Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Bayern München - 1. FC Nürnberg

Alles nicht mehr wie früher

Zeigte ein unbekanntes Gesicht: Roy MakaayZeigte ein unbekanntes Gesicht: Roy Makaay

Das offizielle Topspiel hatte eigentlich nur die Tabelle begradigen sollen, doch Nürnberg wollte keine Eintagsfliege sein. Wie die Löwen kämpften die Franken in München und stellten sich dabei nicht einmal nur hinten rein. Bayern dagegen war zwar durchweg spielbestimmend und dem entscheidenden Tor oft sehr nahe, doch es fehlten der letzte Biss und vor allem die Konzentration im Abschluss.

Eine halbe Ewigkeit war es her, dass Nürnberg in München mal etwas gerissen hatte, doch schon die Anfangsminuten belegten einen neuen Trend im meist so ungleichen Derby. Die ersten beiden Torchancen des Spiels, sie gehörten den Franken. Erst köpfte Banovic nach einer Linksflanke knapp über den Querbalken (5.), wenig später war es wieder der Kroate, der Kahn mit einem hübschen Volleyschuss einen Schrecken einjagte. Wie schon in Bochum brauchten die Bayern eine ganze Weile, um mit Gegner und Spielgerät warm zu werden. Eine Doppelchance van Buytens und Schweinsteigers forderte Raphael Schäfer zu zwei Glanztaten heraus, als etwa eine Viertelstunde absolviert war. Das Spiel der Hausherren blieb behäbig und umständlich. Während die Franken sich wie eine Soldatenfront aufreihten und einander jeden Fehler ausbügelten, lebten Bayerns Aktionen von einzelnen Geistesblitzen. Ein Versuch von Salihamidzic war so einer, der Schäfer vom rechten Strafraumeck prüfte, nachdem er dort Glauber ausgetanzt hatte (27.). Doch Nürnberg war schlau genug, sich nicht hinten reindrängen zu lassen, sondern mitzuspielen. Kurz vor dem Wechsel war sogar die Gästeführung wieder möglich, aber Markus Schroth verfehlte den Ball zu knapp, den abermals Banovic gekonnt in den Strafraum gegeben hatte (40.).

Die zweite Hälfte begann ganz anders als die erste, denn jetzt war der Club noch etwas schläfrig, während die Bayern die Gemüter schnell beruhigen wollten. Schon nach drei Minuten sollte es dann auch so weit sein. Schweinsteiger spitzelte den Ball geschickt durch die Gasse zu Makaay, der wie in Bochum bislang nicht zu sehen gewesen war, Keeper Schäfer austanzte und aus zwei Metern nur noch einschieben musste. Die Tormusik ertönte schon und das Netz wackelte auch, doch es war das Unfassbare geschehen: Roy Makaay, die eiskalte Tormaschine, hatte am leeren Tor vorbei geschossen. Dennoch war damit ein Zeichen gesetzt; die Hausherren schnürten den Club jetzt ein und ließen ihn nur noch selten einmal ausbüchsen. Vor allem Scholl und Podolski belebten das Offensivspiel, wofür Felix Magath den unseligen Makaay und den defensiven Ottl geopfert hatte. Großchancen blieben trotzdem Mangelware. Nach 70 Minuten erst war Schäfer wieder ernsthaft gefordert, als er erst einen Hammer von Santa Cruz und dann auch Podolskis Nachschuss parieren musste. Zweimal noch trat Mehmet Scholl in Aktion, schoss erst selbst aus guter Position drüber und legte dann viel versprechend quer auf Pizarro. Doch Glauber konnte noch dazwischenfahren (81.). Auch wenn Nürnbergs Kampf einen Punkt verdiente, so lag das goldene Tor doch stets in der Luft. Der gemeine Fußballkenner war sich sicher, dass die Bayern noch irgendwie ein Tor zustanden bringen würden. Dass es aber nicht so kam wie in früheren Jahren, es lag an beiden Mannschaften.

Maik Großmann

Spielstatistik FC Bayern München - 1. FC Nürnberg

FC Bayern München

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1. FC Nürnberg

0:0 (0:0)

Bundesliga 2006/2007, 3. Spieltag
26.08.2006, 15:30 Uhr
Allianz Arena (München), 69.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Tore
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Wechsel B. München
Mehmet Scholl
für Andreas Ottl
(3,0)
(57.)
Lukas Podolski
für Roy Makaay
(4,0)
(57.)
Claudio Pizarro
für Roque Santa Cruz
(―)
(79.)
Wechsel Nürnberg
Jan Kristiansen
für Jan Polak
(―)
(75.)
Marek Mintál
für Ivica Banovic
(―)
(79.)
Karten B. München
Gelb für Willy Sagnol
Gelb für Hasan Salihamidzic
Karten Nürnberg
Gelb für Andreas Wolf