Drei gute Argumente für die Anfangself:
Die vermeintlich hohe Hürde Berlin wusste Werder ohne große Mühe zu nehmen. Gleich eine der ersten Chancen nutzten die Bremer zur Führung und profitierten im Anschluss von einer Roten Karte gegen Simunic, die Herthas defensive Taktik zusätzlich zerstörte. Nach dem Wechsel kombinierten die Gäste nach Lust und Laune und steckten die Alte Dame locker in die Tasche. Das 1:4 war noch ein gnädiges Urteil.
Wie jede Woche musste Thomas Schaaf gewaltig umbauen, weil zwar Fritz und Wiese in den Kader zurückkehrten, nun aber Almeida, Hunt und auch Naldo wegen Gelbsperren fehlten. Die neue Viererkette mit Baumann und Pasanen im Zentrum wurde anfangs kaum erprobt, weil die Hertha erstens nur mit einer Spitze spielte und zweitens reichlich harmlos blieb. Die tempoarme Anfangsphase bestimmte der Tabellendritte, und nach der ersten gelungenen Kombination gingen die Bremer auch gleich in Führung. Der eifrige Owomoyela passte klug auf Rosenberg, der aus 20 Metern abzog und Fiedler mit seinem eher unplatzierten Schuss alt aussehen ließ (19.). Spielerisch behielten die Gäste ein klares Übergewicht, und auch personell kam bald noch eines hinzu. Einen hohen Ball im Mittelfeld versuchte Simunic nicht mit dem Kopf zu erreichen, sondern sprang mit ausgefahrenem Fuß hinein. Dabei übersah er jedoch den heranrauschenden Schulz und traf ihn unglücklich mitten ins Gesicht Schiri Fandel entschied sofort auf Rot (35.). Zwar musste der Bremer mit starker Blutung ins Krankenhaus, ansonsten entstand für Werder aber eine günstige Lage. Schon vor dem Wechsel hätten die Hanseaten dem unsicheren Gegner weitere Tore einschenken können, außerdem ließ sich die dünne Führung ohne jede Ausgleichsgefahr verwalten.
Lange wiederum konnten sich die zehn Berliner den starken Werder-Sturm nicht vom Hals halten. Gleich mit Wiederbeginn präsentierten die Gäste ein Offensivspiel allerfeinster Prägung und ließen keinerlei Zweifel aufkommen, dass die drei Punkte auf ihr Konto gehörten. Einen Lupfer von der Strafraumkante erlief sich Baumann an der Torauslinie, drehte sich kurz und legte blind zurück in den Rückraum. Mehrere Berliner blieben angewurzelt stehen und bestaunten Rosenberg, wie er aus elf Metern zum 0:2 traf (50.). Schön anzusehen war auch das dritte Tor, das nur zehn Minuten später fiel. Frings passte kurz auf Klose, der seine Brust einsetzte, um das Leder an Diego zu übergeben. Auf dem Weg zum Tor schüttelte der noch einen Abwehrspieler ab und hatte aus kurzer Distanz auch mit Fiedler kein Problem. Hertha war eigentlich mausetot, überraschte die lässigen Bremer aber mit dem sofortigen Anschlusstor, bei dem sich Gilberto gleich gegen fünf Gegenspieler durchsetzte und allein vor Wiese flach ins linke Eck traf (61.). Es folgte die einzige Phase, in der Werder ein wenig wackelte, nachdem aber Bastürk die große Chance zum 2:3 vergeben hatte (66.), sprang der Motor sofort wieder an. Allein Klose kam noch zweimal frei zum Schuss, der eingewechselte Vranjes wollte es mit einem Lupfer außerdem zu schön machen. So musste erneut Rosenberg den Sack dann verschnüren, als er als Letzter in einer schönen Kombination flach aus dem Stand ins Netz traf (82.). Auch ein höherer Sieg war noch möglich, doch die Bremer entschieden sich für den Energiesparmodus und ließen es beim 1:4 bewenden. Mit einer erstaunlich starken Vorstellung meldeten sie sich eindrucksvoll im Titelkampf zurück, wogegen sich die Hertha ein weiteres Mal für den UEFA-Cup disqualifizierte.
Maik Großmann
Hertha BSC
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 0:1 | Markus Rosenberg | 19. | (Rechtsschuss, Owomoyela) |
| 0:2 | Markus Rosenberg | 50. | (Rechtsschuss, Baumann) |
| 0:3 | Diego | 60. | (Rechtsschuss, Klose) |
| 1:3 | Gilberto | 61. | (Rechtsschuss, Dejagah) |
| 1:4 | Markus Rosenberg | 82. | (Rechtsschuss, Diego) |
Aufstellung Hertha BSC![]() |
|
|---|---|
| Christian Fiedler | (4,0) |
| Arne Friedrich | (4,5) |
| Dick van Burik | (5,0) |
| Josip Simunic | (6,0) |
| Malik Fathi | (4,5) |
| Ashkan Dejagah | (3,5) |
| Mineiro | (4,5) |
| Yildiray Bastürk | (4,0) |
| Pal Dardai | (4,5) |
| Gilberto | (3,0) |
| Christian Gimenez | (5,0) |
Aufstellung Bremen |
|
|---|---|
| Tim Wiese | (3,0) |
| Clemens Fritz | (3,0) |
| Petri Pasanen | (3,0) |
| Frank Baumann | (3,5) |
| Pierre Womé | (3,0) |
| Patrick Owomoyela | (2,5) |
| Torsten Frings | (2,5) |
| Christian Schulz | (3,5) |
| Diego | (2,0) |
| Miroslav Klose | (2,5) |
| Markus Rosenberg | (1,0) |
Wechsel Hertha BSC![]() |
|
|---|---|
| Jerome Boateng für Arne Friedrich |
(4,5) (46.) |
| Marko Pantelic für Christian Gimenez |
(4,0) (55.) |
| Chinedu Ede für Pal Dardai |
(―) (75.) |
Wechsel Bremen |
|
|---|---|
| Daniel Jensen für Christian Schulz |
(3,0) (38.) |
| Jurica Vranjes für Patrick Owomoyela |
(―) (67.) |
| Kevin Schindler für Miroslav Klose |
(―) (85.) |
Karten Hertha BSC![]() |
||
|---|---|---|
| Gelb für | Yildiray Bastürk | |
| Rot für | Josip Simunic | (35.) |
Karten Bremen |
|
|---|---|
| Gelb für | Patrick Owomoyela |
| Gelb für | Petri Pasanen |
Trainer Hertha BSC![]() |
|---|
| Karsten Heine |
Trainer Bremen |
|---|
| Thomas Schaaf |