Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hansa Rostock - FC Energie Cottbus

Kernige Tore

Sein Dreierpack entschied das Ost-Derby: Enrico KernSein Dreierpack entschied das Ost-Derby: Enrico Kern

Die Maßnahme von Hansa-Trainer Pagelsdorf, Enrico Kern in der vordersten Linie zu belassen, erwies sich im Ost-Derby als spielentscheidende Maßnahme. Cottbus wurde durch drei Treffer des Rostocker Angreifers bezwungen, spielte über weite Strecken aber mindestens auf Augenhöhe mit den Gastgebern.

Neben den beiden Angreifern Kern und Agali hatte Pagelsdorf in Regis Dorn einen weiteren Offensiven ins Team eingebaut, um das Druckpotential auf des Gegners bewährte Defensivausrichtung auszubauen. Die Anfangsphase aber gehöhrte der Energie-Truppe, die das Mittelfeld schneller überbrückte und energischer auf den ersten Treffer aus war. Über eine Viertelstunde lang kam Rostock kaum zu eigenen Angriffen, überstand aber gute Möglichkeiten der Gäste, die u.a. von Angelov (2.) und Sörensen (16.) vertan wurden. Als allerdings Rahn mit einem gefährlichen Freistoß (17., knapp vorbei) zum Gegenangriff blies, änderte sich das Bild schlagartig, denn eine Minute später lag die Kugel bereits im Netz von Energie-Torwart Tremmel. Agali hatte seinen Sturmpartner halbrechts frei gespielt und Kern zog den Ball flach ins lange Toreck. Cottbus zeigte sich wenig geschockt, vergab aber einige Uhrzeigerumdrehungen später, erneut durch Sörensen, eine große Chance. Es folgte ein Zwölf-Minuten-Abschnitt ohne Torszenen, ehe Timo Rost die nächste Möglichkeit für die Gäste ausließ (34.). Vor der Pause musste sich dann nur noch Tremmel einmal gegen Agali behaupten, bevor es in die Kabinen ging.

Wie im ersten Durchgang startete Cottbus auch zu Beginn des zweiten Spielabschnitts besser. Es dauerte allerdings bis zur 58. Minute, ehe sich das Team über einen Treffer freuen durfte. Nach einem Skela-Freistoß hatte Konfusion im Hansa-16er obsiegt, bis da Silva den Ball auf den Schlappen bekam und satt in die Maschen traf. Der Energie-Jubel wurde allerdings jäh erstickt. Nahezu vom Anstoß weg flog ein weiter Pass von Marc Stein über die unsortierte Abwehrzentrale der Gäste hinweg in den Lauf von Kern, der Tremmel überlupfte und die alte Tordifferenz wieder herstellte. In der Folge wurde eine zeitlang nicht deutlich, in welche Richtung sich das Spiel entwickeln würde, denn Cottbus mischte weiterhin gut mit, fand aber im Angriff nicht die Mittel und Wege, sich entscheidend durchzusetzen. Gegensätzliches gelang den Hausherren in der 74. Spielminute: Nachdem Rahn mit der Annahme einer Flanke in der unsortierten Deckung der Cottbuser an den Ball kam und abzog, nahm Kern den verunglückten Schuss an und vollstreckte seinerseits zum dritten Mal. Das 3:1 war schlichtweg die Vorentscheidung, denn Energie ging dieselbe aus und Rostock verwaltete den Vorsprung geschickt bis in die Nachspielzeit. Dann durfte allerdings Skela noch einmal zum Freistoß aus halblinker Position vor dem Strafraum antreten und zirkelte das Spielgerät zum schönsten Treffer dieses Spieles über die Mauer hinweg unhaltbar ins linke Toreck. Für eine Wende aber kam das 2:3 zu spät und Hansa hatte sich ein weiteres, gutes Stück von den Abstiegsrängen entfernt.

Ulrich Merk

Spielstatistik Hansa Rostock - FC Energie Cottbus

Hansa Rostock

-

FC Energie Cottbus

3:2 (1:0)

Bundesliga 2007/2008, 13. Spieltag
10.11.2007, 15:30 Uhr
DKB-Arena (Rostock), 20.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Otterbach)
Tore
1:0 Enrico Kern 18. (Rechtsschuss, Agali)
1:1 Vragel da Silva 58. (Rechtsschuss)
2:1 Enrico Kern 59. (Rechtsschuss, Stein)
3:1 Enrico Kern 74. (Rechtsschuss, Rahn)
3:2 Ervin Skela 90. (Freistoß)
Wechsel Rostock
Assani Lukimya
für Tim Sebastian
(3,5)
(37.)
Zafer Yelen
für Kai Bülow
(4,0)
(54.)
Heath Pearce
für Christian Rahn
(―)
(87.)
Karten Rostock
keine
Karten Cottbus
Gelb für Christian Bassila