Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - VfB Stuttgart

Gewaltiges Ausrufezeichen

Einer von vier Stuttgarter Kopfballtorschützen:
Roberto HilbertEiner von vier Stuttgarter Kopfballtorschützen:
Roberto Hilbert

Stuttgart startete überragend und überrollte den HSV wie eine Lawine. Nach einer halben Stunde lag die Platzelf nicht nur 0:3 zurück, sondern spielte auch nur noch zu zehnt und zeigte spielerisch teils bedenklich Parallelen zur Verfassung der Hinrunde. Erst nach dem Wechsel kamen die Hamburger wieder zu sich und konnten immerhin die Schmach noch mildern.

Armin Veh hatte sich eine Menge ausgedacht, um die vermeintlich schwere Auswärtshürde zu nehmen, spielte etwa nur mit einer Spitze, die mit Benni Lauth überraschend ein Ex-Hamburger bekleidete. In den ersten zehn Minuten tat sich gar nichts, doch wie von der Kette gelassen stürmte der VfB dann plötzlich los. Erst flankte Delpierre von rechts auf Cacau, der unter leichtem Schubsen gegen Mathijsen zum 1:0 einköpfte (10.), dann kam Pardo über denselben Flügel und versorgte Khedira, der ebenfalls schulmäßig per Kopf ins Tor traf (13.). Kaum hatte das Spiel angefangen, da stand der HSV mit leeren Händen da und kam obendrein mit dieser Lage überhaupt nicht zurecht. Leichte Bälle schenkten die Hausherren einfach her, während die Schwaben sich munter austobten und nahezu in einen Rausch spielten. Als Mitte des Durchgangs Hitzlsperger in den Strafraum flankte, gelang Hilbert ein so präziser Kopfstoß, dass Rost zum dritten Mal hinter sich greifen musste (27.). Um die Nerven der Hamburger stand es nun nicht optimal. Erst hatte van der Vaart Glück, dass er für ein böses Foul nur Gelb sah, dann brannten dem jungen Ben-Hatira die Sicherungen durch. Mit einem hässlichen Tritt fuhr er Delpierre in die Beine und blickte konsequenterweise in den roten Karton von Lutz Wagner (34.). Als wenig später auch Hitzlsperger zum Duschen musste, durfte sich die Stevens-Elf sogar noch glücklich schätzen. Zur Pause stand sie dennoch vor einem Scherbenhaufen.

Noch immer hatte Hamburg das Ärgste nicht überstanden, denn sehr bald schon stand es sogar 0:4: Völlig ungehindert konnte Meira nach einer Ecke in die Luft steigen und erzielte das vierte Stuttgarter Kopfballtor des Nachmittags (50.) Auch im Anschluss spielte nur der VfB, der mit mehr Konsequenz vielleicht einen historischen Sieg hätte landen können. Als sich die Tribünen schon leerten, bekam der HSV aber noch die Hand an die Notbremse. Trochowski setzte im Mittelfeld zu einem aussichtslosen Schuss an und hatte Glück, dass der Ball ungewollt zum Kollegen Jarolim sprang. Unweit vor dem Tor hatte der nur noch Hildebrand vor sich und verkürzte zum 1:4 (66.). Tatsächlich ging jetzt ein kleiner Ruck durch die Mannschaft, und als Olic mit einem Rechtsschuss sogar noch das 2:4 erreichte, kehrten einige Fans schnell wieder auf ihre Sitze zurück (76.). Um noch mehr zuzulassen, war der VfB allerdings zu stark und musste am Ende gar feststellen, sich mit nur zwei Toren Unterschied etwas unter Wert verkauft zu haben. Zumindest in der ersten Halbzeit hatte Stuttgart tatsächlich das Format eines Deutschen Meisters.

Maik Großmann

Spielstatistik Hamburger SV - VfB Stuttgart

Hamburger SV

-

VfB Stuttgart

2:4 (0:3)

Bundesliga 2006/2007, 28. Spieltag
07.04.2007, 15:30 Uhr
AOL Arena (Hamburg), 57.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Lutz Wagner (Kriftel)
Tore
0:1 Cacau 10. (Kopfball, Delpierre)
0:2 Sami Khedira 13. (Kopfball, Pardo)
0:3 Roberto Hilbert 27. (Kopfball, Hitzlsperger)
0:4 Fernando Meira 50. (Kopfball, Pardo)
1:4 David Jarolim 66. (Linksschuss, Trochowski)
2:4 Ivica Olic 76. (Rechtsschuss, Jarolim)
Wechsel Hamburg
Alexander Laas
für Nigel de Jong
(4,5)
(46.)
Piotr Trochowski
für Mehdi Mahdavikia
(3,5)
(46.)
Ivica Olic
für Boubacar Sanogo
(3,5)
(62.)
Wechsel VfB Stuttgart
Antonio da Silva
für Cacau
(―)
(67.)
Marco Streller
für Benjamin Lauth
(―)
(75.)
Alexander Farnerud
für Roberto Hilbert
(―)
(90.)
Karten Hamburg
Gelb für Rafael van der Vaart
Rot für Änis Ben-Hatira (34.)
Karten VfB Stuttgart
Rot für Thomas Hitzlsperger (43.)
Gelb für Ludovic Magnin