Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Arminia Bielefeld - Alemannia Aachen

Der Schaden war irreparabel

Brachte großes Unglück über Aachen: 
Jonas KamperBrachte großes Unglück über Aachen:
Jonas Kamper

Ein Bielefelder Glückstor verschreckte Aachen so sehr, dass es nie wieder zu seinem Rhythmus fand. Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer machte die Sache nur noch schlimmer. Bielefeld legte sofort nach und kam sogar noch zu einem Kantersieg.

Die Alemannia, die noch nie in der ersten Liga in Bielefeld gespielt hatte, stand wie erwartet strikt defensiv und schirmte die Hausherren geschickt vom eigenen Strafraum ab. Schlaudraffs Dribbling nach einer Minute deutete zudem an, dass die Gäste auch das Konterspiel verstanden; Bernd Korzynietz bekam gerade noch seinen Fuß dazwischen und hätte beim Klärungsversuch fast ein Eigentor erzielt. Bielefeld war schon zu dieser Zeit das überlegene Team, hatte davon aber nur wenig, weil Aachen wirksam zerstörte und sich kaum eine Blöße gab. Vieles sah zunächst nach einem zähen Kampfspiel aus ­ doch dann war plötzlich alles anderes. Eher aus Verlegenheit zog Jonas Kamper aus fast 30 Metern ab und durfte trotz schwacher Schusstechnik jubeln, denn Christian Nicht ließ den Ball unter seinem Bauch hindurch und verhalf der Arminia so zum 1:0 (11.). Bielefeld tat das einzig Richtige und nutzte Aachens Schockzustand zu weiteren Angriffen. Dass es bald 2:0 stand, hatten aber erneut zum Teil die Gäste zu verantworten. Reghecampf knallte einen Befreiungsschlag direkt in den Fuß von Wichniarek, der so versehentlich zu Kucera spielte, der wiederum frei vor Nicht stand und locker einschob (19.). Fast hätte sich Westermann gleich revanchiert, als er Plaßhenrich den Ball vom Fuß spitzelte und seinen eigenen Torwart so zur Glanzparade zwang. Bielefeld ließ sich etwas anstecken von den vielen Ungenauigkeiten im Spiel der Gäste. Bezeichnend allerdings, dass beide Aachener Torschüsse der ersten Halbzeit vom Gegner abgegeben wurden.

Insofern war es die erste eigene Chance, die gleich nach dem Seitenwechsel zum Anschlusstor führte. Ebbers flankte etwas plump von der rechten Seite, und Plaßhenrich hatte Glück, dass Hain ihm das Leder vor die Füße boxte. Aus acht Metern traf er zum 2:1 (47.). Als hätten sie das aber lieber nicht getan, kamen die Alemannen jetzt erst Recht unter die Räder. Nach einem Zuspiel von Schuler legte sich Wichniarek den Ball gekonnt zurecht und knallte ihn aus 20 Metern halbhoch ins Tor (50.). Kaum fünf Minuten später flankte Böhme auf Kucera, der die große Chance zum 4:1 vergab. Für einen kurzen Moment konnte sich der Aufsteiger wieder freistrampeln und kam durch Schlaudraff fast erneut zur Möglichkeit auf den Anschluss, doch alles Bemühen reichte nicht zur Schadensbegrenzung. Zu unterlegen war Aachen jetzt, um überhaupt den Toreabstand zu halten. Mit seinem zweiten Treffer erhöhte zunächst Kamper auf 4:1 (68.), bevor dann der eingewechselte Eigler kurz vor Schluss den Endstand markierte (85.). Aachen hatte unglücklich den Faden im Spiel verloren, war nach dem 0:1 aber nie mehr wirklich in der Lage, den Schaden zu reparieren. Bielefeld dagegen machte auch nicht alles richtig, war aber immerhin stark genug, die Schwächen des Gegners zu nutzen und die Euphorie in einen kleinen Spielrausch münden zu lassen.

Maik Großmann

Spielstatistik Arminia Bielefeld - Alemannia Aachen

Arminia Bielefeld

-

Alemannia Aachen

5:1 (2:0)

Bundesliga 2006/2007, 9. Spieltag
29.10.2006, 17:00 Uhr
Schüco-Arena (Bielefeld), 23.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Tore
1:0 Jonas Kamper 11. (Rechtsschuss, Böhme)
2:0 Radim Kucera 19. (Rechtsschuss, Wichniarek)
2:1 Reiner Plaßhenrich 47. (Rechtsschuss, Ebbers)
3:1 Artur Wichniarek 50. (Linksschuss, Schuler)
4:1 Jonas Kamper 68. (Rechtsschuss)
5:1 Christian Eigler 85. (Rechtsschuss, Masmanidis)
Wechsel Bielefeld
Ioannis Masmanidis
für Sibusiso Zuma
(―)
(74.)
Marcel Ndjeng
für Jörg Böhme
(―)
(81.)
Christian Eigler
für Artur Wichniarek
(―)
(84.)
Karten Bielefeld
keine
Karten Aachen
Gelb für Marius Ebbers
Gelb für Thomas Stehle
Gelb für Sascha Rösler