Der Kapitän machte es selbst: Christian WörnsNach den Nackenschlägen in Pokal und Champions League versuchte es der HSV in Dortmund mit skrupelloser Mauertaktik. Mit Glück und Fleiß ging die Rechnung lange auf, doch die Gäste vergaßen das Kontern. Kurz vor Schluss traf Wörns doch noch zum Tor des Tages, und es war verdient.
Dortmund brannte auf den ersten Heimsieg und wollte dem HSV so schnell wie möglich einen Treffer einschenken. Zweimal gleich köpfte Kringe in den ersten fünf Minuten aufs Tor, und auch Frei hätte nach schöner Flanke fast das 1:0 erzielt (7.). Als der erste Angriffsschwall überstanden war, fand die Gäste-Abwehr aber zu besserer Abstimmung; Dortmunds Flügelzange wurde stumpfer, und die meisten Bälle kamen gar nicht erst bei Sascha Kirschstein an. Ohne Ankündigung übernahmen die Hanseaten bald die Initiative und hätten ihrerseits durch Ljuboja (19.) und Trochowski (25.) ein Tor erzielen können. Beide Male aber war Weidenfeller auf der Hut. Dortmund verlor in dieser Phase etwas die Übersicht. Viele Fehler im Spielaufbau sorgten für ein holpriges Ausklingen des ersten Durchgangs, der leistungsgemäß torlos endete. Denn auch der HSV hatte sein Zwischenhoch nicht aufrechterhalten können.
Erneut versuchten es die Borussen mit einem Schnellstart, doch das Tor des Polen Smolarek, just anstelle des schwachen Valdez in die Partie gekommen, durfte wegen einer Abseitsstellung nicht zählen (47.). Dennoch, der BVB drückte jetzt mächtig auf die Tube und packte die Gäste im Würgegriff. Zweimal in Folge hatten die Hamburger großes Glück, als erst nach Tingas Schuss (57.) und dann nach einem Dede-Freistoß (60.) jeweils der Querbalken rettete. Auch Sascha Kirschstein hatte aber Anteil daran, dass die Gäste diese Phase schadlos überstanden. Hamburg wackelte gewaltig, aber Dortmund spielte zu ungestüm, blieb viel zu oft an einem steifen Abwehrbein hängen, anstatt den klügeren Pass in die Breite zu spielen. Wieder konnte sich der HSV dadurch fangen, und wieder hatten die Gäste auch selbst Chancen zum Sieg. Guerrero (76.) und Laas (78.), beide zuvor eingewechselt, scheiterten jeweils nur knapp. Danach erlahmte das Konterspiel wieder, und das Spiel verflachte. Dass doch noch ein Treffer fallen würde, lag überhaupt nicht in der Luft, aber er wurde auch nicht herausgespielt. Einen Freistoß von der rechten Seite flankte Dede einfach in die Mitte und fand den Hinterkopf von Wörns, der den Ball ins lange Eck lenkte (82.). Hamburg konnte nur noch eine Schlussoffensive starten, blieb aber ohne echte Durchschlagskraft. Trotz ordentlicher Leistung stand am Ende die erste Saisonniederlage. Dortmund allerdings hatte mehr ins Spiel investiert und alle tauglichen Statistiken auf seiner Seite. Der Sieg war redlich erarbeitet.
Maik Großmann
Borussia Dortmund
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 1:0 | Christian Wörns | 82. | (Kopfball, Dédé) |
Aufstellung Dortmund![]() |
|
|---|---|
| Roman Weidenfeller | (2,5) |
| Philipp Degen | (3,5) |
| Markus Brzenska | (3,5) |
| Christian Wörns | (3,0) |
| Dédé | (3,5) |
| Marc-André Kruska | (3,5) |
| Tinga | (3,0) |
| Florian Kringe | (3,5) |
| Steven Pienaar | (4,5) |
| Alexander Frei | (4,0) |
| Nelson Valdez | (4,5) |
Aufstellung Hamburg |
|
|---|---|
| Sascha Kirschstein | (3,0) |
| Mehdi Mahdavikia | (4,0) |
| Vincent Kompany | (5,0) |
| Bastian Reinhardt | (4,0) |
| Joris Mathijsen | (4,5) |
| David Jarolim | (4,5) |
| Nigel de Jong | (3,5) |
| Raphael Wicky | (5,0) |
| Piotr Trochowski | (5,0) |
| Boubacar Sanogo | (4,5) |
| Danijel Ljuboja | (3,5) |
Wechsel Dortmund![]() |
|
|---|---|
| Euzebiusz Smolarek für Nelson Valdez |
(3,5) (46.) |
| Lars Ricken für Steven Pienaar |
(―) (83.) |
| Uwe Hünemeier für Alexander Frei |
(―) (90.) |
Wechsel Hamburg |
|
|---|---|
| Alexander Laas für Piotr Trochowski |
(―) (66.) |
| Paolo Guerrero für Boubacar Sanogo |
(―) (75.) |
| Besart Berisha für Joris Mathijsen |
(―) (84.) |
Karten Dortmund![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Philipp Degen |
| Gelb für | Tinga |
Karten Hamburg |
|
|---|---|
| Gelb für | Paolo Guerrero |
Trainer Dortmund![]() |
|---|
| Bert van Marwijk |
Trainer Hamburg |
|---|
| Thomas Doll |