Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Schalke 04 - 1. FC Nürnberg

Zunehmend titelverdächtig

Einmal mehr Schalkes Erlöser:
Kevin KuranyiEinmal mehr Schalkes Erlöser:
Kevin Kuranyi

Nürnberg ärgerte den Tabellenführer mit einer strikt defensiven Ausrichtung und war lange nur über Standardsituationen zu knacken. Als Kuranyi nach einer Stunde trotzdem zur fälligen Führung traf, geriet der Sieg nie wieder in Gefahr, weil Schalke souverän verwaltete und die zahmen Franken am Boden hielt. Die Meisterschaft war damit weiterhin aus eigener Kraft möglich.

Genau wie die Knappen hatte Nürnberg bislang erst 29 Gegentreffer kassiert und begann die Partie so, als dürfte sich dies auch keinesfalls ändern. Bis auf einige Alibiangriffe zu Beginn schoss der Club kaum einmal Mal zwingend aufs Tor, konzentrierte sich statt dessen auf seine kompakte Defensive und versuchte Schalke so zu zermürben. Tatsächlich machte Königsblau das Probleme. Erst nach 20 Minuten musste Schäfer erstmals eingreifen, dafür aber auch zweimal in Folge, weil Kuranyi erst zum Schuss und gleich danach zum Kopfball kam (22.). Wenig später vergab Saenko Nürnbergs einzige gute Möglichkeit des ersten Durchgangs. Bis zur Pause gelang den Knappen nicht mehr viel, was zur Folge hatte, dass sich ungewöhnliche Stille in der Arena ausbreitete. Mit jedem nicht funktionierenden Angriff nahm die Nervosität zu, und Nürnberg tat der Platzelf nicht den Gefallen, einen offenen Schlagabtausch einzugehen. Bordon wäre es dennoch fast gelungen, den Tresor zu knacken, als er nach einem der vielen Lincoln-Freistöße heranrauschte und knapp neben das Tor köpfte (39.). Weil Stuttgart zeitgleich in Führung lag, war Schalke zur Pause nicht mehr Tabellenführer.

Mit Wiederbeginn wurde alles anders, weil S04 nun erheblich giftiger zur Sache ging und deutlich zu verstehen gab, dass alles andere als ein Heimsieg nicht in Frage kam. Rodriguez köpfte Schäfer gleich einen scharfen Ball aufs Tor (52.) und sechs Minuten später noch einen zweiten, den Nürnbergs Keeper mit einer Glanztat noch gerade von der Linie schaufelte. Auch einen Elfmeter hätte Schalke bald bekommen können, doch Schiri Meyer reichte Beauchamps Zupfer an Kuranyis Trikot dafür nicht aus. Schalke indes brauchte den Schiedsrichter nicht, weil wenig später ohnehin das goldene Tor fiel. Asamoah behauptete den Ball am äußeren Strafraum und legte ab auf Altintop, dessen Flanke maßgerecht auf Kuranyis Schädel tropfte ­ leicht bedrängt von Wolf erzielte der Nationalstürmer sein zehntes Saisontor (64.). Mehr als je zuvor bestimmten die Gastgeber nun das Spiel und vergaben noch weitere gute Chancen. Allein Kuranyi hätte noch mehrfach treffen können (69./72./88.). Obwohl die Vorentscheidung offiziell nicht fiel, stand das Spiel dennoch nie auf Messers Schneide, weil Nürnberg zu wenig riskierte und zu keiner Zeit den unbedingten Willen aufbrachte, aus Gelsenkirchen etwas mitzunehmen. Dass Galasek kurz vor Schluss noch vom Platz flog, hatten die Franken trotzdem nicht verdient, denn bei der vermeintlichen Notbremse an Altintop lag keine Berührung vor (83.). Während die Weinroten dennoch im UEFA-Cup landen sollten, stand Schalke nach dem dünnen Sieg näher denn je vor der Meisterschaft. Noch zwei Siege, und die Knappen wären durch.

Maik Großmann

Spielstatistik FC Schalke 04 - 1. FC Nürnberg

FC Schalke 04

-

1. FC Nürnberg

1:0 (0:0)

Bundesliga 2006/2007, 32. Spieltag
05.05.2007, 15:30 Uhr
Veltins-Arena (Gelsenkirchen), 61.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tore
1:0 Kevin Kuranyi 64. (Kopfball, Altintop)
Wechsel Schalke
Mesut Özil
für Levan Kobiashvili
(3,0)
(46.)
Halil Altintop
für Gerald Asamoah
(―)
(67.)
Gustavo Antonio Varela
für Lincoln
(―)
(88.)
Karten Schalke
Gelb für Marcelo José Bordon
Karten Nürnberg
Gelb für Horacio Javier Pinola
Rot für Tomás Galásek (82.)
Gelb für Michael Beauchamp