Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - Eintracht Frankfurt

Neue Spuren des Glücks

Enge Spiele brauchen gute Joker:
Piotr TrochowskiEnge Spiele brauchen gute Joker:

Piotr Trochowski

In einem Schlüsselspiel die Nerven zu wahren, war dem HSV in der Hinrunde nie gelungen. Doch die Euphorie aus zwei Siegen setzte nicht nur neue Kräfte frei, sie öffnete auch der lang vermissten Fortuna wieder die Tür. Mindestens gleichwertig zeigte sich Frankfurt nach einem plötzlichen Tor zum Ausgleich. Der entscheidende Sonntagsschuss aber, er schlug auf der anderen Seite ein.

Ein dritter Sieg in Folge konnte den HSV nicht nur gewaltig aus dem Keller hieven, die Hanseaten hatten gar die Chance, Eintracht Frankfurt zu überflügeln. Als wäre es nie anderes gewesen, spielte Hamburg auch reichlich frei auf. Gleich nach einer Minute ließ Frankfurt van der Vaart am Elfmeterpunkt frei zum Schuss kommen, was Oka Nikolov allerdings noch ausbügelte. Schadlos überstehen konnten die Hessen den Start aber nicht. Schon fünf Minuten später legte sich wieder van der Vaart den Ball zum Freistoß zurecht und zirkelte ihn sehenswert zum 1:0 in den Giebel. Schnell ließ der Druck auch wieder nach, aber Frankfurt war zunächst auch in einem niedrigeren Gang zu beherrschen. Als der HSV indes zu passiv wurde, änderte sich dies. Hellers Schuss nach einem durchdachten Angriff blockte Reinhardt erst zur Ecke ab, die Kyrgiakos dann für eine Riesenchance verwandte; irgendwie aber bekam Rost noch eine Faust an den Ball (19.). Hamburg nahm die Warnung ernst. Es dauerte nicht lange, bis Sanogo einen Pass van der Vaarts bekam und nur von Nikolov am 2:0 gehindert wurde (25.). Bis zum Seitenwechsel passierte dann aber nicht mehr viel. Die Platzelf blieb naturgemäß aktiver, wurde jedoch nie mehr so druckvoll wie am Anfang. Defensiv indes standen die Hanseaten auch so sicher, dass von Frankfurt zumindest keine Gefahr mehr ausging.

Wieder aber wählte Hamburg die falschen Waffen. Anstatt entschlossen auf ein zweites Tor zu drängen, sollte das dünne Ergebnis gesichert werden. Selbst die zuletzt schwachen Hessen jedoch waren imstande, diesen Plan zu sprengen. Nach einer Viertelstunde Leerlauf setzte sich Takahara erstmals in Szene, wurde von Mathijsen nur halbherzig gestört und blieb kühn genug, Rost mit einem Tunnel zu passieren. Noch immer kam der Ausgleich überraschend, doch er warf den HSV umso mehr aus der Bahn (59.). Angst und Verunsicherung verdrängten die Leidenschaft, Frankfurt gewann die Kontrolle und musste im Grunde nur noch zuschlagen. Doch es kam anders. Piotr Trochowski war erst kurz auf dem Platz, als er am Strafraumeck an den Ball kam und wie mit einem Scanner das Tor absuchte. Wuchtig wie präzise zog er ab und traf genau in den Winkel (77.). Verdient war das 2:1 nicht. Auch jetzt waren die Gastgeber nicht sattelfest und mussten noch ordentlich mit den Armen rudern - Meier (83.) und Kyrgiakos (86.) vergaben noch zwei Riesenchancen -, doch als der ebenfalls eingewechselte Olic dann in der Schlussminute für die Entscheidung sorgte, sah man den Unterschied zum HSV der Hinrunde. Hatte er da noch scheinbar sichere Siege hergegeben, gewann er nun ein Spiel, das ebenso gut andersherum hätte ausgehen können.

Maik Großmann

Spielstatistik Hamburger SV - Eintracht Frankfurt

Hamburger SV

-

Eintracht Frankfurt

3:1 (1:0)

Bundesliga 2006/2007, 23. Spieltag
24.02.2007, 15:30 Uhr
AOL Arena (Hamburg), 57.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Günter Perl (München)
Tore
1:0 Rafael van der Vaart 7. (Freistoß)
1:1 Naohiro Takahara 59. (Linksschuss, Weissenberger)
2:1 Piotr Trochowski 77. (Rechtsschuss, Laas)
3:1 Ivica Olic 90. (Linksschuss, van der Vaart)
Wechsel Hamburg
Ivica Olic
für Boubacar Sanogo
(3,0)
(62.)
Piotr Trochowski
für Juan Pablo Sorin
(2,5)
(65.)
Änis Ben-Hatira
für Mehdi Mahdavikia
(―)
(76.)
Wechsel Frankfurt
Michael Thurk
für Marcel Heller
(4,5)
(56.)
Alexander Meier
für Markus Weissenberger
(―)
(67.)
Chris
für Michael Fink
(―)
(87.)
Karten Hamburg
keine
Karten Frankfurt
Gelb für Patrick Ochs
Gelb für Michael Thurk
Gelb für Michael Fink