Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - Hertha BSC

Viel Arbeit mit dem Sieg

Warf sich zur Entscheidung in eine van der Vaart-Flanke: Bastian ReinhardtWarf sich zur Entscheidung in eine van der Vaart-Flanke: Bastian Reinhardt

Es sah nach dem ersten Durchgang wie ein Selbstläufer der Hamburger aus. Zu überlegen waren sie den Herthanern. Doch die Favre-Elf meldete sich zurück, brachte den HSV gehörig zum Wanken, doch nicht zum Fallen. Im Gegenteil.

Viel besser hätten die Hausherren kaum in die Partie starten können: Über Benjamin gelangte die Kugel zu Olic, der im Bodenkampf am herauslaufenden Drobny scheiterte. Den Abpraller aber brachte Guerrero bereits nach vier Spielminuten im Kasten der Berliner unter. Dem Match tat dieser Treffer allerdings weniger gut. Die Hamburger ließen sich nun bei der Aufbauarbeit ihrer Kombinationen mehr Zeit, es ging öfter quer als steil. Da den Gästen offensiv überhaupt nichts einfiel, tröpfelte das Spiel recht ereignislos vor sich hin. Ein Knaller an die Unterkante der Latte von Guerrero von der Strafraumgrenze und ein Distanzschuss von Boateng, der den Pfosten traf, unterbrachen das Einerlei immerhin zwischen der 19. und 22. Minute etwas. Ansonsten blieben die Hanseaten deutlich überlegen, suchten aber zu selten den Abschluss. Zwei Chancen für Olic und van der Vaart summierten sich noch vor dem Halbzeitpfiff, hoben den Unterhaltungswert der einseitigen Partie aber nur punktuell.

Eine Wende des Spiels deutete sich gleich nach dem Seitenwechsel an, denn die Berliner suchten intensiver die Zweikämpfe und den Weg in des Gegners Spielhälfte. Mit dem Polen Piszczek hatte Favre für den schwachen Grahn zudem einen Spieler eingewechselt, der viel Initiative mitbrachte. Der Neuling selbst prüfte Rost in der 54. und sein Mitspieler Mineiro feuerte zwei Minuten später ebenfalls gefährlich ab. Das 1:1 durch Ebert war in der 59. Minute dann auch keine Überraschung mehr. Von Pantelic in halblinker Position eingesetzt, umdribbelte Ebert Boateng und platzierte die Kugel über den Innenpfosten ins rechte Toreck der Gastgeber. In der Folgezeit neutralisierten sich die Gegner auf Augenhöhe zwar vorwiegend im Mittelfeld, doch es knisterte vor Spannung, denn das Spiel kippte nicht deutlich zu der einen oder anderen Seite. Mit einem Schuss von Demel, den Drobny parierte (77.), wurde der HSV aber doch wieder stärker, da die Gäste kräftemäßig etwas nachließen. Eine gelungene Aktion entschied das Spiel dann zu Gunsten des HSV. Van der Vaart war am rechten Flügel Platz gelassen worden, um eine Flanke vor den Torraum ziehen zu können. In diese sprang der aufgerückte Innenverteidiger Reinhardt und wuchtete das Leder mit viel Energie per Kopfstoß in die Maschen (80.). Die Hertha drängte danach zwar mit Macht auf den erneuten Ausgleich, doch die beste Chance für ein weiteres Tor hatte van der Vaart auf der Gegenseite. Er schoss die Kugel jedoch knapp übers Tor (83.). Letztlich fehlten den Gästen offensiv die Mittel, um die Hamburger zum Schluss noch ernsthaft in Gefahr zu bringen. Der Arbeitssieg der Hausherren war dann mit dem Abpfiff zu Recht in trockenen Tüchern.

Ulrich Merk

Spielstatistik Hamburger SV - Hertha BSC

Hamburger SV

-

Hertha BSC

2:1 (1:0)

Bundesliga 2007/2008, 12. Spieltag
03.11.2007, 15:30 Uhr
HSH Nordbank Arena (Hamburg), 56.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Otterbach)
Tore
1:0 Paolo Guerrero 4. (Rechtsschuss, Olic)
1:1 Patrick Ebert 59. (Rechtsschuss, Pantelic)
2:1 Bastian Reinhardt 80. (Kopfball, van der Vaart)
Wechsel Hamburg
Romeo Castelen
für Piotr Trochowski
(3,5)
(62.)
Mohamed Zidan
für Paolo Guerrero
(―)
(67.)
Miso Brecko
für Jerome Boateng
(―)
(69.)
Wechsel Hertha BSC
Lukas Piszczek
für Tobias Grahn
(4,0)
(46.)
Fabian Lustenberger
für Mineiro
(―)
(84.)
Solomon Okoronkwo
für Steve von Bergen
(―)
(84.)