Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart

Zurück zum alten Glanz

Sein Ausgleich gab das Signal:
Roberto HilbertSein Ausgleich gab das Signal:
Roberto Hilbert

Sekunden vor dem Halbzeitpfiff glich Stuttgart einen Rückstand aus und bestellte damit das Feld für einen deutlichen Auswärtssieg. Frankfurt, das lange gleichwertig spielte, fand bald keinerlei Mittel mehr gegen die Spielkunst des Meisters und zog letztlich glücklos mit 1:4 den Kürzeren. Für den VfB war es schon der vierte Erfolg am Stück.

Nur eins der letzten acht Spiele hatte Frankfurt zwar gewonnen, doch war die Hütte trotzdem ausverkauft. Wie von selbst kam die Begegnung daher in Schwung und die Eintracht auch fast aus dem Stand zum 1:0, als Amanatidis von Delpierre getroffen wurde und die 51.000 Elfmeter forderten. Zu Recht blieb die Pfeife aber stumm. Der lebendigen ersten Halbzeit gaben die Kontrahenten verschiedene Zugaben bei, Frankfurt vor allem hektischen Kampf, Stuttgart eher spielerische Raffinesse. Im Ergebnis stand zur Pause ein Patt, denn nachdem jedes Team zwei bis drei gute Möglichkeiten vergeben hatte, fiel auch auf beiden Seiten je noch ein Tor. Erst sprach alles für die Eintracht, weil nur Sekunden nachdem Sturmführer Gomez angeschlagen den Platz verlassen musste, Ochs den Ball von Hitzlsperger ergaunerte und Benjamin Köhler zum 1:0 auflegen konnte (42.). Der Deutsche Meister bewahrte allerdings die Ruhe und nutzte die wenigen Minuten bis zur Pause tatsächlich noch zum Ausgleich. Hilbert schoss aus kurzer Distanz ein, nachdem Pardo ihm mit einem tollen Pass den Weg geebnet hatte (45.). Mit diesem Hochgefühl gingen die Gäste in die Pause, zumal Schiedsrichter Gagelmann das Spiel gar nicht erst wieder eröffnen ließ.

Die Begegnung blieb lebhaft und temporeich, neigte sich allerdings schneller als erwartet zugunsten der Schwaben. Pardos Pfostenknaller aus knapp 30 Metern blieb eine unerhörte Warnung, denn gleich darauf hinderte Köhler Roberto Hilbert nicht am Flanken und Inamoto kam in der Mitte zu spät gegen Marica. Kurz nach seiner Einwechslung für Gomez traf der Rumäne zum 1:2 (49.). In voller Pracht zeigte sich nun das frische Selbstvertrauen des VfB, der Frankfurt nur kurz an die Möglichkeit eines Ausgleichs glauben ließ (Amanatidis/54.), dann aber aus der Konterstellung sofort das Spiel entschied: Cacau passte steil in die Mitte, Spycher träumte und Hitzlsperger markierte kühl und souverän das 1:3 (57.). Die Platzelf gab sich nie geschlagen, wühlte sich immer wieder irgendwie voran und kam mitunter auch zu einzelnen Möglichkeiten. Amanatidis etwa traf mit einem Volleyschuss ans Metall (70.). Mit der Konzentration indes hatten die Hessen große Probleme, weshalb sich den Gästen automatisch Räume eröffneten, die sie meist zur Entlastung und in der Schlusssequenz sogar noch zum 1:4 nutzen konnten. Cacau drückte ein Zuspiel Maricas über die Linie (90.). So hatten es die Schwaben unterm Strich nicht eben schwer, heimsten aber trotzdem hochverdient den vierten Sieg in Folge ein, weil sie sich, analog zu ihrem Saisonverlauf, stetig und konzentriert steigerten und besonders spielerisch die um Längen bessere Mannschaft stellten. Frankfurts Leidenschaft war als Gegenmittel zu schwach.

Maik Großmann

Spielstatistik Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart

Eintracht Frankfurt

-

VfB Stuttgart

1:4 (1:1)

Bundesliga 2007/2008, 14. Spieltag
24.11.2007, 15:30 Uhr
Commerzbank-Arena (Frankfurt), 51.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Tore
1:0 Benjamin Köhler 42. (Linksschuss, Ochs)
1:1 Roberto Hilbert 45. (Rechtsschuss, Pardo)
1:2 Ciprian Marica 49. (Linksschuss, Hilbert)
1:3 Thomas Hitzlsperger 57. (Linksschuss, Cacau)
1:4 Cacau 90. (Rechtsschuss, Marica)
Wechsel Frankfurt
Naohiro Takahara
für Patrick Ochs
(4,5)
(58.)
Michael Fink
für Junichi Inamoto
(―)
(80.)
Karten Frankfurt
Gelb für Michael Thurk
Karten VfB Stuttgart
Gelb für Cacau
Gelb für Thomas Hitzlsperger
Gelb für Andreas Beck