Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - Borussia Dortmund

Tristesse in der Hauptstadt

Hinten unterbeschäftigt und vorn erfolgreich:
Markus BrzenskaHinten unterbeschäftigt und vorn erfolgreich:
Markus Brzenska

Vor dem Anpfiff hatte Hertha noch berechtigte Hoffnung auf den UEFA-Cup, doch rückte nach einer erneut trostlosen Vorstellung eher die Abstiegszone in Betracht. Dortmund spielte im ersten Durchgang nicht viel besser, steigerte sich aber nach dem Wechsel gerade genug, um alle Punkte mit nach Hause zu nehmen. Dabei wurden die Borussen sogar noch um ein reguläres Tor betrogen.

Dortmund startete enorm zurückhaltend und baute die eigentlich harmlosen Gastgeber immer wieder mit Abspielfehlern auf. Nach zehn Minuten patzten erst Tinga und dann Wörns, wodurch sich Dardai und Gilberto gehbare Wege zum Torerfolg öffneten. Beide aber nahmen die Geschenke nicht an. Zumindest feldüberlegen spielte die Hertha die ganze Zeit, nur hielten sich Tempo und Laufbereitschaft in äußerst überschaubarem Rahmen. So kroch die Partie ereignislos vor sich bin, bis endlich Bastürk nach einer halben Stunde mal für Unruhe sorgte. Sein Schuss von der Strafraumkante rollte aber knapp neben dem linken Pfosten vorbei. Fünf Minuten später traf Dejagah mit einem Freistoß sogar die Latte. Trotzdem blieb es bis zum Seitenwechsel eine schrecklich langweilige Partie, deren gewaltige Kulisse von über 60.000 schlicht überzogen wirkte.

Immerhin eine Mannschaft hatte mit Wiederbeginn dann ein Einsehen. Überraschenderweise handelte es sich dabei aber um Dortmund. Frei (47.) und Tinga (48.) vergaben direkt die ersten Dortmunder Chancen des ganzen Spiels, bevor sich Brzenska zwei Minuten später dann in der Luft behauptete und nach einer Ecke auch tatsächlich ins Tor traf. Bei den Berlinern lief in den nächsten Minuten noch weniger zusammen als vorher. Der inzwischen einzige Stürmer Gimenez blieb völlig ohne Bindung, weil aus dem Mittelfeld rein gar nichts Verwertbares angeboten wurde. Als die Hausherren dann notgedrungen doch offensiver wurden, hatte das lediglich zur Folge, dass der BVB verstärkt konterte. Schon Tinga kam dem 0:2 sehr nahe, als er im letzten Moment von van Burik noch gestoppt werden konnte (66.). Nach einem feinen Zuspiel von Smolarek lief Alex Frei dann sogar allein auf Fiedler zu und verwandelte auch kühl zur vermeintlichen Vorentscheidung. Obwohl der Assistent nicht die Fahne gehoben hatte, entschied Schiri Sippel aber auf Abseits und gab den Treffer nicht, womit er einen großen Fehler machte. Weil der Hertha bis zum Ende nichts mehr einfiel, reichte es aber auch so zum erleichternden Auswärtssieg, ohne den die Borussia wegen der anderen Resultate wieder auf einen Abstiegsplatz gerutscht wäre. Hertha dagegen brachte das Kunststück fertig, trotz der Niederlage um einen Platz nach oben zu klettern. Die Hoffnung auf einen Europapokalplatz sank nach dieser trüben Darbietung dennoch auf den Nullpunkt.

Maik Großmann

Spielstatistik Hertha BSC - Borussia Dortmund

Hertha BSC

-

Borussia Dortmund

0:1 (0:0)

Bundesliga 2006/2007, 30. Spieltag
21.04.2007, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 64.400 Zuschauer
Schiedsrichter: Peter Sippel (München)
Tore
0:1 Markus Brzenska 50. (Kopfball, Kruska)
Wechsel Hertha BSC
Patrick Ebert
für Marko Pantelic
(4,5)
(46.)
Jerome Boateng
für Dick van Burik
(―)
(74.)
Chinedu Ede
für Ashkan Dejagah
(―)
(74.)
Wechsel Dortmund
Nuri Sahin
für Steven Pienaar
(―)
(86.)
Daniel Gordon
für Tinga
(―)
(89.)
Nelson Valdez
für Alexander Frei
(―)
(90.)
Karten Hertha BSC
Gelb für Mineiro
Karten Dortmund
Gelb für Marc-André Kruska