Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - Alemannia Aachen

Aneinander vorbeigelebt

Der Wintereinkauf löste das Europa-Ticket:
Ivica OlicDer Wintereinkauf löste das Europa-Ticket:
Ivica Olic

Für den Traditionsverein aus Hamburg nahm eine sehr kuriose Saison ein ebensolches Ende. Zur Winterpause noch auf einem Abstiegsplatz, mogelte sich der HSV mit einem gewaltigen Schlusssieg sogar noch in den UI-Cup, während Aachen seine eigentlich bereichernde Ligavisite unwürdig beendete. Trainer Michael Frontzeck trat nach dem traurigen Auftritt zurück.

Theoretisch ging es auch für die Gäste noch um etwas, denn bei einer gleichzeitigen Wolfsburger Klatsche hätte die Alemannia mit einem hohen Sieg noch ins Rettungsboot springen können. Weder diese Minimalchance noch der Gedanke an einen ehrenhaften Abschied traf bei den Westdeutschen aber den richtigen Nerv. Von Anfang an rannten sie den Hamburgern nur hinterher und nickten die Niederlage schon im ersten Durchgang ab. Gleich den ersten Patzer von Herzig hätte Olic fast zum 1:0 genutzt, erreichte aber aus spitzem Winkel nur einen Eckball (8.). Wenig später war es van der Vaart, der einen Einwurf mit der Hacke weiterlegte; in der Mitte stand wieder Olic und schoss humorlos unter die Latte des wieder von Marcus Hesse bewachten Tores ­ 1:0 für den HSV (15.). Ein einziges und letztes Mal hätte Aachen den Gastgebern dann fast in die Suppe gespuckt, als Casper nach einem Freistoßtrick allein vor Rost stand und abzog. Den ohnehin Richtung Tor trudelnden Ball aber bolzte Ebbers in einem blonden Moment über die Linie und stand dabei im Abseits (18.). Bis auf zwei halbgare Chancen fand die Alemannia bis zur Pause nicht mehr statt, während der HSV zwar nicht unwiderstehlich spielte, sich aber viel besser konzentrierte und obendrein die stärkeren Einzelspieler hatte. Nach van der Vaarts Flanke schoss Sorin einen Gegner an, Olic stand ein zweites Mal richtig und traf zum 2:0 (27.). Den Zwischenstand nahm die Platzelf sicher mit in die Pause.

Der zweite Durchgang vollzog sich grundsätzlich wie der erste, nur dass der Auf- bzw. Absteiger sich noch früher einen Gegentreffer einfing. Ein Konter über Jarolim spülte Sorin auf der linken Seite völlig frei, wobei der Argentinier viel eher schon hätte abziehen können, anstatt erst einen ranrauschenden Aachener zu treffen, von dem der Ball abprallte und dann ins Tor ging (54.). Spätestens jetzt existierte Spannung nur noch auf der Anzeigetafel, denn um Platz sieben tatsächlich noch zu erreichen, mussten sowohl Dortmund als auch Hannover für den HSV spielen. Am Ende gelang nicht nur das, sondern auch noch das 4:0, wieder von Sorin erzielt, diesmal per Abstauber nach Schuss des eingetauschten Sanogo (87.). Während die Hanseaten nicht fantastisch, aber doch sehr ordentlich gespielt hatten, konnte Aachen nach dieser Leistung gar nicht hoch genug verlieren. Eine zum Teil berauschende Spielzeit schloss der Aufsteiger am Ende nur als Vorletzter ab, während Hamburg lange um die Existenz gebangt hatte, um schließlich dorthin zurückzukehren, wo es einzig nach dem ersten Spieltag einmal gestanden hatte: auf Platz sieben.

Maik Großmann

Spielstatistik Hamburger SV - Alemannia Aachen

Hamburger SV

-

Alemannia Aachen

4:0 (2:0)

Bundesliga 2006/2007, 34. Spieltag
19.05.2007, 15:30 Uhr
AOL Arena (Hamburg), 57.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Marc Seemann (Essen)
Tore
1:0 Ivica Olic 15. (Rechtsschuss, van der Vaart)
2:0 Ivica Olic 27. (Rechtsschuss, Sorin)
3:0 Juan Pablo Sorin 54. (Linksschuss, Jarolim)
4:0 Juan Pablo Sorin 87. (Rechtsschuss, Sanogo)
Wechsel Hamburg
Mehdi Mahdavikia
für Guy Demel
(3,0)
(60.)
Boubacar Sanogo
für Ivica Olic
(―)
(69.)
Stefan Wächter
für Frank Rost
(―)
(79.)
Wechsel Aachen
Szilárd Nemeth
für Vedad Ibisevic
(4,5)
(56.)
Emmanuel Krontiris
für Marius Ebbers
(4,5)
(56.)
Matthias Heidrich
für Cristian Fiél
(―)
(67.)
Karten Hamburg
Gelb für David Jarolim
Karten Aachen
Gelb für Sascha Rösler
Gelb für Nico Herzig
Gelb für Thomas Stehle