laufrichtung von Tim Wiese ins Tor. Mario Gomez hätte die Führung kurze Zeit später sogar ausbauen können. Nach einem Pass von da Silva in den Lauf des Angreifers schob er den Ball aber unbedrängt am Gehäuse vorbei (10.). Über den verpassten Torerfolg musste sich der frisch gebackene Nationalspieler jedoch nicht lange grämen. Nur fünf Minuten später gelang ihm nämlich das 2:0. Nach Vorlage von Cacau zirkelte er das Spielgerät aus elf Metern in die lange Ecke. Die Gäste aus dem Norden konnten sich nur langsam vom Druck der Schwaben befreien. Einundzwanzig Minuten vergingen, bis die Hanseaten erstmals gefährlich vor dem gegnerischen Kasten auftauchten. Einen Schuss von Fritz lenkte Hildebrand noch zur Ecke ab. Sekunden später durfte der Vizemeister dann das angestrebte Erfolgserlebnis bejubeln. Eine Flanke von Borowski leitete Klose im Sitzen zum heranstürmenden Diego weiter, der den Ball aus kurzer Distanz unter die Latte knallte (22.). Nach dem Anschlusstreffer kam die Schaaf-Truppe immer besser ins Spiel und schien ­ angetrieben vom agilen Spielmacher Diego ­ dem Ausgleich nahe. Der Brasilianer hatte auch die größte Chance zum zwischenzeitlichen Remis. Seinen strammen Schuss aus zentraler Position konnte Stuttgarts Schlussmann Hildebrand im letzten Moment noch um den Pfosten drehen (30.). Die Cannstädter waren allerdings um eine Antwort nicht verlegen und zogen noch vor dem Wechsel wieder davon. Von der linken Außenbahn kommend zog Magnin in Höhe des Strafraums aus spitzem Winkel ab: vom Innenpfosten fand der Ball den Weg in die Maschen (32.).

Nach dem Wechsel erspielten sich die offensiver eingestellten Werderaner zahlreiche Möglichkeiten, fanden aber ein ums andere Mal in Stuttgarts Schlussmann Timo Hildebrand ihren Meister. Kurz nach Wiederbeginn prüfte Hunt mit der Hacke die Qualitäten des schwäbischen Keepers (47.). Weitaus stärker zu bewerten war die Leistung Hildebrands, als er eine Großchance von Tim Borowski vereitelte. Nach Vorlage von Vranjes kam der Nationalspieler ­ wenige Meter vor dem Tor ­ frei zum Abschluss, doch im letzten Moment riss Hildebrand die Arme im kurzen Eck nach oben (68.). Neben einem starken Torhüter lag den Bremern noch ein weiterer Stein im Weg ­ die Schwäche im Abschluss. Vor allem Miroslav Klose ließ es an Genauigkeit mangeln. Bei seiner ersten Gelegenheit verzog er freistehend vor dem Tor (63.), bei seiner zweiten zögerte er einen Moment zu lange, bevor ihm ein Gegenspieler in die Parade fuhr. Je länger das Spiel dauerte, desto offensiver wurden die Gäste und es entstanden Konterchancen für die Hausherren. Eine solche nutzte Marco Streller in der 87. Minute zum 4:1-Endstand. Die flache Hereingabe Hilberts nahm der Schweizer an, scheiterte zunächst an Wiese, aber im Nachsetzen war der erst kurz zuvor eingewechselte Schweizer erfolgreich. Beide Mannschaften boten tollen Offensivfußball, wobei die „jungen Wilden“ aus Stuttgart cleverer auftraten als die Spieler der „Grün-Weißen“.

Senthuran Sivananda

Spielstatistik VfB Stuttgart - SV Werder Bremen

VfB Stuttgart

-

SV Werder Bremen

4:1 (3:1)

Bundesliga 2006/2007, 21. Spieltag
10.02.2007, 15:30 Uhr
Gottlieb-Daimler-Stadion (Stuttgart), 56.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Tore
1:0 Roberto Hilbert 3. (Rechtsschuss, Magnin)
2:0 Mario Gomez 15. (Linksschuss, Cacau)
2:1 Diego 22. (Linksschuss, Klose)
3:1 Ludovic Magnin 32. (Rechtsschuss)
4:1 Marco Streller 87. (Linksschuss, Hilbert)
Aufstellung Bremen
Tim Wiese (3,5)
Clemens Fritz (5,0)
Naldo (3,5)
Per Mertesacker (4,0)
Pierre Womé (3,0)
Daniel Jensen (4,0)
Torsten Frings (2,5)
Tim Borowski (3,5)
Diego (2,5)
Miroslav Klose (4,0)
Aaron Hunt (4,5)
Wechsel VfB Stuttgart
Sami Khedira
für Fernando Meira
(3,0)
(51.)
Marco Streller
für Cacau
(―)
(73.)
Christian Gentner
für Antonio da Silva
(―)
(84.)
Wechsel Bremen
Jurica Vranjes
für Daniel Jensen
(3,5)
(30.)
Markus Rosenberg
für Clemens Fritz
(4,0)
(62.)
Hugo Almeida
für Aaron Hunt
(―)
(77.)
Karten VfB Stuttgart
Gelb für Cacau
Gelb für Ludovic Magnin
Gelb für Serdar Tasci
Karten Bremen
Gelb für Torsten Frings
Gelb für Naldo
Gelb für Pierre Womé