Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Energie Cottbus - Alemannia Aachen

Aachen machte sich Luft

Als Schütze unglücklich - als Vorbereiter genial: Jan SchlaudraffAls Schütze unglücklich - als Vorbereiter genial: Jan Schlaudraff

Im Stadion der Freundschaft war knallharter Abstiegskampf angesagt. Abgezockter agierten dabei die Alemannen, deren Sieg weder ein verschossener Elfmeter noch eine Rote Karte kurz vor der Pause verhinderten. Energie kämpfte insgesamt unglücklich.

Nach zwei Siegen in Folge startete Cottbus sehr schwungvoll in die Partie. Schon in der dritten Minute hätte Radu die unter der Woche aufgeflammten Diskussionen um den Verbleib von Coach Petrik Sander verstummen lassen können, scheiterte jedoch frei vor Straub am Torhüter der Gäste (3.). Für lange Zeit blieb diese Aktion der einzige Höhepunkt einer Anfangsphase, in der das Spielgerät nicht zum Freund der Akteure wurde. Die Alemannen setzten ihr erstes Ausrufezeichen mit einem Distanzschuss von Rösler, der sein Ziel nur knapp verfehlte (10.). Eine folgenreiche Szene ereignete sich in der 13. Minute, als Sascha Dum für den angeschlagenen Fiél das Feld betrat. Die Lausitzer kontrollierten das Spiel in dieser Phase immer besser, kamen jedoch über Halbchancen nicht hinaus. Die Aachener tauchten nur noch selten jenseits der Mittellinie auf, was sich erst in der 28. Minute nachhaltig änderte: Schlaudraff hebelte die komplette Defensivreihe der Gastgeber mit einem eleganten Lupfer in den Sechzehner aus. Rösler erkannte die Situation und zeigte sich als dankbarer Abnehmer. Der Treffer tat dem Spiel gut, denn Cottbus entwickelte endlich mehr Zug zum Tor. Kioyos Versuch von der Strafraumkante war allerdings zu hoch angesetzt (35.). In der turbulenten Schlussphase der ersten Hälfte mussten die Gäste noch zwei Nackenschläge verkraften. Zuerst scheiterte Schlaudraff mit einem an ihm selbst verschuldeten Foulelfmeter an Piplica (37.), ehe nur wenig später der eingewechselte Dum für einen "Scheibenwischer" in Richtung des Schiedsrichters den Roten Karton kassierte (38.). Fast hätte Cottbus die numerische Überlegenheit noch vor der Pause genutzt, doch der Kopfball von Kioyo landete lediglich am Pfosten (42.). Der Grundstein für eine prickelnde zweite Halbzeit war dennoch gelegt.

Nach dem Wechsel dauerte es einige Zeit, bis die Begegnung wieder Fahrt aufnahm. Aachen stand in Unterzahl tief in der eigenen Hälfte und schickte nur den flinken Schlaudraff hier und da mal auf die Reise. Der Aufmerksamkeit des immer wieder schnell herauslaufenden Piplica war es zu verdanken, dass der Nationalspieler das Bundesland Brandenburg ohne Torerfolg verlassen musste. Energie tastete sich mit hoher Laufbereitschaft und unermüdlichem Einsatz an den Ausgleich heran, musste aber für die wirklich guten Möglichkeiten auf Standards zurückgreifen. So verfehlte ein Kukielka-Kopfball im Anschluss an einen Freistoß von Munteanu nur knapp den Winkel (68.). Und den trocken abgezogenen Freistoß des eingewechselten Gunkel drehte Straub um den Pfosten (82.). Gunkel war es auch, der kurz vor Schluss vollkommen unbedrängt aus zehn Metern zu weit in Rücklage kam und das Leder in die zweite Etage beförderte (88.). Das verzweifelte Anrennen der Cottbuser schloss Radu ab, der in der Nachspielzeit vom herausstürzenden Straub noch entscheidend behindert wurde, so dass die Kugel knapp neben dem Posten landete. Der unmittelbare Gegenzug brachte dann die endgültige Entscheidung. Erneut glänzte Schlaudraff mit einem Pass in die Gasse als Vorbereiter. Pinto versetzt dem Ball einen ersten Tick, der einen Zusammenprall zwischen Baumgart und Piplica provozierte. Mit dem zweiten Tick musste Pinto den Ball nur noch über die Torlinie befördern. Piplica, der mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus musste, war nicht der einzige Cottbuser bei dem die Partie Kopfschmerzen hinterließ. Aachen errang einen richtigen Dreier und spannte sich vor den langen Zug der abstiegsgefährdeten Mannschaften.

Kai Endres

Spielstatistik FC Energie Cottbus - Alemannia Aachen

FC Energie Cottbus

-

Alemannia Aachen

0:2 (0:1)

Bundesliga 2006/2007, 25. Spieltag
10.03.2007, 15:30 Uhr
Stadion der Freundschaft (Cottbus), 15.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Tore
0:1 Sascha Rösler 28. (Rechtsschuss, Schlaudraff)
0:2 Sergio Pinto 90. (Rechtsschuss, Schlaudraff)
Wechsel Cottbus
Stiven Rivic
für Vragel da Silva
(4,5)
(59.)
Daniel Gunkel
für Timo Rost
(―)
(81.)
Ervin Skela
für Jiayi Shao
(―)
(81.)
Wechsel Aachen
Sascha Dum
für Cristian Fiél
(4,0)
(12.)
Sergio Pinto
für Vedad Ibisevic
(3,0)
(62.)
Mirko Casper
für Laurentiu-Aurelian Reghecampf
(―)
(78.)
Karten Cottbus
Gelb für Kevin McKenna
Gelb für Stiven Rivic
Karten Aachen
Rot für Sascha Dum (38..)
Gelb für Laurentiu-Aurelian Reghecampf
Gelb für Alexander Klitzpera
Gelb für Nico Herzig
Besondere Vorkommnisse: Schlaudraff verschießt Foulelfmeter (37.) - Piplica hält (McKenna an Rösler)