Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Borussia Dortmund - FC Schalke 04

Schalke zurück im Titelkampf

„Mister Schalke“ schockte den Erzrivalen:
Gerald Asamoah„Mister Schalke“ schockte den Erzrivalen:
Gerald Asamoah

Am 12. Mai des vergangenen Jahres hatte Dortmund mit einem 2:0-Heimsieg die Hoffnungen des Erzrivalen auf die erste Meisterschaft seit knapp 50 Jahren zerstört. Neun Monate später kehrten die Gelsenkirchener an ihren "Ort des Schreckens" zurück und revanchierten sich nicht nur für den damaligen Tiefschlag. Nach dem 3:2-Erfolg durften sie ihre Hoffnungen auf den Titelgewinn auch in der laufenden Spielzeit aufrecht halten.

Ausgerechnet im Revierderby mussten die Schalker auf die Dienste ihres Goalgetters Kevin Kuranyi verzichten. Sein Fehlen machte sich allerdings nicht bemerkbar, denn sein Kollege Gerald Asamoah stand ohnehin im Mittelpunkt des Geschehens. Nach der „Weidenfeller-Affäre“ vom Hinspiel wurde „Mister Schalke“ von den Dortmunder Fans mit Pfiffen empfangen. Aber diese trieben ihn wohl zu Höchstleistungen: Nachdem er den Ball um mehrere Zentimeter am rechten Pfosten vorbei schoss (5.), ein Tor wegen Abseits abgepfiffen wurde (12.), klappte es im dritten Versuch mit dem gewünschten Erfolgserlebnis ­ und zwar unter kräftiger Mithilfe der Dortmunder Abwehrkette. Erst verlor Amedick das Spielgerät in der eigenen Hälfte, dann eilte BVB-Keeper Ziegler unnötigerweise aus seinem Kasten heraus, so dass Asamoah nur noch ins leere Tor einzuschieben brauchte (19.). Die Führung war verdient, da die Dortmunder zunächst nur durch Unzulänglichkeiten im Spielaufbau auffielen. Dennoch führte gleich der erste gefährliche Angriff der Hausherren zum Ausgleich. An Federicos Schuss war zwar Schalkes Schlussmann Neuer noch mit der Hand dran, konnte aber dem Ball keine entscheidende Richtungsänderung mehr verleihen (21.). Jedoch brachte auch der urplötzliche Ausgleichstreffer die Gäste nicht aus dem Tritt. Nach einer Rakitic-Ecke traf zwar Neu-Nationalspieler Westermann nur das Außennetz (24.), aber die Borussen sorgten dann selbst für den gerechten Spielstand. In der 30. Minute verlängerte Amedick einen von Rakitic getretenen Freistoß ins eigene Netz. Danach bemühten sich die Westfalen, für den postwendenden Gegenschlag zu sorgen, waren allerdings in ihren spielerischen Mitteln zu beschränkt, um die Schalker Defensive wirklich in Verlegenheit zu bringen. Zudem hatten sie Pech, als Schiedsrichter Gagelmanns Pfeife ­ nach einem Foul von Bordon an Kehl im Strafraum (41.) - stumm blieb.

Den nächsten Rückschlag mussten die Dortmunder in der Halbzeitpause einstecken, denn Torhüter Marc Ziegler blieb mit einer Schulterverletzung in der Kabine und wurde durch den gerade erst verpflichteten Alexander Bade ersetzt. Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff fiel dann prompt der nächste Treffer ­ und zwar wider Erwarten für die Hausherren. Nach einem von Tinga eingeleiteten Konterangriff schlug Frei eine Flanke auf Petric, der die Kugel aus wenigen Metern ins Netz wuchtete. Auch spielerisch zeigten sich die Doll-Schützlinge nun verbessert. Federico hätte fast für die Führung gesorgt, scheiterte aber am Schalker Torhüter Neuer (53.). Danach blieb das Spiel ausgeglichen, bis Dortmunds Linksverteidiger Dede seiner Mannschaft einen Bärendienst erwies. Nach einer Grätsche mit gestrecktem Fuß gegen Schalkes Spielmacher Rakitic sah der Brasilianer nicht nur Rot, auch der Gefoulte musste verletzungsbedingt das Spielfeld verlassen (76.). Jedoch rächten ihn seine Kollegen auf dem sportlichen Weg: Asamoah spielte den Ball in den Rücken der Abwehr, wo sein Jugendfreund Fabian Ernst schon wartete und mit einem trockenen Schuss ins linke Eck das 2:3 besorgte (82.). Dortmunds Offensivbemühungen in der Schlussphase brachten zwar ebenfalls noch ein Tor ein, aber Frei stand bei seinem Schuss in eindeutiger Abseitsposition (90.). Das Derby hielt diesmal das, was es versprach: Viel Kampf, hohes Tempo und am Ende einen verdienten Sieger aus Gelsenkirchen, der vor allem aufgrund einer starken ersten Halbzeit den beiden Topklubs der Liga, die sich genau wie am Vortag Leverkusen und der HSV gegenseitig schadeten, auf den Pelz rücken konnte.

Senthuran Sivananda

Spielstatistik Borussia Dortmund - FC Schalke 04

Borussia Dortmund

-

FC Schalke 04

2:3 (1:2)

Bundesliga 2007/2008, 19. Spieltag
10.02.2008, 17:00 Uhr
Signal Iduna Park (Dortmund), 80.700 Zuschauer
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Tore
0:1 Gerald Asamoah 19. (Rechtsschuss, Altintop)
1:1 Giovanni Federico 21. (Linksschuss)
1:2 Martin Amedick 30. (Eigentor, Rakitic)
2:2 Mladen Petric 51. (Kopfball, Frei)
2:3 Fabian Ernst 82. (Linksschuss, Asamoah)
Wechsel Schalke
Vicente Sanchez
für Halil Altintop
(―)
(69.)
Albert Streit
für Ivan Rakitic
(―)
(77.)
Sören Larsen
für Gerald Asamoah
(―)
(85.)
Karten Dortmund
Gelb für Sebastian Kehl
Gelb für Alexander Frei
Rot für Dédé (76.)
Karten Schalke
Gelb für Marcelo José Bordon
Gelb für Jermaine Jones
Gelb für Mathias Schober (auf der Bank.)