Bundesliga

Spieltag

Spielbericht 1. FC Nürnberg - 1. FSV Mainz 05

Ein Pfund Babatz bitte

Mit voller Wucht in den Giebel: Christof BabatzMit voller Wucht in den Giebel: Christof Babatz

Nach starker Anfangsphase sprach eigentlich alles für die Franken, doch mit einem Platzverweis kurz vor dem Wechsel machten sie sich selbst das Spiel kaputt. Mainz hatte bis dato enttäuscht, riss das Zepter aber an sich und holte mit lautem Knall noch einen Punkt.

Jürgen Klopp war eigentlich guter Dinge, weil nach mehrwöchiger Pause endlich Manuel Friedrich wieder in die Mannschaft rückte. Auch der Kapitän hatte zu Beginn aber seine liebe Not gegen Nürnbergs Angriffe. Gleich mehrere Chancen ergaben sich in der Anfangsviertelstunde. Die besten vergaben Mintal mit einem Freistoß aus 20 Metern sowie Robert Vittek, dessen Schuss aus kurzer Distanz Wache noch so eben abwehren konnte. Die Gastgeber waren klar tonangebend und auch technisch erheblich besser ausgestattet. Mainz konnte nur zusehen, wie sich die Franken den Ball wie beim Handball hin und her legten, bis Polak schließlich aus dem Rückraum abzog und einen holprigen Schuss ins lange Eck setzte (24.). Kurzzeitig drohte Mainz ein Abschuss, was auch der Schiedsrichter begünstigte, denn Polaks Einlage im Strafraum war nicht elfmeterreif, sondern eine Unverschämtheit. Marc Seemann entschied trotzdem auf Strafstoß, hatte aber Glück, dass Wache Vitteks schwachen Schuss parierte (29.). Ein Weckruf war der Vorfall trotzdem nicht, denn noch immer war Mainz zweikampfschwach und völlig uninspiriert. Der FCN dagegen konnte den Fehlschuss nicht auf die leichte Schulter nehmen, weil sich bald darauf einiges veränderte. Nach weitem Abschlag von Wache zog plötzlich Amri der Nürnberger Abwehr davon und wollte gerade erstmals das Tor anvisieren, als Mnari ihn von hinten packte und von den Beinen holte. Der Tunesier sah Rot und mischte die Karten für den zweiten Durchgang damit neu.

Mainz tat zunächst nicht viel mehr fürs Spiel, doch die Gastgeber fanden sich auch ohne gegnerisches Zutun mit der Konterrolle ab. In dieser Hinsicht zumindest verhielten sich die Gäste schlau. Sie griffen nicht bedingungslos an, sondern klopften den Raum nach Lücken ab und schwirrten nur aus, wenn es sich auch wirklich lohnte. Nach einer Stunde war so ein Zeitpunkt gekommen. Amri wurde vor dem Tor freigespielt und legte quer auf den noch günstiger stehenden Diakité, der kurz zuvor für Azaouagh gekommen war. Sechs Meter vor der Linie hatte der Stürmer das leere Tor vor sich, schoss aber unglaublicherweise vorbei. Die Mainzer Wut aber entfaltete sich positiv. Immer energischer griffen die 05er nun an und gestatteten Nürnberg keine Entlastung mehr. Chancen gab es insgesamt wenige, aber wenn es sie gab, dann nur für Mainz. Nach einer Ecke hätte Manuel Friedrich fast ins Schwarze getroffen, doch sein Kopfball ging genau auf Schäfer (67.). Der Club tat genau das Falsche und versuchte das Resultat zu halten. Fünf Minuten vor Schluss dann die fällige Quittung, als Babatz aus 28 Metern abzog und Schäfer düpierte ­ ein Tor, so schön wie es verdient war. Es war die am wenigsten hochkarätige Chance, die den Mainzern den Punkt doch noch sicherte. Dennoch war das Remis allemal zu vertreten, weil Nürnberg im zweiten Durchgang nicht entschlossen genug gekontert hatte. Fast hätte Mainz gar noch gewonnen, weil Babatz noch ein zweites Mal abzog. Sein zweiter Hammer aber traf nur den Querbalken (87.).

Maik Großmann

Spielstatistik 1. FC Nürnberg - 1. FSV Mainz 05

1. FC Nürnberg

-

1. FSV Mainz 05

1:1 (1:0)

Bundesliga 2006/2007, 6. Spieltag
30.09.2006, 15:30 Uhr
easyCredit-Stadion (Nürnberg), 38.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Marc Seemann (Essen)
Tore
1:0 Jan Polak 24. (Rechtsschuss, Pinola)
1:1 Christof Babatz 85. (Rechtsschuss)
Wechsel Nürnberg
Ivica Banovic
für Marek Mintál
(4,0)
(63.)
Marek Nikl
für Tomás Galásek
(―)
(71.)
Jan Kristiansen
für Horacio Javier Pinola
(―)
(90.)
Wechsel Mainz
Bakary Diakité
für Mimoun Azaouagh
(5,0)
(46.)
Christof Babatz
für Milorad Pekovic
(3,0)
(62.)
Tobias Damm
für Du-Ri Cha
(―)
(78.)
Karten Nürnberg
Gelb für Andreas Wolf
Rot für Jawhar Mnari (43.)
Gelb für Glauber
Karten Mainz
Gelb für Marco Rose
Besondere Vorkommnisse: Vittek verschießt Foulelfmeter (28.) - Wache hält (Pekovic an Polak)