Wolfsburg bestätigte die Form der letzten Wochen und pendelte sich im unteren Mittelmaß ein. Für den ersten Saisonsieg hatten die Wölfe den falschen Gegner eingeladen, denn Hannovers Profis wollten sich dem neuen Trainer beweisen und spielten erheblich konzentrierter als zuletzt. Wie so oft war es ein Ausgemusterter, der seinen Ex-Klub erlegte.
Von Beginn an war zu erkennen, dass beide Teams nicht auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft lagen. Hannover war nach elf Gegentreffern zuvorderst auf Sicherheit bedacht, wobei sich die Gäste dafür keinen angenehmeren Spielpartner wünschen konnten. Denn Wolfsburg hatte bislang erst ein Tor bejubeln dürfen, und das hatte auch noch der Gegner erzielt. Dieter Hecking vertraute im Wesentlichen der gleichen Elf wie im DFB-Pokal, spielte also wieder ohne den mühsam verpflichteten Fahrenhorst und erneut auch mit Brdaric, den selbst ernannten Gewinner des Trainerwechsels. Streng genommen war Hannover im ersten Durchgang auch die bessere Mannschaft. Im Gegensatz zu den Wölfen hatte 96 immerhin eine Torchance, die Brdaric und Bruggink aber gemeinsam vergaben, als sie an Stajners Flanke vorbeirauschten (39.). Der Rest der Halbzeit war trostlos, fad und mager. Keine Spur von einem rassigen Derby, die Angst vor einem Gegentor war auf beiden Seiten einfach zu groß.
Überraschend änderte sich das nach dem Seitenwechsel. Durch einen schönen Drehschuss von Brdaric ging Hannover plötzlich in Führung (51.), was die Wölfe aber nicht wie befürchtet aus der Bahn warf. Direkt nach dem Anstoß hastete Hanke auf dem Flügel nach vorn und flankte auf Klimowicz. Dessen Fallrückzieher blieb zwar brotlose Kunst, doch der Abpraller landete bei Krzynowek, der die Kugel in gewohnter Manier ins Tor donnerte (52.). Das erste eigene Saisontor vermochte die Wölfe aber nur kurz aus der Lethargie zu reißen. Wie unsicher die Hintermannschaft war, zeigte sich kaum zehn Minuten später. Hannover setzte sich am Strafraum fest, und Wolfsburg kam nicht zum entscheidenden Befreiungsschlag, Da spielte Zuraw auf Stajner, der klug in die Mitte legte und wieder Thomas Brdaric bediente. Der schob sicher zum 1:2 ein und hatte seinen Ex-Klub damit im Alleingang besiegt, denn Wolfsburg fand diesmal nicht die passende Antwort, sondern wartete bis zum Ende auf eine zündende Idee. Damit blieb der VfL weiter sieglos und seinem Publikum weiterhin vieles schuldig, während Dieter Hecking in seinem ersten Ligaspiel als 96-Coach alles richtig gemacht hatte.
Maik Großmann
VfL Wolfsburg
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 0:1 | Thomas Brdaric | 51. | (Linksschuss, Bruggink) |
| 1:1 | Jacek Krzynowek | 52. | (Linksschuss, Hanke) |
| 1:2 | Thomas Brdaric | 61. | (Rechtsschuss, Stajner) |
Aufstellung Wolfsburg![]() |
|
|---|---|
| Simon Jentzsch | (3,0) |
| Uwe Möhrle | (5,0) |
| Kevin Hofland | (4,0) |
| Alexander Madlung | (4,5) |
| Michael Stegmayer | (3,5) |
| Juan Carlos Menseguez | (5,5) |
| Miroslav Karhan | (4,5) |
| Tommie van der Leegte | (4,0) |
| Jacek Krzynowek | (3,5) |
| Diego Fernando Klimowicz | (4,5) |
| Mike Hanke | (5,0) |
Aufstellung Hannover |
|
|---|---|
| Robert Enke | (3,0) |
| Steven Cherundolo | (3,5) |
| Dariusz Zuraw | (3,0) |
| Vinicius Bergantin | (2,5) |
| Christoffer Andersson | (4,0) |
| Hanno Balitsch | (3,5) |
| Altin Lala | (3,0) |
| Szabolcs Huszti | (3,0) |
| Arnold Bruggink | (4,0) |
| Jirí Stajner | (2,5) |
| Thomas Brdaric | (2,0) |
Wechsel Wolfsburg![]() |
|
|---|---|
| Isaac Boakye für Diego Fernando Klimowicz |
(4,0) (58.) |
| Cedric Makiadi für Juan Carlos Menseguez |
(―) (68.) |
| Jonathan Santana für Michael Stegmayer |
(―) (73.) |
Wechsel Hannover |
|
|---|---|
| Frank Fahrenhorst für Jirí Stajner |
(―) (86.) |
| Silvio Schröter für Arnold Bruggink |
(―) (90.) |
| Vahid Hashemian für Thomas Brdaric |
(―) (90.) |
Karten Wolfsburg![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Kevin Hofland |
| Gelb für | Miroslav Karhan |
Karten Hannover |
|
|---|---|
| keine |
Trainer Wolfsburg![]() |
|---|
| Klaus Augenthaler |
Trainer Hannover |
|---|
| Dieter Hecking |