Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfL Bochum - Hannover 96

Hannover kam im Schlafwagen

Kurz vor der Pause hellwach:
Joel EpalleKurz vor der Pause hellwach:
Joel Epalle

In einer Partie auf unterstem Niveau reichten dem VfL Bochum zwei Patzer der Hannoveraner Defensive, um den Absprung aus der Abstiegszone zu vollbringen. 96 verlor den Anschluss an die UEFA-Cup Ränge und verharrte im überschaubaren Mittelfeld der Liga.

Von den Vorraussetzungen her hätten die 24.000 Zuschauer eine kampfbetonte Partie erwarten können. Bochum musste siegen, wollte man die Chancen im Abstiegskampf wahren. Hannover hingegen hatte einen Dreier nicht minder nötig, sofern man noch auf eine Teilnahme am UEFA-Cup hoffen wollte. Dieter Heckings markige Ankündigung, man wolle „dreckiger“ als die Bochumer spielen, blieb eine leere ­ zumindest in Halbzeit eins. Obwohl beiden Teams eine klare Linie fehlte, entwickelte sich indes ein munterer Schlagabtausch in der Anfangsviertelstunde. Erste Möglichkeiten ließen nicht lange auf sich warten. Während Schröters Volleyabnahme knapp über den Balken von Drobnys Tor sauste (3.), riss Epalle auf der Gegenseite bereits die Arme in die Höhe, nachdem er den Ball im Tor von Robert Enke untergebracht hatte. Doch erstickte der Jubel bald, da die Szene bereits wegen Abseits abgepfiffen wurde (9.). Ab der 25. Minute schalteten beide Teams einen Gang runter. Lediglich die Freistöße aus der Kategorie brachial, vorgetragen von Tarnat, sorgten für Aufsehen. Als sich die 22 Akteure dann gedanklich schon in der Pause wähnten, war es der Bochumer Dabrowski, der mit einem genialen Pass in den Rücken der Abwehr Gekas ins Spiel brachte. Dieser ahnte, wie er zu laufen hatte, tauchte plötzlich frei vor dem Tor von Enke auf und schob den Ball zur Bochumer Führung ein (35.). Die „Lebensversicherung“ der Koller-Elf markierte damit ihren 14. Saisontreffer und übernahm die Führung in der Torschützenliste. Als sich Hannover gerade vom Schock des Rückstandes zu erholen schien, leistete sich Cherundolo eine fatale Nachlässigkeit. Bochums Grote nahm ihm den Ball ab und spielte Epalle im Sturmzentrum an. Der Kameruner ließ sich keinesfalls von den beiden letzten verbliebenen Abwehrleuten beeindrucken und zog blitzschnell aus 18 Metern ab. Der Schuss aus halbrechter Position trudelte entgegen der Laufrichtung von Enke zur 2:0-Führung für Bochum ein (42.).

Nach der Pause brachte Dieter Hecking mit Hashemian eine zweite Spitze ins Spiel, doch von einer Spielbelebung konnte nicht die Rede sein. Das erwartete Kampf-Spiel wurde nun zu einem Krampf-Spiel und stellte die Nerven der Zuschauer auf eine harte Probe. Hannover, bemüht den Anschluss zu finden, war jedoch in keinem Moment spielerisch in der Lage, Bochum unter Druck zu setzen. Nicht eine einzige Torchance konnte im zweiten Durchgang notiert werden. Der VfL allerdings spielte kaum hübscher. Das sonst so erfolgreich auf Stürmer Gekas ausgelegte Konterspiel gelang an diesem Abend nicht. Gefühlte 20 Mal stand der Grieche zeternd an der Mittellinie, wenn wieder einmal die Abseitsfahne nach oben ging. Spielerisch bewegte sich die Partie in der gesamten zweiten Hälfte auf unterstem Niveau. Allein die vielen Diskussionen mit Schiedsrichter Fleischer infolge der zerfahrenen und unfairen Spielweise beider Mannschaften, zeugten noch von Tätigkeit auf dem Rasen. Einzig aufregende Situation der zweiten 45 Minuten dann kurz vor dem Ende der Partie: Gekas, einmal nicht im Abseits, stürmte auf das Tor von Enke zu, um im letzten Moment uneigennützig den aufgerückten Misimovic in Szene zu setzen. Allein die fehlende Spritzigkeit des Bosniers verhinderte einen kuriosen Endstand von 3:0 (88.).

Tobias Börner

Spielstatistik VfL Bochum - Hannover 96

VfL Bochum

-

Hannover 96

2:0 (2:0)

Bundesliga 2006/2007, 27. Spieltag
01.04.2007, 17:00 Uhr
rewirpowerSTADION (Bochum), 24.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Helmut Fleischer (Ulm)
Tore
1:0 Theofanis Gekas 35. (Linksschuss, Dabrowski)
2:0 Joel Epalle 42. (Rechtsschuss, Grote)
Wechsel Bochum
Philipp Bönig
für Martin Meichelbeck
(3,0)
(27.)
Pavel Drsek
für Tomasz Zdebel
(3,0)
(60.)
Heiko Butscher
für Anthar Yahia
(―)
(77.)
Wechsel Hannover
Vahid Hashemian
für Szabolcs Huszti
(4,0)
(46.)
Arnold Bruggink
für Jan Rosenthal
(4,0)
(63.)
Erik Jendrisek
für Silvio Schröter
(―)
(69.)
Karten Bochum
Gelb für Tomasz Zdebel
Gelb für Dennis Grote
Gelb für Marcel Maltritz
Gelb für Pavel Drsek
Karten Hannover
Gelb für Michael Tarnat