Nicht mehr ganz so beliebt in Mainz: Michael ThurkMan hatte sich verbal in Stellung gebracht: Fans, Spieler und selbst die Vereinspräsidenten. Den besonderen Reiz erhielt das ohnehin schon brisante Derby indes durch den Wechsel von Michael Thurk. Von Mainz nach Frankfurt, von Rheinland-Pfalz nach Hessen, nur wenige Kilometer weiter wie umkämpft die Vormachtstellung in der Region ist, das zeigte auch der sportliche Vergleich, der 1:1 (0:1) unentschieden endete.
„Wenn ich in Mainz treffe, kann man sagen, dass ich mir das aufgehoben habe“, sagte die Person, an der sich die Geister schieden im Vorfeld der Partie. Michael Thurk ließ seiner vollmundigen Ankündigung jedoch keine Taten, geschweige denn Tore folgen. Es war ein blasser Auftritt. Als der Neu-Frankfurter dann zwölf Minuten vor Schluss ausgewechselt wurde, verzeichnete die Statistik nur einen mageren Versuch (57.), sich doch noch in die Schlagzeilen zu schießen. Darauf hatten die einen gewartet, die es mit der Eintracht halten, genauso wie es die anderen befürchtet hatten, die sich die Finger wund pfiffen, um Thurk noch mal hören zu lassen, was sie vom Theater rund um seinen Wechsel hielten. Auch nach dem dritten Spiel im Dress der Eintracht blieb er ohne den erhofften Torerfolg.
Die Mainzer mussten sich im Nachhinein vielleicht mehr darüber ärgern, dass sie die Anfangsphase komplett verschliefen und die agilen Frankfurter immer wieder dazu einluden, schnell und direkt in die Spitze zu spielen. Folgerichtig war der Führungstreffer der Eintracht durch Amanatidis (25.), der eine Flanke aus dem linken Halbfeld einnickte und den zu weit aufgerückten Mainzer Keeper überlistete. Die ersten Mainzer Angriffsbemühungen hingegen scheiterten einmal am Pfosten und mehrmals am gut aufgelegten Markus Pröll, der sich besonders bei Fernschüssen immer wieder auszeichnen konnte.
Nach dem Seitenwechsel kamen der Regen und die Mainzer endlich besser ins Spiel. Ein weiterer Aluminiumknaller weckte zunächst die Hoffnungen der Mainzer Fans, von denen einige die Geschäftstelle mit Zelten belagert hatten, um an die begehrten Tickets zu kommen. Und als sich die Eintracht dem letztlich überfälligen Ausgleich mit mehr Härte entgegen stemmte, dafür mit Gelb-Rot für Spycher (64.) bestraft wurde, da fiel dieser doch noch durch Jovanovic (82.). Vasoski sah kurz vor Ende noch glatt Rot (88.), danach war zwar ein hitziges, aber nicht wie befürchtet unfaires Derby vorbei. Die Punkteteilung ging in Ordnung. Nur Thurk musste sich überlegen, ob er in Zukunft nicht lieber mit Toren statt mit kernigen Sprüchen glänzen wollte, um die 1,5 Millionen Ablöse zu rechtfertigen.
Paul Linke
1. FSV Mainz 05
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 0:1 | Ioannis Amanatidis | 25. | (Kopfball, Streit) |
| 1:1 | Ranisav Jovanovic | 84. | (Kopfball, Pekovic) |
Aufstellung Mainz![]() |
|
|---|---|
| Dimo Wache | (3,5) |
| Du-Ri Cha | (4,0) |
| Manuel Friedrich | (4,0) |
| Nikolce Noveski | (4,0) |
| Marco Rose | (4,0) |
| Fabian Gerber | (4,0) |
| Milorad Pekovic | (2,5) |
| Markus Feulner | (3,0) |
| Mimoun Azaouagh | (4,0) |
| Tobias Damm | (4,5) |
| Bakary Diakité | (3,0) |
Aufstellung Frankfurt |
|
|---|---|
| Markus Pröll | (3,0) |
| Marco Russ | (3,5) |
| Daniyel Cimen | (4,0) |
| Aleksandar Vasoski | (3,5) |
| Patrick Ochs | (4,0) |
| Benjamin Huggel | (2,5) |
| Alexander Meier | (4,0) |
| Christoph Spycher | (5,0) |
| Albert Streit | (3,5) |
| Ioannis Amanatidis | (3,0) |
| Michael Thurk | (4,5) |
Wechsel Mainz![]() |
|
|---|---|
| Chadlj Amri für Fabian Gerber |
(3,5) (46.) |
| Edu für Tobias Damm |
(4,0) (59.) |
| Ranisav Jovanovic für Du-Ri Cha |
(―) (75.) |
Wechsel Frankfurt |
|
|---|---|
| Christoph Preuß für Albert Streit |
(―) (67.) |
| Marko Rehmer für Michael Thurk |
(―) (78.) |
| Benjamin Köhler für Alexander Meier |
(―) (85.) |
Karten Mainz![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Mimoun Azaouagh |
| Gelb für | Markus Feulner |
| Gelb für | Marco Rose |
Karten Frankfurt |
||
|---|---|---|
| Gelb-Rot für | Christoph Spycher | (64.) |
| Rot für | Aleksandar Vasoski | |
Trainer Mainz![]() |
|---|
| Jürgen Klopp |
Trainer Frankfurt |
|---|
| Friedhelm Funkel |