Stattliche Trefferquote: Markus BrzenskaWer hätte schon vor der Saison erwartet, dass die Partie des Aufsteigers gegen Schwarz-Gelb ein Duell im Mittelfeld der Liga ist? Hätte diese Partie am vierten Spieltag stattgefunden, es wäre gar ein Spitzspiel gewesen damals stand Energie auf Platz fünf, der BVB auf Platz vier. So kometenhaft beide Klubs auch starteten, wurden sie an den letzten Spieltagen ein wenig nach unten durchgereicht, so dass es nun zum Spiel „Platz elf gegen Platz zehn“ kam. Und zwei Männer ihren großen Auftritt hatten: Ein schon fast Vergessener und ein Abwehrspieler, der seine Torgefährlichkeit entdeckte...
Vor der Partie geizten beide Übungsleiter mit Veränderungen: Energie-Trainer Petrik Sander mit einer Umstellung zur eher mäßigen Vorwoche (1:3 in Bielefeld), brachte Kukielka für Szelesi, Dortmunds Bert Van Marwijk Lars Ricken für Philipp Degen. Für Ricken war es das erste Spiel in der Startelf seit einem Jahr. Und der 30-Jährige bedankte sich umgehend: Da Silva stoppte den Ball 30 Meter vor dem Cottbuser Tor mit der Hand Freistoß. Ricken schlug eine präzise Flanke in den Strafraum, dass Markus Brzenska nur noch den Kopf hinhalten musste 0:1, ein Blitzstart (2.). Nach dem schnellen Wiederanstoß Energie prompt mit der Antwort: Ecke durch Munteanu, Vragel Da Silva kam ähnlich frei wie zuvor Brzenska zum Kopfball, Weidenfeller ohne Chance der Ausgleich (3.). Zwei Tore in den ersten drei Minuten. Die Gastgeber gingen aggressiver in die Zweikämpfe, störten früh. Erneut eine Munteanu-Flanke, McKenna bekam die Kugel aber nicht richtig gedrückt - übers Tor (9.). Dortmunds Schlussmann Weidenfeller konnte sich über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen, kurz darauf sah er sich allein Sergiu Radu gegenüber, konnte aber klären (12.). Dann fingen sich die Borussen, doch zu ihrem Leidwesen wussten sie nicht wirklich etwas mit ihren knapp 70 Prozent Ballbesitz anzufangen (30.) Ballgeschiebe und Querpassorgien waren die Folge. Dann sah sich Ebi Smolarek dazu berufen, dem Spiel mal wieder eine echte Torchance zu verschaffen, und spielte einen Steilpass auf Frei in den Energie-Strafraum. Im Zweikampf kam der zu Fall Schiedsrichter Meier entschied: Weiterspielen (40.)! Auch die Lausitzer frönten wieder dem Offensivspiel: Munteanu auf Ziebig, der mit einer Flanke auf Kioyo, doch der nickte knapp über den Gästekasten (42.). Die letzte Chance in Durchgang eins, Halbzeit im Stadion der Freundschaft. Gesprächsbedarf für beide Übungsleiter in ähnlicher Form Petrik Sander konnte mit der Chancenauswertung seiner Cottbuser nicht zufrieden sein, ebenso wenig Bert Van Marwijk mit dem Chancenmangel seiner Dortmunder.
In Hälfte zwei zuerst viel Leerlauf bis sich ein Deja-Vu ereignete. Freistoß von Rückkehrer Ricken, Kopfball von Neu-Torjäger Brzenska das kannte man doch schon ... und konnte aus Energie-Sicht trotzdem nichts dagegen machen 1:2 aus Sicht der Gastgeber (58.). Die Cottbuser unter Schock. Kurz darauf wieder ein langer Ball in den Handlungsbereich von Tomislav Piplica, Alexander Frei nahm den Ball volley und traf unhaltbar für den Schlussmann in den Winkel der BVB machte nun Ernst und zog davon: 1:3 (60.). Kurz darauf hätte man aus Westfalen-Sicht sogar endgültig den Sack zumachen können, aber Smolarek vergab einen Kopfball nach Ricken-Flanke (65.). Die Partie verlor wieder an Tempo, gewann aber vor allem dank der wütenden Gastgeber an Aggressivität, viele Fouls hemmten den Spielfluss. Doch kurz vor Spielende erbarmten sich die Akteure noch einmal und sorgten für Gesprächsstoff: Der eingewechselte Baumgart lief neben Florian Kringe in den Dortmunder Strafraum und kam zu Fall. Der Elfmeterpfiff von Florian Meyer schockte den BVB, ein Einwirken Kringes war nämlich nicht zu erkennen. Munteanu forderte Weidenfeller zum Duell und gewann es mit einem platzierten Schuss (89.). War da noch zumindest der Ausgleich drin? Nein, Dortmund beschränkte sich aufs Zeitspiel und rettete das knappe Ergebnis über die Runden. Für Energie ob der Überlegenheit an Torchancen vor allem in der ersten Halbzeit eine bittere Niederlage, für den BVB ein clever heraus gespieltes Ergebnis, mit dem man Anschluss halten konnte an Platz fünf.
David-Emanuel Digili
FC Energie Cottbus
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 0:1 | Markus Brzenska | 2. | (Kopfball, Ricken) |
| 1:1 | Vragel da Silva | 3. | (Kopfball, Munteanu) |
| 1:2 | Markus Brzenska | 57. | (Kopfball, Ricken) |
| 1:3 | Alexander Frei | 59. | (Rechtsschuss, Smolarek) |
| 2:3 | Vlad Munteanu | 89. | (Foulelfmeter, Baumgart) |
Aufstellung Cottbus![]() |
|
|---|---|
| Tomislav Piplica | (4,5) |
| Vragel da Silva | (2,5) |
| Kevin McKenna | (4,0) |
| Igor Mitreski | (4,0) |
| Daniel Ziebig | (4,0) |
| Mariusz Kukielka | (4,0) |
| Timo Rost | (4,5) |
| Marco Küntzel | (4,5) |
| Vlad Munteanu | (3,5) |
| Francis Kioyo | (4,5) |
| Sergiu Radu | (4,0) |
Aufstellung Dortmund |
|
|---|---|
| Roman Weidenfeller | (3,0) |
| Florian Kringe | (4,0) |
| Markus Brzenska | (2,0) |
| Christian Wörns | (3,0) |
| Dédé | (4,0) |
| Marc-André Kruska | (3,5) |
| Tinga | (4,0) |
| Lars Ricken | (2,5) |
| Steven Pienaar | (3,5) |
| Euzebiusz Smolarek | (3,5) |
| Alexander Frei | (3,0) |
Wechsel Cottbus![]() |
|
|---|---|
| Zoltan Szelesi für Vragel da Silva |
(4,5) (35.) |
| Steffen Baumgart für Marco Küntzel |
(3,0) (63.) |
| Daniel Gunkel für Timo Rost |
(―) (67.) |
Wechsel Dortmund |
|
|---|---|
| Philipp Degen für Alexander Frei |
(―) (90.) |
Karten Cottbus![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Timo Rost |
| Gelb für | Igor Mitreski |
| Gelb für | Marco Küntzel |
| Gelb für | Kevin McKenna |
| Gelb für | Daniel Gunkel |
Karten Dortmund |
|
|---|---|
| Gelb für | Markus Brzenska |
| Gelb für | Lars Ricken |
| Gelb für | Marc-André Kruska |
Trainer Cottbus![]() |
|---|
| Petrik Sander |
Trainer Dortmund |
|---|
| Bert van Marwijk |