Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Energie Cottbus - Hertha BSC

Im Osten nichts Neues

Ihm brannten alle Sicherungen durch:
Solomon Okoronkwo (Foto: Hertha BSC)Ihm brannten alle Sicherungen durch:

Solomon Okoronkwo (Foto: Hertha BSC)

Wenn sich Cottbus in seiner kurzen Bundesligazeit schon einen Lieblingsgegner zugelegt hatte, dann war es Hertha BSC. Wie so oft gab es eine hart umkämpfte Partie, deren Sieger am Ende Cottbus hieß. Und traditionell steckte auch viel Zündstoff in der Begegnung.

Zeitgleich zum Anpfiff begannen sich die Kontrahenten ineinander zu verkeilen, was viele kleine Nicklichkeiten, aber lange Zeit keine Torchancen zur Folge hatte. Noch eine Spur bissiger waren die Lausitzer, die sich auf ein wahres Bollwerk namens Abwehr verlassen konnten und gelegentlich auch den Weg nach vorn suchten. Die erste Möglichkeit ergab sich erst nach 20 Minuten, dafür war es aber auch eine ganz ganz dicke. Kukielka flog nach einer Ecke quer in den Luft durch den Strafraum und wollte damit ausdrücken, von Boateng geschubst worden zu sein. Schiri Wagner gab ihm Recht und entschied auf Strafstoß, doch Munteanu war nicht konzentriert genug und jagte den Ball in die Wolken. Der Fehlschuss allerdings schockte die Hausherren wenig, eher verstanden sie ihn als Signal, auf herkömmliche Art die Torejagd zu starten. Bei Chancen von Gunkel und Kioyo hatte Hertha zunächst etwas Glück. Dann aber gab es einen schweren Rückschlag für die Berliner, weil der gerade erst genesene Bastürk mit einer Wadenverletzung ausschied (28.). Cottbus bestimmte weiter das Spiel, noch vor der Pause aber hatte auch der Hauptstadtklub eine ordentliche Chance. Piplica konnte den Schuss von Pantelic jedoch parieren.

Mit Wiederbeginn wurden die Zweikämpfe noch einen Fingerhut giftiger. Weil beide Teams kaum nach vorne durchdrangen, geriet man sich immer öfter in die Haare, was die gereizte Stimmung auf den Rängen zusätzlich erhöhte. Eine Standardsituation bescherte Energie dann aber doch die Führung. Gunkel trat den Freistoß aus halblinker Position und ließ Fiedler damit nicht gut aussehen. Der Ball schlug direkt in der Torwartecke ein (66.). Nun musste Hertha mehr tun, fand aber niemals die geeigneten Mittel. Als die Bemühungen immer verzweifelter und die Aussichtslosigkeit zudem klarer wurde, gingen Okoronkwo die Nerven durch. Hinter Szelesi stehend versuchte er den Cottbuser mit einer Kopfnuss niederzustrecken. Der Stoß ging zwar ins Leere, Schiri Wagner aber ahndete auch den Versuch und stellte Okoronkwo vom Feld (78.). Das wiederum brachte Falko Götz so sehr in Rage, dass er ebenfall einen Platzverweis bekam und sich einen Stuhl auf der voll besetzten Tribüne suchen musste. Von dort konnte er gut überblicken, dass seine Mannschaft keine Chance mehr auf einen Punktgewinn hatte. Shao setzte sich in einem Konter bald sehr schön in Szene und traf aus 18 Metern flach zum 2:0 (83.). Hertha haderte weiter mit den Umständen der Niederlage, an ihrer Berechtigung durfte allerdings kein Zweifel entstehen.

Maik Großmann

Spielstatistik FC Energie Cottbus - Hertha BSC

FC Energie Cottbus

-

Hertha BSC

2:0 (0:0)

Bundesliga 2006/2007, 9. Spieltag
28.10.2006, 15:30 Uhr
Stadion der Freundschaft (Cottbus), 17.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Lutz Wagner (Kriftel)
Tore
1:0 Daniel Gunkel 66. (Freistoß)
2:0 Jiayi Shao 83. (Rechtsschuss, Szelesi)
Wechsel Cottbus
Jiayi Shao
für Timo Rost
(2,5)
(58.)
Steffen Baumgart
für Vlad Munteanu
(―)
(81.)
Marco Küntzel
für Sergiu Radu
(―)
(89.)
Wechsel Hertha BSC
Andreas Neuendorf
für Yildiray Bastürk
(4,5)
(28.)
Christopher Samba
für Sofian Chahed
(―)
(66.)
Gilberto
für Ellery Cairo
(―)
(69.)
Karten Cottbus
Gelb für Tomislav Piplica
Gelb für Daniel Ziebig
Karten Hertha BSC
Gelb für Arne Friedrich
Gelb für Marko Pantelic
Gelb für Josip Simunic
Rot für Solomon Okoronkwo (78.)
Gelb für Andreas Neuendorf
Besondere Vorkommnisse: Munteanu verschießt Foulelfmeter (20.) - über das Tor (Boateng an Kukielka)