Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hansa Rostock - VfL Bochum

Die Angst vor der Fremde

Ständiger Unruheherd im Bochumer Strafraum: Sebastian HähngeStändiger Unruheherd im Bochumer Strafraum: Sebastian Hähnge

Bochum ging auswärts erneut baden. Gegen Hansa Rostock verlor das Team von Marcel Koller sein siebtes von acht Auswärtsspielen. Rostock überwinterte somit auf einem Nichtabstiegsplatz, Bochums Abstand zum 16. Tabellenplatz hingegen verringerte sich.

Frank Pagelsdorf hatte nach der 0:3-Schlappe bei Bayer Leverkusen alle Hände voll zu tun. Nicht nur, dass er einer am Boden liegenden Hansa-Elf auf die Beine helfen musste, es plagten den Trainer zusätzlich Personalsorgen: Torjäger Kern war nach der fünften Gelben Karte gesperrt und Kapitän Beinlich fiel mit Knieproblemen aus. Pearce und Cetkovic mussten auf der Bank Platz nehmen. Neu im Team waren Bülow, Rahn, Yelen und Hähnge. Auf Bochumer Seite war Marcel Maltritz (Knochenabsplitterung im Zeh) verletzt, Imhof musste sich mit einem Bankplatz begnügen. Yahia und Zdebel spielten von Beginn an. Schon in den ersten Minuten versuchten die Rostocker das schwache Leverkusen-Spiel vergessen zu machen. Sie drängten unbeirrt auf das Tor der Westfalen. In der vierten Minute sauste Agalis Torschuss aus 20 Metern links am Tor vorbei. Ging hier noch ein Raunen durch die DKB-Arena, jubelte wenige Minuten später die große Mehrheit der 15.000 Zuschauer. Eine Ecke von Yelen verlängerte Rahn am kurzen Pfosten, Bülow stand goldrichtig und nickte ein ­ 1:0 (7.). Während die Bochumer fortan meist kopflos in des Gegners Hälfte rannten, spielten die Rostocker souverän und ideenreich ihre Offensivqualitäten aus. Zudem suchten sie den Abschluss ­ aus allen Lagen: Sinnbildlich eine Szene aus der 14. Minute: Agali schnappte sich den Ball kurz hinter der Mittellinie und setzte zum Torschuss an. Der Ball landete im Niemandsland. In der 28. Minute dann die nächste Großchance für die Gastgeber: Aus halbrechter Position schlenzte Rathgeb einen Freistoß aufs Tor ­ mit einer Glanzparade fischte VfL-Torwart Renno den Ball aus dem Winkel. Zwei Minuten später tauchten die Gäste erstmals gefährlich vor dem Hansa-Tor auf: Sestaks Schuss aus spitzem Winkel strich aber am Pfosten vorbei. In der Folge gewann das Spiel der Bochumer an Esprit, doch die wenigen Chancen verpufften im Nichts: Epallés Schuss aus 25 Metern bedeutete kein Problem für Hahnel (37.), auch ein Distanzschuss von Fuchs brachte keine wirklich Gefahr für das Hansa-Tor: Der Ball landete im Fangnetz einen Meter über der Querlatte (42.). Im Gegenzug dann das 2:0. Agalis Schuss wurde zwar noch abgeblockt, doch dann hatte Langen seinen großen Auftritt: Der Außenverteidiger schnappe sich den Ball an der rechten Strafraumgrenze und düpierte zwei Gegenspieler. Seine Flanke landete bei Hähnge, der aus sieben Metern einköpfte (43.).

Die zweite Halbzeit begann ähnlich wie die erste und forsche Rostocker zwangen Renno das eine oder andere Mal zu Glanztaten: In der 48. Minute tauchte Bülow am langen Pfosten der Bochumer auf ­ sein Aufsetzer parierte Renno reflexartig in Weltklassemanier. Auch in der 68. Minute war Renno auf der Hut: Der Keeper fischte einen präzisen Schuss von Hähnge aus dem unteren linken Eck. Vier Minuten später war es wieder der agile Hähnge, der Renno prüfte: Inmitten eines Tohuwabohus im VfL-Strafraum kam der Hansa-Stürmer an den Ball, suchte kurzerhand den Abschluss, verzog aber. Dennoch - da fehlte nicht viel (72.). In der Folgezeit zogen sich die Rostocker weiter zurück, doch der VfL zeigte keinerlei Bemühungen das Spiel noch drehen zu wollen. In der 83. Minute gab es die erste Ecke für die Gäste ­ sie brachte nichts ein. Erst in der 85. Minute die erste Großchance für den VfL: Der eingewechselte Drsek nahm sich ein Herz und donnerte einen Ball an die Latte ­ Hahnel wäre chancenlos gewesen. Am Ende gewann Rostock nach dem inspirationslosen Kick aus der Woche überraschend souverän. Pagelsdorf nahm es erfreut zur Kenntnis, dass sein Team nun auf einem Nichtabstiegsplatz überwintert, man dürfe sich davon „aber nicht blenden lassen“. Es gäbe noch viel zu tun. Auch in Bochum gab es viel zu tun, denn auswärts war die VfL-Elf nichts anderes als ein gern gesehener Punktelieferant. Trainer Koller glaubte nach dem Spiel aber an die Trendwende, wenn man immer so spielen würde wie in der zweiten Halbzeit: „Eine unnötige Niederlage“, so sein Resümee. Dennoch eine verdiente.

Andreas Bock

Spielstatistik Hansa Rostock - VfL Bochum

Hansa Rostock

-

VfL Bochum

2:0 (2:0)

Bundesliga 2007/2008, 17. Spieltag
16.12.2007, 17:00 Uhr
DKB-Arena (Rostock), 15.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Tore
1:0 Kai Bülow 7. (Kopfball, Rahn)
2:0 Sebastian Hähnge 43. (Kopfball, Langen)
Wechsel Rostock
Amir Shapourzadeh
für Victor Agali
(3,5)
(63.)
Heath Pearce
für Christian Rahn
(―)
(84.)
Diego Morais Pacheco
für Marc Stein
(―)
(89.)
Wechsel Bochum
Tommy Bechmann
für Tomasz Zdebel
(3,5)
(62.)
Dennis Grote
für Danny Fuchs
(―)
(73.)
Pavel Drsek
für Philipp Bönig
(―)
(84.)
Karten Rostock
Gelb für Orestes
Karten Bochum
Gelb für Philipp Bönig
Gelb für Anthar Yahia