Streng genommen der beste Hamburger der Ligageschichte:
Dem Hamburger Hattrick-Schützen Ivica Olic war die überhäufende Lobhudelei fast peinlich geworden: „Ich musste die drei Tore einfach machen“, gab er die Empfehlungen freundlich an seine Vorlagengeber weiter. Der Deutsche Meister VfB Stuttgart blieb nach dem 1:4-Debakel dagegen auswärts weiter ohne Punkt.
Nicht einmal der ewige Uwe Seeler hatte es in seiner Karriere beim HSV vollbringen können, einen lupenreinen Hattrick zu markieren. Also musste der Bundesliga-Dino bis in den Oktober 2007 auf diese Premiere warten, ehe dem 28-jährigen Kroaten Ivica Olic jenes Kunststück gelang. Nachdem sich ein Buchstabe des riesigen Schriftzuges auf der Arena nackt im Wind bewegte, wurde die Partie erst mit fünfzehnminütiger Verspätung angepfiffen. Beide Teams waren von Verletzungen gebeutelt. Roberto Hilbert, VfB-Rekonvaleszent, schien noch nicht wieder angekommen, als er gegen Zidan einen Zweikampf verlor, der Ägypter besagten Olic bediente und Raphael Schäfer aus spitzem Winkel überwand (7.). Über weite Strecken des Spiels wackelte die notdürftig zusammen gewürfelte VfB-Viererkette wie ein Milchzahngebiss, was der HSV in Persona Ivica Olic gnadenlos ausnutzte. Eher zufällig fiel Guy Demel der Ball vor die Füße, der noch zufälliger in der Mitte seinen nur noch einschiebenden Adressaten fand (23.). In der 35. Minute hob Osorio das Abseits auf, Schäfer rannte unnötigerweise hilflos im eigenen Strafraum umher, und Olic hatte keine Mühe mehr. Nachdem Pardo wenig später (45.) nach einem Gestocher gegen den am Boden verweilenden Jarolim vom Platz musste, geriet die VfB-Vorstellung endgültig zur Farce.
Als Hollands Nationalverteidiger Mathijsen nach dem Pausen-Tee noch das 4:0 köpfte (60.), stand der VfB vor einem Debakel. Der HSV jedoch versäumte es gutmütig, zum Beispiel durch den überhasteten Sidney Sam, sein Tore-Konto weiter zu erhöhen und ließ den desolaten VfB gewähren. Serdar Tasci gelang so knapp zwanzig Minuten vor Abpfiff sogar noch Kosmetik. Gäste-Trainer Armin Veh brachte es dann nach Spielschluss ehrlich auf den Punkt: „Wir sind nicht blauäugig, sondern mitten drin im Abstiegskampf“, Manager Horst Heldt übte sich in Durchhalteparolen. „Wir müssen den Kopf jetzt oben behalten.“ Hamburg derweil, das im letzten Jahr ganz ähnlich durchgereicht worden war, stand nun auch mit den Füßen wieder oben, nämlich auf einem Champions-League-trächtigen dritten Tabellenplatz.
Maximilian Hendel
Hamburger SV
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 1:0 | Ivica Olic | 7. | (Linksschuss, Zidan) |
| 2:0 | Ivica Olic | 23. | (Rechtsschuss, Demel) |
| 3:0 | Ivica Olic | 35. | (Rechtsschuss, Jarolim) |
| 4:0 | Joris Mathijsen | 60. | (Kopfball, Trochowski) |
| 4:1 | Serdar Tasci | 73. | (Kopfball, Farnerud) |
Aufstellung Hamburg![]() |
|
|---|---|
| Frank Rost | (3,0) |
| Guy Demel | (2,5) |
| Bastian Reinhardt | (2,5) |
| Joris Mathijsen | (2,0) |
| Thimothee Atouba | (3,0) |
| David Jarolim | (1,5) |
| Jerome Boateng | (2,5) |
| Vincent Kompany | (2,5) |
| Piotr Trochowski | (2,0) |
| Ivica Olic | (1,0) |
| Mohamed Zidan | (2,5) |
Aufstellung VfB Stuttgart |
|
|---|---|
| Raphael Schäfer | (5,0) |
| Roberto Hilbert | (5,5) |
| David Pisot | (5,5) |
| Serdar Tasci | (5,5) |
| Ricardo Osorio | (5,5) |
| Sami Khedira | (5,0) |
| Alexander Farnerud | (5,0) |
| Pavel Pardo | (5,0) |
| Yildiray Bastürk | (5,0) |
| Ewerthon | (5,5) |
| Mario Gomez | (4,5) |
Wechsel Hamburg![]() |
|
|---|---|
| Maxim Choupo-Moting für Ivica Olic |
(3,0) (62.) |
| Miso Brecko für Guy Demel |
(―) (72.) |
| Sidney Sam für David Jarolim |
(―) (77.) |
Wechsel VfB Stuttgart |
|
|---|---|
| Silvio Meißner für Ewerthon |
(4,0) (46.) |
| Peter Perchtold für Roberto Hilbert |
(4,5) (57.) |
| Andreas Beck für Yildiray Bastürk |
(―) (87.) |
Karten Hamburg![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Ivica Olic |
Karten VfB Stuttgart |
||
|---|---|---|
| Gelb für | Roberto Hilbert | |
| Rot für | Pavel Pardo | (45.) |
| Gelb für | Peter Perchtold | |
Trainer Hamburg![]() |
|---|
| Huub Stevens |
Trainer VfB Stuttgart |
|---|
| Armin Veh |