Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg

Neuer Torwart, alte Abwehrprobleme

Hat sich in Stuttgart längst zur Führungspersönlichkeit entwickelt: Torschütze Thomas HitzlspergerHat sich in Stuttgart längst zur Führungspersönlichkeit entwickelt: Torschütze Thomas Hitzlsperger

In einem weitgehend ausgeglichenen und umkämpften Duell war Stuttgart das abgebrühtere Team und behielt deshalb verdientermaßen alle Punkte im Gottlieb-Daimler-Stadion. Für den VfL, der nun seit fünf Begegnungen nicht mehr gewonnen hat, reichte es lediglich zum zwischenzeitlichen Anschlusstreffer.

VfB-Verteidiger Delpierre, der eine Ecke von Hitzlsperger knapp am Winkel vorbei köpfte (1.), und Marcelinho mit einem von Schäfer parierten Schuss (4.) machten schnell deutlich, wohin die Reise in dieser Partie gehen sollte. Beide Mannschaften hatten fast unaufhörlich den Vorwärtsgang eingelegt und wollten dem Kontrahenten keine Gelegenheit zum Durchschnaufen geben. Die löblichen Vorhaben hatten allerdings den Haken, dass hüben wie drüben zu viele Fehlpässe ein wirklich hochklassiges Spiel verhinderten. Da auf Seiten der Gäste außerdem die Abstimmung in der neu formierten Viererkette ­ Baier, Madlung, Simunek, Karimov ­ fehlte, dürften VfL-Trainer Felix Magath bei Stuttgarter Attacken regelmäßig die Schweißperlen auf der Stirn gestanden haben. Dies galt vor allem für die achte Minute, als Cacau auf links frei zum Schuss kam, jedoch an André Lenz scheiterte, der anstelle des für diese Partie aus dem Kader gestrichenen Simon Jentzsch das Tor der Wölfe hütete. Nachdem Marcelinho nach einer Flanke von Grafite die Führung der Niedersachsen verpasste hatte (20.), stellte sich Lenz eine neue Aufgabe, die der Mann zwischen den Pfosten diesmal nicht meistern konnte. Pardos Ecke von der rechten Seite köpfte Meira nach innen, wo der VfL-Keeper gegen den zu seinem zweiten Saisontor einnickenden Ciprian Marica zu spät kam (26.). Hauptverantwortlich für das 1:0 war aber nicht der Keeper, sondern die im Tiefschlaf steckenden Verteidiger, die nicht ansatzweise in der Nähe des Torschützen zu finden waren. Die Schützlinge von Armin Veh schickten sich in den Folgeminuten an, die Verunsicherung des Gegners zum Doppelschlag zu nutzen. Allerdings hatten sich die Niedersachsen schneller als erwartet vom Rückstand erholt und versuchten noch vor dem Seitenwechsel zu antworten. Mehr als ein Kopfball von Ricardo Costa ans Außennetz fiel dem VfL trotz aller Anstrengungen jedoch nicht ein (39.).

Der Start in den zweiten Spielabschnitt geriet ganz nach dem Gusto der Hausherren: Osorio fand mit seiner Hereingabe von der rechten Seite Cacau, der, wie zuvor Sturmkollege Marica, einsam und verlassen durch die Beine von Lenz vollstrecken konnte (48.). Die Wolfsburger ließen sich davon jedoch nicht aus der Bahn werfen und glichen nur 180 Sekunden später aus. Christian Gentner, noch bis 2009 vom VfB an den Werksklub ausgeliehen, passte von der Außenlinie auf Josué, der zum unmittelbar vor dem Kasten postierten Edin Dzeko weiterleitete. Der völlig freistehende Neuzugang aus Bosnien ließ sich nicht lange bitten und markierte das 500. Bundesligator des VfL. In der weiterhin von zahlreichen Zweikämpfen geprägten Begegnung wurden die Gäste nun zunehmend zielstrebiger. Weil die Magath-Truppe dabei gleichzeitig immer mehr die Deckung entblößte, eröffneten sich den Stuttgartern einige vielversprechende Kontersituationen. Am dichtesten vor dem 3:1 standen Marica und Hilbert, denen bei einer Doppelchance André Lenz bzw. die eigene Zielgenauigkeit im Weg stand (71.). Die nötige Präzision ließ auch der eingewechselte Wolfsburger Ashkan Dejagah vermissen, der bei seinen Versuchen in der 72. und in der 78. Minute das Spielgerät nicht im Zielbereich versenken konnte. Stattdessen zog Nationalspieler Thomas Hitzlsperger drei Minuten vor dem Ende mit einem Zwölf-Meter-Schuss ins lange Eck einen Schlussstrich unter das Spiel.

Christian Brackhagen

Spielstatistik VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg

VfB Stuttgart

-

VfL Wolfsburg

3:1 (1:0)

Bundesliga 2007/2008, 16. Spieltag
08.12.2007, 15:30 Uhr
Gottlieb-Daimler-Stadion (Stuttgart), 55.800 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Otterbach)
Tore
1:0 Ciprian Marica 26. (Kopfball, Meira)
2:0 Cacau 48. (Linksschuss, Osorio)
2:1 Edin Dzeko 51. (Rechtsschuss, Josué)
3:1 Thomas Hitzlsperger 87. (Linksschuss, Pardo)
Wechsel VfB Stuttgart
Arthur Boka
für Cacau
(3,0)
(58.)
Ewerthon
für Roberto Hilbert
(―)
(73.)
Silvio Meißner
für Ciprian Marica
(―)
(89.)
Wechsel Wolfsburg
Ashkan Dejagah
für Josué
(3,0)
(64.)
Sergiu Radu
für Grafite
(4,5)
(64.)
Sascha Riether
für Daniel Baier
(―)
(84.)
Karten Wolfsburg
Gelb für Grafite