Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - Eintracht Frankfurt

Tschechischer Märchenfilm

Stolzer Einstand in der Fußball-Bundesliga:
Martin FeninStolzer Einstand in der Fußball-Bundesliga:
Martin Fenin

Eintrachts zweiter Auswärtssieg kam nicht nur wie ein Unwetter über Berlin, er war auch ein Ausdruck der glücklicheren Einkaufspolitik. Martin Fenin, Winterneuzugang aus Tschechien, machte die Bundesliga gleich im ersten Spiel zur Bühne und erschoss hilflose Herthaner fast allein. Einer höheren Packung entging die alte Dame nur mit Glück.

Beide Teams waren nicht nur um neue Namen reicher, sondern auch personell unvollzählig. Früh aber zeichnete sich ab, dass es die Gastgeber schlimmer getroffen hatte, denn der Ausfall gleich zweier etatmäßiger Verteidiger, van Bergen und Arne Friedrich, war für die Funkel-Elf ein gefundenes Fressen. Gleich nach zehn Minuten tat sich Martin Fenin stark hervor, der nach nicht optimaler Vorbereitung gar etwas überraschend überhaupt in der Startelf stand. Drobny verhinderte mit einer Doppelabwehr das 0:1 (10./11.). Hertha war damit gewarnt, fand aber trotzdem überhaupt nicht zu sich selbst. Wenn nicht Marko Pantelic in der Offensive Akzente setzte (30.), dann machte es niemand, am wenigsten Neuzugang Raffael, der wie der Serbe Kaczar von Anfang an auflief, jedoch ein absoluter Fremdkörper blieb. Das Frankfurter Spiel sah neben den überforderten Berlinern richtig gut aus, besonders das schnelle Umschalten über die Außen, das immer wieder zu gefährlichen Flankenbällen führte. Ein ebensolcher führte auch zum längst fälligen 0:1, ausgehend von Köhler, dessen hohes Zuspiel Amanatidis verlängerte. Sträflich frei kam so Martin Fenin an den Ball und ließ Jaroslav Drobny diesmal keine Chance (40.). Mit dem 0:1 in die Kabine zu kommen, fiel der Alten Dame nicht einmal leicht, denn auch Amanatidis tauchte kurz vor der Pause noch vor Drobnys Kasten auf und vergab eine hervorragende Möglichkeit (44.).

Der Berliner Auftritt konnte eigentlich nur besser werden und wurde tatsächlich noch schlechter. Allein Martin Fenin wirbelte Herthas Abwehr weiterhin heillos durcheinander und konnte schon viel eher seinen zweiten Treffer erzielen, so wie auch Benjamin Köhler eine gute Gelegenheit verstreichen ließ. Es war die gesamte Eintracht, die das Olympiastadion einnahm und keinen Gedanken an einen Rückzug vors eigene Tor verschwendete. Die fälligen Tore aber schoss nur ein einziger Mann. Gekonnt war ganz besonders das 0:2, als Fenin einen Steilpass von Amanatidis bekam und aus spitzem Winkel mit aller Entschlossenheit zum Treffer nutzen konnte. Drobny und vor allem Chahed ließen sich dabei billig düpieren (60.). Lucien Favre hatte kaum eine Wahl und mobilisierte seine sämtlichen Sturmreserven, doch hing das Berliner Schicksal weiter viel zu sehr an Einzelnen, wogegen Frankfurt sich geschlossen und durchdacht präsentierte und seine drückende Überlegenheit zu Recht am Ende noch krönte. An der Reihe war im Grunde Amanatidis, der ebenfalls eine bärenstarke Leistung zeigte und schon kurz zuvor an einem Tor nur knapp gescheitert war. Der Held des Tages allerdings stand bereits fest und durfte daher auch noch ein drittes Mal jubeln. Wieder auf Vorarbeit des Griechen traf Martin Fenin zum 0:3 und war damit der einzige Schütze eines Kantersieges.

Maik Großmann

Spielstatistik Hertha BSC - Eintracht Frankfurt

Hertha BSC

-

Eintracht Frankfurt

0:3 (0:1)

Bundesliga 2007/2008, 18. Spieltag
02.02.2008, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 35.900 Zuschauer
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Tore
0:1 Martin Fenin 40. (Rechtsschuss, Amanatidis)
0:2 Martin Fenin 60. (Linksschuss, Amanatidis)
0:3 Martin Fenin 90. (Rechtsschuss, Amanatidis)
Wechsel Hertha BSC
Bryan Arguez
für Gojko Kacar
(4,5)
(62.)
Solomon Okoronkwo
für Chinedu Ede
(―)
(68.)
Lukas Piszczek
für Sofian Chahed
(―)
(72.)
Wechsel Frankfurt
Mehdi Mahdavikia
für Markus Weissenberger
(―)
(75.)
Marco Russ
für Michael Fink
(―)
(89.)