Degradierte seine Gegenspieler
Aachen präsentierte an der Leine teilweise herrlichen Konterfußball und kam mit dem Erfolg spürbar in der Bundesliga an. Bei den Niedersachen stehen die Zeichen nach drei Niederlagen und elf Gegentoren frühzeitig auf Sturm.
Die Anfangsphase in der AWD-Arena verlief für die 96er noch vielversprechend. Ein gefährlicher Kopfstoß von Hashemian und ein Schuss ans Außennetz von Husti machten durchaus Hoffnung. Aachen tat sich zunächst im Spielaufbau sehr schwer, landete aber mit dem ersten konstruktiven Ausflug in die gegnerische Hälfte einen nachhaltigen Paukenschlag. Rösler hatte Schlaudraff auf die Reise geschickt, der Torhüter Enke elegant überlupfte und mühelos zum 0:1 vollendete (15.). Damit war der Spielverlauf der ersten Viertelstunde komplett auf den Kopf gestellt. Die Gastgeber wirkten nach dem unerwarteten Rückstand konsterniert, was sie lange Zeit nicht in die Lage versetzte, den Deckungsverband der Alemannen entscheidend aus den Angeln zu heben. Aachen kontrollierte das Geschehen, setzte aber nicht entscheidend nach. Dies hätte sich gegen Ende der ersten Halbzeit fast gerächt, als die Niedersachsen nochmals die Gangart verschärften. Doch weder Stajner noch Husti brachten die Kugel am sicheren Straub vorbei.
Die guten Vorsätze der Hausherren zu Beginn des zweiten Abschnitts waren schon nach wenigen Sekunden fast vollständig über den Haufen geworfen. Ein weiter Diagonalpass von Fiel aus der eigenen Hälfte fand auf der halblinken Seite den völlig freien Dum. Dieser erkannte auf seinem Weg zum Sechzehner den unglücklichen Ausrutscher von Enke und schob kühl in die kurze Ecke ein (46.). Das Bemühen um den sofortigen Anschlusstreffer führte bei Hannover zu einer verunglückten Flanke von Hashemian und einem Kopfball von Stajner, bei dem erneut Straub seine große Klasse bewies. Im weiteren Verlauf waren jedoch die Konter der Aachener deutlich gefährlicher als das ideenlose Anrennen der Heimelf. Ein grandioser Spurt von Schlaudraff über die rechte Außenbahn war schließlich Ausgangspunkt für das 3:0 von Plaßhenrich für die Alemannia (72.), die nach über 36 Jahren erstmals wieder einen Sieg in der obersten deutschen Fußballliga einfuhr. Die totale Resignation der Neururer-Elf war in den Schlussminuten unverkennbar.
Kai Endres
Hannover 96
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 0:1 | Jan Schlaudraff | 15. | (Rechtsschuss, Rösler) |
| 0:2 | Sascha Dum | 46. | (Linksschuss, Fiél) |
| 0:3 | Reiner Plaßhenrich | 72. | (Rechtsschuss, Schlaudraff) |
Aufstellung Hannover![]() |
|
|---|---|
| Robert Enke | (4,5) |
| Steven Cherundolo | (5,5) |
| Dariusz Zuraw | (5,0) |
| Frank Fahrenhorst | (4,5) |
| Christoffer Andersson | (5,5) |
| Altin Lala | (4,5) |
| Hanno Balitsch | (5,5) |
| Szabolcs Huszti | (4,0) |
| Arnold Bruggink | (5,5) |
| Jirí Stajner | (4,5) |
| Vahid Hashemian | (5,5) |
Aufstellung Aachen |
|
|---|---|
| Stephan Straub | (2,0) |
| Sergio Pinto | (3,5) |
| Alexander Klitzpera | (3,5) |
| Moses Sichone | (3,5) |
| Jeffrey Leiwakabessy | (3,5) |
| Cristian Fiél | (3,0) |
| Reiner Plaßhenrich | (3,5) |
| Sascha Rösler | (2,5) |
| Sascha Dum | (2,0) |
| Jan Schlaudraff | (1,5) |
| Marius Ebbers | (4,0) |
Wechsel Hannover![]() |
|
|---|---|
| Gunnar Thorvaldsson für Arnold Bruggink |
(―) (66.) |
| Silvio Schröter für Steven Cherundolo |
(―) (67.) |
Wechsel Aachen |
|
|---|---|
| Laurentiu-Aurelian Reghecampf für Sascha Rösler |
(―) (74.) |
| Matthias Lehmann für Sascha Dum |
(―) (79.) |
| Vedad Ibisevic für Jan Schlaudraff |
(―) (83.) |
Karten Hannover![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Altin Lala |
| Gelb für | Frank Fahrenhorst |
Karten Aachen |
|
|---|---|
| Gelb für | Sergio Pinto |
| Gelb für | Sascha Dum |
Trainer Hannover![]() |
|---|
| Peter Neururer |
Trainer Aachen |
|---|
| Dieter Hecking |