Für Nürnbergs Verteidiger einfach zu schnell:
Leverkusen beendete seine Krise genauso abrupt wie sie eingetreten war. Nach mühevollem Beginn setzte Schneider ein immer einseitigeres Spiel in Bewegung, in dem Nürnberg niemals wirklich Anstalten machte, sich gegen die Niederlage zu wehren. Als Bayers Kapitän noch ein zweites Mal traf, war die Partie schon entschieden.
Pünktlich zum Treffen mit den Ex-Kollegen hatte Stefan Kießling seine Rotsperre abgesessen, stürmte aber überraschend nicht an der Seite von Barbarez, dem Michael Skibbe eine Auszeit aufbrummte. Spielerisch wirkte Bayer zu Beginn eher geschwächt, doch waren es auch die Nürnberger, die mit ihrem tempoarmen Spiel das Niveau herunterzogen. Ihnen waren deutlich die Mühen des DFB-Pokal-Halbfinales anzumerken. Als die Platzelf ohne jede Vorwarnung in Führung ging, wurde das Spiel besser. Nach einem öffnenden Pass von Voronin flitzte Schneider im hohen Tempo auf Schäfer zu und überwand Nürnbergs Torwart im richtigen Moment mühelos (19.). Vier Minuten später hätte Kießling schon auf 2:0 erhöhen können, doch schoss er aus zwölf Metern Entfernung statt gegen den Ball nur in die Luft. Nach einer Weile fanden auch die Gäste endlich zu sich und verbuchten bis zum Seitenwechsel ihre beste Phase des ganzen Spiels. Mit etwas mehr Präzision hätten Pagenburg (37.) oder auch Wolf (44.) den Ausgleich erzielen können. Grundsätzlich machte Bayer aber sehr wenig Fehler und nahm den dünnen Vorsprung letztlich sicher mit in die Pause.
Je länger das Spiel dann dauerte, desto mehr hingen die Gäste durch. Nach einer knappen Stunde wollte Hans Meyer mit einem Doppelwechsel ein Zeichen setzte, musste dann aber erleben, wie seine Mannschaft erneut auf die Nase fiel. Wieder hieß der Torschütze Schneider, der diesmal kurz vor dem Strafraum an den Ball kam, von Wolf nicht behindert wurde und die Kugel nach einem gekonnten Solo butterweich im Tor ablegte (59.). Nürnbergs Sturmleistung blieb auch im Anschluss eine große Enttäuschung, so dass Leverkusen den Vorsprung ohne Mühe verteidigen und weiterhin selbst angreifen konnte. Freier (78./80.) und Castro (87.) vergaben drei hervorragende Möglichkeiten, um das Spiel noch höher zu gewinnen, was allerdings Schäfer jeweils zu verhindern wusste. Dennoch stand am Ende ein überzeugender Sieg, der Bayer vorerst wieder an Nürnberg vorbeiziehen ließ. Aufgrund des erreichten Pokalfinales und der ohnehin winkenden UEFA-Cup-Teilnahme konnten die Franken dies allerdings verkraften.
Maik Großmann
Bayer Leverkusen
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 1:0 | Bernd Schneider | 19. | (Rechtsschuss, Voronin) |
| 2:0 | Bernd Schneider | 59. | (Rechtsschuss, Castro) |
Aufstellung Leverkusen![]() |
|
|---|---|
| René Adler | (3,0) |
| Gonzalo Castro | (2,0) |
| Jan-Ingwer Callsen-Bracker | (2,5) |
| Juan | (3,0) |
| Fredrik Stenman | (3,0) |
| Pirmin Schwegler | (2,5) |
| Bernd Schneider | (1,5) |
| Simon Rolfes | (3,0) |
| Tranquillo Barnetta | (3,5) |
| Stefan Kießling | (4,5) |
| Andrej Voronin | (3,0) |
Aufstellung Nürnberg |
|
|---|---|
| Raphael Schäfer | (2,5) |
| Michael Beauchamp | (3,5) |
| Andreas Wolf | (4,5) |
| Glauber | (4,5) |
| Horacio Javier Pinola | (3,0) |
| Jan Polak | (3,5) |
| Tomás Galásek | (3,0) |
| Chhunly Pagenburg | (4,5) |
| Marco Engelhardt | (4,5) |
| Markus Schroth | (5,0) |
| Ivan Saenko | (4,0) |
Wechsel Leverkusen![]() |
|
|---|---|
| Paul Freier für Stefan Kießling |
(3,5) (62.) |
| Sergej Barbarez für Bernd Schneider |
(―) (85.) |
Wechsel Nürnberg |
|
|---|---|
| Matthew Spiranovic für Glauber |
(4,5) (58.) |
| Ivica Banovic für Marco Engelhardt |
(4,5) (58.) |
| Gerald Sibon für Chhunly Pagenburg |
(4,0) (63.) |
Karten Leverkusen![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Stefan Kießling |
| Gelb für | Andrej Voronin |
Karten Nürnberg |
|
|---|---|
| Gelb für | Andreas Wolf |
| Gelb für | Tomás Galásek |
Trainer Leverkusen![]() |
|---|
| Michael Skibbe |
Trainer Nürnberg |
|---|
| Hans Meyer |