Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Borussia Dortmund - FC Energie Cottbus

Weiter abwärts mit dem BVB

Brachte den BVB als doppelter Torschütze in Abstiegsnähe: Vlad MunteanuBrachte den BVB als doppelter Torschütze in Abstiegsnähe: Vlad Munteanu

In einem rassigen Bundesligaduell setzte sich mit Energie Cottbus die spielerisch und kämpferisch stärkere Mannschaft durch. Borussia Dortmund kam endgültig in der Abstiegszone an und tauschte mit den Ostdeutschen, das die erstmals beim BVB gewannen, die Tabellenplätze.

Petrik Sanders Versprechen, seine Mannschaft offensiv spielen zu lassen, sollte kein leeres bleiben. Bereits nach fünf Minuten verstummten die 61.000 Zuschauer im Signal Iduna Park. Ein missglückter Abschlag von Roman Weidenfeller wurde direkt von den Cottbusern abgefangen und über drei rasche Stationen im Tor der Dortmunder untergebracht. Kioyo leitete den Ball in die Spitze auf Radu, der legte fein mit der Hacke auf Munteanu ab und stellte somit die Dortmunder Abwehr bloß. Der Rumäne schob den Ball letztlich am chancenlosen Weidenfeller vorbei ein.
Dortmund wirkte ob der frühen Führung der Gäste wie gelähmt. Diese zeigten ungewohnten Zauber im Mittelfeld und manch Dortmunder fühlte sich wohl an die Klatsche gegen Hannover aus der Vorwoche erinnert. Erst nach 20 Spielminuten legten die Spieler des BVB ihre Lethargie ab und begannen ihrerseits die Cottbuser unter Druck zu setzen. Begünstigt wurde dies durch die nun sehr tief stehenden Gäste, die sich lediglich auf die Verwaltung ihrer Führung konzentrierten. Angetrieben durch einen sehr agilen Sahin im Mittelfeld und mit einem Kämpferherz ausgestatteten Frei im Sturmzentrum erspielten sich die Dortmunder erste Chancen. Munteanu klärte gegen Smolarek nach einer Ecke auf der Linie (20.) und ein Schuss von Sahin streifte den rechten Pfosten des Energie-Tores (26.). Doch noch fehlte den Dortmundern ein probates Mittel, um die starke Defensive der Lausitzer zu überlisten. Kurz vor der Pause war es dann Alexander Frei, der es gefunden hatte: Ein langer Ball in die Sturmspitze wurde durch Smolarek auf den Schweizer verlängert. Dieser, mit dem Rücken zum Tor stehend, nahm den Ball herrlich an, drehte sich um die eigene Achse und schoss unhaltbar für Piplica ein (42.). Angetrieben durch den Ausgleich setzten die Dortmunder nach und Energie zitterte sich in die Halbzeitpause.

Wer bis jetzt noch nicht von diesem Bundesligaduell gefesselt war, der sollte in der zweiten Hälfte vollends auf seine Kosten kommen. Beide Mannschaften kamen mit ordentlich Dampf unter der Haube aus der Kabine. Ein rassiges, bisweilen aber auch hektisches Spiel entwickelte sich. Anstürmende Dortmunder wurden ein ums andere mal durch clever konternde Cottbuser an den Rand eines Rückstandes gedrängt. Einzig der nicht schnell genug mitdenkende Kioyo stand einer Führung im Weg. Aufregung dann in der 49. Spielminute. Stürmer Radu wurde von Rückkehrer Wörns im Sechzehner klar zu Boden gestoßen. Den fälligen Elfmeter gibt der unsicher agierende Schiedsrichter Babak Rafati nicht. Fünf Minuten später trafen beide Kontrahenten erneut im Strafraum aufeinander. Radu ging zu Boden und Rafati zum Elfmeterpunkt. Im Gegensatz zur ersten Szene war diese jedoch strittig. Energies Elfmeterspezialist Vlad Munteanu nahm sich der Aufgabe an und schoss den Ball unhaltbar und flach in die linke Ecke des Tores von Weidenfeller (55.) zur erneuten Führung der Gästeelf ein. Die vermeintliche Entscheidung dann in der 65. Spielminute: Ein Fehlpass im Dortmunder Mittelfeld setzte Radu in Szene. Dieser drang ungehindert in den Dortmunder Strafraum ein, konnte jedoch von Weidenfeller abgedrängt werden. Radu nahm ihn durch einen cleveren Pass auf den eingewechselten Shao in der Mitte aus dem Spiel. Der Chinese markierte aus zwölf Metern die 3:1 Führung für Energie. Dortmund war danach völlig von der Rolle. Außer einigen sehenswerten Freistößen durch Frei hatten sie den Cottbusern nichts mehr entgegen zu setzen. Glück für den BVB: Weitere Konter der Lausitzer wurden nicht erfolgreich abgeschlossen. Ein konstatierter Jürgen Röber wartete mit Umstellungen im Team bis zur 81. Minute, als alles bereits zu spät erschien. Versuchte Smolarek noch einen Elfer durch eine Schwalbe zu schinden (78.), war es dann nochmals Alexander Frei, der vier Minuten vor dem Ende den sich eigentlich längst aufgegebenen BVB zurück ins Spiel brachte. Nicht energisch genug gestört durch Baumgart, kam Frei am linken Sechzehnereck zum Torschuss und zum Anschlusstreffer, da für Piplica der Schuss im Ansatz verdeckt war. Die Hektik der Schlussphase war an Dramatik nicht zu überbieten. In der 90. Minute stand der Signal Iduna Park Kopf. Einen Freistoß köpfte Frei zum vermeintlichen Ausgleich ein und übersah in seinem Torjubel die erhobene Fahne des Assistenten an der Linie. Nicht der Ausgleich, sondern eine Gelbe Karte für Frei war am Ende das Resultat. Am Überraschungserfolg der Ostdeutschen änderte sich selbstredend auch nichts mehr.

Tobias Börner

Spielstatistik Borussia Dortmund - FC Energie Cottbus

Borussia Dortmund

-

FC Energie Cottbus

2:3 (1:1)

Bundesliga 2006/2007, 24. Spieltag
04.03.2007, 17:00 Uhr
Signal Iduna Park (Dortmund), 64.100 Zuschauer
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Tore
0:1 Vlad Munteanu 6. (Linksschuss, Radu)
1:1 Alexander Frei 42. (Linksschuss, Smolarek)
1:2 Vlad Munteanu 56. (Foulelfmeter, Wörns an Radu)
1:3 Jiayi Shao 65. (Rechtsschuss, Radu)
2:3 Alexander Frei 86. (Rechtsschuss, Tinga)
Wechsel Dortmund
Martin Amedick
für Sebastian Kehl
(―)
(81.)
Kosi Saka
für Christian Wörns
(―)
(81.)
Wechsel Cottbus
Jiayi Shao
für Francis Kioyo
(2,5)
(61.)
Tomasz Bandrowski
für Steffen Baumgart
(―)
(90.)
Daniel Ziebig
für Vlad Munteanu
(―)
(90.)
Karten Dortmund
Gelb für Sebastian Kehl
Gelb für Alexander Frei
Karten Cottbus
Gelb für Vlad Munteanu
Gelb für Mario Cvitanovic
Gelb für Zoltan Szelesi
Gelb für Vragel da Silva