Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hannover 96 - Hamburger SV

Hamburg stärker als Madrid

Traf nicht ins Netz, aber ins Tor:
Collin BenjaminTraf nicht ins Netz, aber ins Tor:
Collin Benjamin

Trotz imposanter Vorbereitung hatte Hannover überraschend wenig auf der Pfanne. Mit nur einer einzigen Spitze war Hamburg schon im ersten Durchgang nicht beizukommen. Als 96 den Druck dann verstärkte, war es erst recht nur der HSV, der ansprechend kombinierte und sich prächtige Chancen erspielte. Dennoch wäre der Ausgleich fast noch gefallen.

Für Benjamin Lauth begann und endete der Tag mit einer großen Enttäuschung. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein ließ Trainer Hecking ihn zunächst nur auf der Bank, bot zur Sicherung der Defensive (Fahrenhorst und Vinicius fehlten verletzt) nur einen echten Stürmer auf, nämlich Mike Hanke. Als Lauth im zweiten Abschnitt dann doch noch in die Partie kam, war er es, der die größte Chance zum Ausgleich vergab, als er nach Kompanys Abwehrschnitzer allein vor Rost zum Schuss kam (87.). Ein später Punktgewinn der Gastgeber wäre allerdings unangemessen gewesen. Vor allem vor dem Seitenwechsel tat sich Hannover, das in der Vorbereitung noch Real Madrid deklassiert hatte, unverhältnismäßig schwer, hielt sich den HSV zwar anfangs gut vom Leib, knickte mit dem ersten Rückschlag dann jedoch ein. Auf Zuspiel des Niederländers de Jong jagte Collin Benjamin, der für Atouba in die Startelf gerückt war, den Ball aus zwölf Metern unter die Latte. Im Netz zappelte die Kugel zwar nicht, doch trumpfte sie eindeutig hinter der Linie auf, bevor sie unter dem Hamburger Jubel wieder ins Feld sprang. Schiedsrichter Stark sah es genauso (23.). Die Unruhe der Gastgeber hätte Hamburg nun noch weiter ausnutzen können, so vergab Zidan eine gute Chance zum 0:2 (29.). Auf ihre starke Defensive aber konnten sich die Gäste zumindest verlassen und gerieten kein einziges Mal selbst in Gefahr.

Nach dem Wechsel kam Hannover stärker auf, auch weil Hashemian den völlig enttäuschenden Hanke ersetzte. Nach vier Minuten vergab der Iraner gleich eine gute Chance und bald darauf gleich noch eine zweite (59.). Als auch Huszti dann gefährlich vor dem Tor auftauchte (61.), wurden die Gäste wieder aktiver. Plötzlich spielte nur noch der HSV. Dreimal in kurzer Folge musste Robert Enke sein ganzes Können aufzeigen, rettete erst gegen van der Vaart (64.), dann gegen Demel (71.) und gleich darauf wieder vor dem einschusswilligen Niederländer. Zweimal zudem bebte in dieser Phase die Querstange, wodurch der HSV am Ende auf insgesamt drei Lattentreffer kam, zuzüglich einer ganzen Handvoll exzellenter anderer Chancen. Dass der Sieg trotzdem noch in Gefahr geriet, war insofern eine Schande. Allerdings war dem bis dahin wenig involvierten Rost in der Schlussphase bedenkenlos zu vertrauen. Nachdem er gegen Lauth pariert hatte, wurde er auch von Hashemian noch einmal gefordert (89.) und rettete seiner Mannschaft am Ende den ersten Sieg in Hannover seit fast 20 Jahren.

Maik Großmann

Spielstatistik Hannover 96 - Hamburger SV

Hannover 96

-

Hamburger SV

0:1 (0:1)

Bundesliga 2007/2008, 1. Spieltag
11.08.2007, 15:30 Uhr
AWD-Arena (Hannover), 49.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)
Tore
0:1 Collin Benjamin 23. (Rechtsschuss, de Jong)
Wechsel Hannover
Vahid Hashemian
für Mike Hanke
(3,5)
(46.)
Jan Rosenthal
für Sergio Pinto
(3,5)
(56.)
Benjamin Lauth
für Hanno Balitsch
(3,5)
(64.)
Wechsel Hamburg
Maxim Choupo-Moting
für Mohamed Zidan
(―)
(69.)
Thimothee Atouba
für Piotr Trochowski
(―)
(78.)
Romeo Castelen
für Ivica Olic
(―)
(83.)
Karten Hannover
Gelb für Hanno Balitsch
Gelb für Arnold Bruggink
Gelb für Michael Tarnat
Karten Hamburg
Gelb für David Jarolim