Bundesliga

Spieltag

Spielbericht SV Werder Bremen - Eintracht Frankfurt

Noch keine Top-Mannschaft

Schoss die Eintracht endgültig aus dem Abstiegskampf: Ioannis AmanatididsSchoss die Eintracht endgültig aus dem Abstiegskampf: Ioannis Amanatidids

Vielleicht ist Torsten Frings ein Seher, vielleicht kannte er auch einfach nur seine Pappenheimer. Jedenfalls hatte er das enttäuschende Bremer Saisonfinale vorausgeahnt, und als wäre die Richtigkeit seiner Ahnung etwas, woran er sich in den Tagen der Enttäuschung noch festhalten konnte, repetierte er sie in die Mikrofone: „Ich habe schon in der Winterpause gesagt, dass wir uns nur selbst schlagen können.“ Und er fügte hinzu: „Das ist nun geschehen, wir haben es selbst verpennt.“

Die 1:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt unterlief den Bremern nicht nur zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, sie war auch schon die fünfte Saisonpleite auf eigenem Platz. Und wie in ähnlich wichtigen Spielen zuvor, etwa gegen den FC Barcelona in der Champions-League, gegen Espanyol Barcelona im Uefa-Cup und unlängst gegen Bielefeld in der Bundesliga, verkrampften sie unter Druck vollends. Zweikampfschwach und ideenlos liefen sie dem frühen Rückstand durch Ioannis Amanatidis (14. Minute) hinterher. Der Ausgleich durch Aaron Hunt nach recht ansehnlicher Vorarbeit von Markus Rosenberg (34.) ließ zwar so etwas wie Hoffnung aufkeimen, den Platzherren gelang es jedoch nicht, diese auch in koordinierte Aktionen umzuwandeln. So verflog die Hoffnung alsbald wieder, und nachdem Abwehrchef Naldo bei einem Klärungsversuch ein Eigentor unterlaufen war (69.), brachten sie noch nicht einmal mehr den Mut der Verzweiflung auf. Wie Ölgötzen ließen sie die letzten Minuten, die noch eine vage Chance auf die Rückkehr ins Meisterrennen enthielten, verstreichen und unterlagen am Ende den tapfer ackernden Frankfurtern verdient mit 1:2.

Möglicherweise ging den Bremern erst in Katakomben auf, dass sie mit ihrem pomadigen Auftritt nicht nur die Meisterschaft, sondern auch die direkte Qualifikation für die Champions-League aus der Hand gegeben hatten. Nur im Falle eines Punktgewinns von Arminia Bielefeld beim FC Schalke 04 am letzten Spieltag und einem eigenen Sieg in Wolfsburg war der zweite Rang noch erreichbar. Dementsprechend gallig motzte Sportdirektor Klaus Allofs, der unter der Woche durch Vertragsverlängerungen mit Frings, Naldo und Klasnic die Weichen eben in Richtung jener Champions-League gestellt hatte: „In der Rückrunde fehlte uns die Konstanz der Hinrunde. In diesem Punkt sind wir eben noch keine Top-Mannschaft.“ Und Coach Thomas Schaaf assistierte: „Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und konnten deshalb keinen Druck aufbauen.“ Ungleich zufriedener zeigte sich Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel. „Meine Mannschaft hat die Taktik hervorragend umgesetzt“, sprach er und wusste, dass das letzte Saisonspiel gegen Hertha BSC nach langem Kampf gegen den Abstieg endlich nur noch ein erholsames Schaulaufen sein würde.

Dirk Gieselmann

Spielstatistik SV Werder Bremen - Eintracht Frankfurt

SV Werder Bremen

-

Eintracht Frankfurt

1:2 (1:1)

Bundesliga 2006/2007, 33. Spieltag
12.05.2007, 15:30 Uhr
Weserstadion (Bremen), 42.100 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Otterbach)
Tore
0:1 Ioannis Amanatidis 14. (Rechtsschuss, Ochs)
1:1 Aaron Hunt 34. (Linksschuss, Rosenberg)
1:2 Naldo 69. (Eigentor, Fink)
Aufstellung Bremen
Tim Wiese (4,0)
Clemens Fritz (3,5)
Naldo (4,0)
Petri Pasanen (5,0)
Pierre Womé (4,0)
Torsten Frings (3,5)
Frank Baumann (3,5)
Aaron Hunt (3,0)
Diego (4,0)
Miroslav Klose (5,0)
Markus Rosenberg (3,0)
Wechsel Bremen
Daniel Jensen
für Petri Pasanen
(4,5)
(56.)
Hugo Almeida
für Markus Rosenberg
(4,5)
(62.)
Per Mertesacker
für Aaron Hunt
(―)
(73.)
Wechsel Frankfurt
Christoph Preuß
für Benjamin Huggel
(―)
(75.)
Marco Russ
für Albert Streit
(―)
(78.)
Faton Toski
für Naohiro Takahara
(―)
(85.)
Karten Bremen
Gelb für Aaron Hunt
Gelb für Hugo Almeida
Karten Frankfurt
Gelb für Patrick Ochs