Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - Hannover 96

Zu wenig für den Titelkampf

Vor der Pause Hamburgs Versicherung:
Frank RostVor der Pause Hamburgs Versicherung:
Frank Rost

Gegen die verblüffend starken Gäste sah Hamburg im ersten Durchgang kaum einen Stich und hatte Glück, nur um einen Treffer zurückzuliegen. Nach dem Wechsel stand das Spiel auf Messers Schneide. Als es statt 0:2 dann doch 1:1 stand, zog sich Hannover aber zurück und entschied sich für den Spatzen in der Hand. Richtig zufrieden war allerdings niemand.

Noch vor wenigen Tagen hatte die Stevens-Elf eine Duftmarke gesetzt und war sicherer als alle übrigen Erstligisten in die nächste Pokalrunde gezogen. Diese Sicherheit aber war nun verflogen. Keinesfalls der große, sondern der kleine HSV machte in der Nordbank-Arena das Spiel und stiftete gleich in der Anfangsphase reihenweise Unfrieden. Mike Hanke tauchte als Erster vor Frank Rost auf und zwang ihn per Aufsetzer zu einer rettenden Tat (6.). Zehn Minuten später drang der Tscheche Stajner, der überraschend anstelle Rosenthals in der Anfangself stand, wuchtig in den Strafraum ein und stand nach einem Haken allein vor Hamburgs Keeper. Rost aber parierte erneut und hatte Glück, dass Mike Hanke mit dem Abpraller nichts anfangen konnte. Wie Hannover spielte auch der HSV nur mit einer echten Spitze, doch war das Mittelfeld zu klar unter Kontrolle der Gäste, um van der Vaart überhaupt zu erreichen. Er wirkte im Angriffszentrum verschenkt. Kein einziges Mal hatte Robert Enke daher eingreifen müssen, als seine Mannschaft wie lange schon angekündigt endlich in Führung ging. Kaltschnäuzig wie ein Stürmer drang Christian Schulz in den Hamburger Strafraum ein und ließ sich von Demel reichlich clever dort auch foulen. Huszti fuhr die Ernte ein und brachte die Hecking-Elf hochverdient mit 1:0 in Front (40.).

Huub Stevens baute nun um und hauchte seiner Mannschaft damit Leben ein. Mit Olic als klassischer Spitze und van der Vaart als Verteiler im Mittelfeld gingen erheblich weniger Bälle verloren. Auch die Einstellung aber trug dazu bei, dass zu den immer noch sehr verbissenen Gästen allmählich ein gleichstarkes Gegengewicht entstand. Sämtliche Spielausgänge waren nun möglich. Mit der ersten echten Chance durch Boateng (55.) taute auch das Hamburger Publikum auf und stärkte seiner Mannschaft den Rücken. Demel (60.) und Guerrero (67.) bekamen den Ausgleich auf den Fuß, ebenso konnte Huszti aber für die nun vornehmlich konternden Gäste auch das 0:2 markieren (56.). Wie unheimlich eng die Partie inzwischen war, zeigte sich in der 70. Minute. Zweimal in kurzer Folge konnten die Roten zunächst davonziehen, doch köpfte Stajner knapp daneben und scheiterte Huszti einmal mehr am guten Frank Rost. Im Gegenzug dann fiel statt dessen das 1:1, wobei sich van der Vaart nur durch einen leichten Schubser gegen Vinicius durchsetzte und dadurch erst zum Vorbereiter wurde. Seinen Schuss klatschte Enke noch ab, ehe Olic aber per Abstauber den Ausgleich markierte (71.). Für kurze Zeit schien der HSV das Spiel gar noch zu drehen. Hannover aber traf die wohl richtige Entscheidung und sicherte nun vornehmlich sein Tor, zumal der eingewechselte Pinto kurz vor Schluss noch vom Platz flog ­ wegen eines Revanchefouls gegen Nigel de Jong. Der eine Punkt war somit der Mindestlohn für die bis auf die Chancenverwertung optimal eingestellte Gäste-Elf. Hamburg wiederum war nicht nur mit sich selbst unzufrieden, sondern vor allem mit der neuen Tabellensituation.

Maik Großmann

Spielstatistik Hamburger SV - Hannover 96

Hamburger SV

-

Hannover 96

1:1 (0:1)

Bundesliga 2007/2008, 18. Spieltag
02.02.2008, 15:30 Uhr
HSH Nordbank Arena (Hamburg), 57.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Günter Perl (München)
Tore
0:1 Szabolcs Huszti 40. (Foulelfmeter, Demel an Schulz)
1:1 Ivica Olic 71. (Rechtsschuss, van der Vaart)
Wechsel Hamburg
Bastian Reinhardt
für David Jarolim
(3,0)
(46.)
Paolo Guerrero
für Maxim Choupo-Moting
(3,0)
(59.)
Collin Benjamin
für Jerome Boateng
(―)
(77.)
Wechsel Hannover
Jan Rosenthal
für Hanno Balitsch
(―)
(69.)
Sergio Pinto
für Jirí Stajner
(―)
(75.)
Benjamin Lauth
für Szabolcs Huszti
(―)
(87.)
Karten Hamburg
Gelb für Rafael van der Vaart
Karten Hannover
Rot für Sergio Pinto (90.)