Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - 1. FSV Mainz 05

Mainzer ließen sich nicht beirren

Sein Solo leitete die Wende ein: Marco RoseSein Solo leitete die Wende ein: Marco Rose

Mainz 05 bestätigte seinen fantastischen Lauf zu Beginn der Rückrunde mit einem weiteren Dreier, der die Herthaner im Kampf um die internationalen Plätze empfindlich zurück warf. Überraschend war vor allem, wie sicher die Gäste den Favoriten in der zweiten Halbzeit beherrschten.

Ehe die Berliner ein Übergewicht erspielten, mussten sie eine Schrecksekunde in der 2. Spielminute überstehen, in der Fiedler einen Schuss von Andreasen mit Mühe parierte. Aus dem Spiel heraus gelang es den Hauptstädtern aber kaum, für Gefahr vor dem Tor von Wache zu sorgen. Erst ein Pantelic-Freistoß (14.) und ein van Burik-Kopfball nach einem Eckstoß (19.) forderten das Können des Mainzer Torwarts heraus. Zwei Minuten später klingelte es dennoch im Kasten der Gäste. Eine ungenaue Abwehr der Mainzer Deckung landete zentral vor dem Strafraum auf dem Schlappen von Dardei, dessen Volley-Gewaltschuss plötzlich im Netz zappelte. Unhaltbar für Wache erschien das Geschoss allerdings nicht. Berlin blieb eifrig im Vorwärtsgang, hatte aber kaum weitere nennenswerte Tormöglichkeiten im Programm. Der FSV wurde erst nach einer halben Stunde offensiv auffällig. Jedoch nur ein Schuss von Zidan (35., knapp vorbei) deutete echte Brisanz an. Hertha führte letztlich verdient zur Pause, ohne allerdings wirklich zu überzeugen, auch wenn ein Pantelic-Geschoss in der 39. Minute Wache noch einmal zum Eingreifen zwang.

Verwundert rieben sich die Berliner Fans die Augen, als sie miterlebten, wie sich das Blatt nach dem Seitenwechsel langsam, aber stetig wendete. Die Mainzer übernahmen mit viel Engagement das Mittelfeld und trugen nach und nach immer interessantere Angriffe vor. Feulners Schuss, der in der 50. Minute über das Tor von Fiedler jagte, war nur eine Vorwarnung, doch Zählbares für die 05er war nicht mehr fern. Über links nahm sich Verteidiger Rose ein Herz und setzte zu einem Alleingang an, dem Friedrich durch leichtes Touchieren und Zerren erst am 16er-Rand Einhalt gebot. Rose stürzte in den Strafraum und Schiri Sippel zeigte umgehend auf den Punkt. Torjäger Zidan ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte den Elfer absolut gekonnt (54.). Hertha ging nun plötzlich die Muffe, war völlig verunsichert. Selbstbewusst setzten die Gäste nach und spielten gar ein zeitweises Powerplay durch. Belohnt wurde die Klopp-Elf in der 64. Minute, in der eine Demirtas-Flanke von rechts so abgefälscht wurde, dass der hereinstürmende Andreasen einen Tick schneller als van Burik ans Leder kam und es mit der Fußspitze halbhoch ins kurz Toreck platzierte. Als sich die nervösen Götz-Mannen in den letzten 15 Minuten wieder aufzuraffen wussten, fehlte es im Angriff an der nötigen Genauigkeit beim letzten Pass oder im Abschluss. Einzig Jerome Boateng dribbelte sich kurz vor Feierabend noch einmal durch, doch sein Rechtsschuss aus halblinker Position strich einen halben Meter am Tor der kompakt verteidigenden Mainzer vorbei. Damit hatten die Gäste ihren vierten Sieg im fünften Rückrundenspiel in der Tasche, während die Berliner nicht mit den besten Aussichten vor dem schweren Auswärtsspiel in Stuttgart dastanden.

Ulrich Merk

Spielstatistik Hertha BSC - 1. FSV Mainz 05

Hertha BSC

-

1. FSV Mainz 05

1:2 (1:0)

Bundesliga 2006/2007, 22. Spieltag
17.02.2007, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 35.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Peter Sippel (München)
Tore
1:0 Pal Dardai 21. (Rechtsschuss)
1:1 Mohamed Zidan 54. (Foulelfmeter, Friedrich an Rose)
1:2 Leon Andreasen 64. (Rechtsschuss, Demirtas)
Wechsel Hertha BSC
Christian Müller
für Mineiro
(3,5)
(57.)
Jerome Boateng
für Malik Fathi
(―)
(71.)
Srdjan Lakic
für Andreas Neuendorf
(―)
(71.)
Wechsel Mainz
Markus Feulner
für Fabian Gerber
(3,0)
(46.)
Milorad Pekovic
für Mimoun Azaouagh
(―)
(79.)
Du-Ri Cha
für Elkin Soto
(―)
(88.)
Karten Hertha BSC
Gelb für Dick van Burik
Gelb für Arne Friedrich
Gelb für Jerome Boateng
Karten Mainz
Gelb für Nikolce Noveski