Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg

Ein Sieg für den Frieden

Setzte ein sportliches Zeichen: Gerald AsamoahSetzte ein sportliches Zeichen: Gerald Asamoah

Schalke war nicht das richtige Pflaster für Wolfsburgs ersten Saisonsieg. Zwar schnüffelten die Niedersachsen anfangs kurz an der Führung, als diese dann aber den Gastgebern gelang, war der VfL bereits aus dem Spiel. Schalkes Sieg war der Lohn für ein dauerhaftes Bemühen, den Beweis einer Spitzenmannschaft blieben die Knappen aber erneut schuldig.

Dass auch Königsblau noch Wunden zu lecken hatte, lähmte fast eine Stunde lang den Spielbetrieb. Die Elf von Mirko Slomka, der Asamoah abermals auf der Bank ließ, kam nicht klar mit Wolfsburgs nervigem Sicherheitsfußball. Klaus Augenthaler hatte sein Team auf vier Positionen verändert und ihm gleichzeitig bedingungslose Defensive verordnet. Gelegentliches Kontern gehörte eigentlich dazu, zu mutlos aber waren die Wölfe, um auch konsequent in die vorhandenen Schalker Lücken zu stoßen. Ausnahme war Mike Hanke, der an alter Wirkungsstätte großen Eifer bewies und Frank Rost einmal in der Anfangsphase sowie nach einer halben Stunde fast überwunden hätte. Der Keeper aber war immer eine Idee schneller am Ball. Die Kontrolle über das Spiel lag ansonsten bei den Blauen, nur blieben durchdachte Angriffe zu selten. Kuranyi wurde nach Vorarbeit Bajramovics noch im letzten Moment gestört (17.), sonst hatte einzig Löwenkrands die Chance zur Führung, offenbarte aber nach guter Altintop-Flanke ein gestörtes Verhältnis zum Spielgerät (32.).

Die Pfiffe zum Pausentee hatten Schalke wohl zum Nachdenken gebracht. Etwas zügiger und kompromissloser glitt die Kugel nun durch die Reihen; Wolfsburg hatte kaum noch Gelegenheit, sich aus dem Würgegriff zu lösen. Das folgende Gegentor war dennoch unnötig, denn Madlung und Hofland kamen sich gegenseitig in die Quere, als Lincoln per Freistoß flankte und nur so den Kopf von Kuranyi finden konnte. Aus kurzer Distanz köpfte der Ex-Nationalspieler ein (57.). Damit war Wolfsburg geliefert. Die stümperhaften Offensivbemühungen ließen zumindest vermuten, dass das Konzept nun zerstört war. Ein Gegentor hatte man offenbar gar nicht erwogen. Nur durch Schalkes Hilfe kamen die Gäste doch noch zu einer hochkarätigen Ausgleichschance, als Rost eine Flanke unterlief und Makiadi an den Pfosten köpfte (77.). Längst aber hätte Schalke da schon höher führen können, wenn Ernst oder Lincoln mit ihren Schüssen nicht an Jentzsch gescheitert wären. Ein Ausgleichstor stand alles in allem eigentlich nie zur Diskussion. Als Slomka dann doch noch Asamoah einwechselte, tat er nicht nur etwas für den Burgfrieden, sondern tütete den Sieg endgültig ein. Eine schöne Flanke des Nationalspielers landete genau bei Lincoln, der in den Schlussminuten zum 2:0 traf. Die Strahlkraft des Erfolges war gering, andererseits hatte sich Wolfsburg nie für ein schönes Fußballspiel empfohlen. Ein klassischer Arbeitssieg eben.

Maik Großmann

Spielstatistik FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg

FC Schalke 04

-

VfL Wolfsburg

2:0 (0:0)

Bundesliga 2006/2007, 5. Spieltag
23.09.2006, 15:30 Uhr
Veltins-Arena (Gelsenkirchen), 60.400 Zuschauer
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Tore
1:0 Kevin Kuranyi 57. (Kopfball, Lincoln)
2:0 Lincoln 89. (Linksschuss, Asamoah)
Wechsel Schalke
Mesut Özil
für Peter Lövenkrands
(3,0)
(46.)
Gerald Asamoah
für Halil Altintop
(―)
(77.)
Mathias Abel
für Rafinha
(―)
(81.)
Karten Schalke
Gelb für Zlatan Bajramovic
Gelb für Dario Rodriguez
Gelb für Marcelo José Bordon
Karten Wolfsburg
Gelb für Kevin Hofland
Gelb für Mike Hanke