„Mister Schalke“ schockte den Erzrivalen:
Am 12. Mai des vergangenen Jahres hatte Dortmund mit einem 2:0-Heimsieg die Hoffnungen des Erzrivalen auf die erste Meisterschaft seit knapp 50 Jahren zerstört. Neun Monate später kehrten die Gelsenkirchener an ihren "Ort des Schreckens" zurück und revanchierten sich nicht nur für den damaligen Tiefschlag. Nach dem 3:2-Erfolg durften sie ihre Hoffnungen auf den Titelgewinn auch in der laufenden Spielzeit aufrecht halten.
Ausgerechnet im Revierderby mussten die Schalker auf die Dienste ihres Goalgetters Kevin Kuranyi verzichten. Sein Fehlen machte sich allerdings nicht bemerkbar, denn sein Kollege Gerald Asamoah stand ohnehin im Mittelpunkt des Geschehens. Nach der „Weidenfeller-Affäre“ vom Hinspiel wurde „Mister Schalke“ von den Dortmunder Fans mit Pfiffen empfangen. Aber diese trieben ihn wohl zu Höchstleistungen: Nachdem er den Ball um mehrere Zentimeter am rechten Pfosten vorbei schoss (5.), ein Tor wegen Abseits abgepfiffen wurde (12.), klappte es im dritten Versuch mit dem gewünschten Erfolgserlebnis und zwar unter kräftiger Mithilfe der Dortmunder Abwehrkette. Erst verlor Amedick das Spielgerät in der eigenen Hälfte, dann eilte BVB-Keeper Ziegler unnötigerweise aus seinem Kasten heraus, so dass Asamoah nur noch ins leere Tor einzuschieben brauchte (19.). Die Führung war verdient, da die Dortmunder zunächst nur durch Unzulänglichkeiten im Spielaufbau auffielen. Dennoch führte gleich der erste gefährliche Angriff der Hausherren zum Ausgleich. An Federicos Schuss war zwar Schalkes Schlussmann Neuer noch mit der Hand dran, konnte aber dem Ball keine entscheidende Richtungsänderung mehr verleihen (21.). Jedoch brachte auch der urplötzliche Ausgleichstreffer die Gäste nicht aus dem Tritt. Nach einer Rakitic-Ecke traf zwar Neu-Nationalspieler Westermann nur das Außennetz (24.), aber die Borussen sorgten dann selbst für den gerechten Spielstand. In der 30. Minute verlängerte Amedick einen von Rakitic getretenen Freistoß ins eigene Netz. Danach bemühten sich die Westfalen, für den postwendenden Gegenschlag zu sorgen, waren allerdings in ihren spielerischen Mitteln zu beschränkt, um die Schalker Defensive wirklich in Verlegenheit zu bringen. Zudem hatten sie Pech, als Schiedsrichter Gagelmanns Pfeife nach einem Foul von Bordon an Kehl im Strafraum (41.) - stumm blieb.
Den nächsten Rückschlag mussten die Dortmunder in der Halbzeitpause einstecken, denn Torhüter Marc Ziegler blieb mit einer Schulterverletzung in der Kabine und wurde durch den gerade erst verpflichteten Alexander Bade ersetzt. Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff fiel dann prompt der nächste Treffer und zwar wider Erwarten für die Hausherren. Nach einem von Tinga eingeleiteten Konterangriff schlug Frei eine Flanke auf Petric, der die Kugel aus wenigen Metern ins Netz wuchtete. Auch spielerisch zeigten sich die Doll-Schützlinge nun verbessert. Federico hätte fast für die Führung gesorgt, scheiterte aber am Schalker Torhüter Neuer (53.). Danach blieb das Spiel ausgeglichen, bis Dortmunds Linksverteidiger Dede seiner Mannschaft einen Bärendienst erwies. Nach einer Grätsche mit gestrecktem Fuß gegen Schalkes Spielmacher Rakitic sah der Brasilianer nicht nur Rot, auch der Gefoulte musste verletzungsbedingt das Spielfeld verlassen (76.). Jedoch rächten ihn seine Kollegen auf dem sportlichen Weg: Asamoah spielte den Ball in den Rücken der Abwehr, wo sein Jugendfreund Fabian Ernst schon wartete und mit einem trockenen Schuss ins linke Eck das 2:3 besorgte (82.). Dortmunds Offensivbemühungen in der Schlussphase brachten zwar ebenfalls noch ein Tor ein, aber Frei stand bei seinem Schuss in eindeutiger Abseitsposition (90.). Das Derby hielt diesmal das, was es versprach: Viel Kampf, hohes Tempo und am Ende einen verdienten Sieger aus Gelsenkirchen, der vor allem aufgrund einer starken ersten Halbzeit den beiden Topklubs der Liga, die sich genau wie am Vortag Leverkusen und der HSV gegenseitig schadeten, auf den Pelz rücken konnte.
Senthuran Sivananda
Borussia Dortmund
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 0:1 | Gerald Asamoah | 19. | (Rechtsschuss, Altintop) |
| 1:1 | Giovanni Federico | 21. | (Linksschuss) |
| 1:2 | Martin Amedick | 30. | (Eigentor, Rakitic) |
| 2:2 | Mladen Petric | 51. | (Kopfball, Frei) |
| 2:3 | Fabian Ernst | 82. | (Linksschuss, Asamoah) |
Aufstellung Dortmund![]() |
|
|---|---|
| Marc Ziegler | (5,0) |
| Antonio Rukavina | (3,5) |
| Robert Kovac | (4,5) |
| Martin Amedick | (5,0) |
| Dédé | (3,5) |
| Sebastian Kehl | (4,0) |
| Florian Kringe | (4,0) |
| Tinga | (2,5) |
| Giovanni Federico | (2,5) |
| Mladen Petric | (2,5) |
| Diego Fernando Klimowicz | (―) |
Aufstellung Schalke |
|
|---|---|
| Manuel Neuer | (3,0) |
| Rafinha | (4,0) |
| Mladen Krstajic | (4,0) |
| Marcelo José Bordon | (3,5) |
| Heiko Westermann | (3,0) |
| Jermaine Jones | (3,0) |
| Fabian Ernst | (2,0) |
| Levan Kobiashvili | (3,5) |
| Ivan Rakitic | (2,5) |
| Gerald Asamoah | (1,5) |
| Halil Altintop | (3,0) |
Wechsel Dortmund![]() |
|
|---|---|
| Alexander Frei für Diego Fernando Klimowicz |
(3,0) (17.) |
| Alexander Bade für Marc Ziegler |
(3,0) (46.) |
| Delron Buckley für Florian Kringe |
(―) (71.) |
Wechsel Schalke |
|
|---|---|
| Vicente Sanchez für Halil Altintop |
(―) (69.) |
| Albert Streit für Ivan Rakitic |
(―) (77.) |
| Sören Larsen für Gerald Asamoah |
(―) (85.) |
Karten Dortmund![]() |
||
|---|---|---|
| Gelb für | Sebastian Kehl | |
| Gelb für | Alexander Frei | |
| Rot für | Dédé | (76.) |
Karten Schalke |
||
|---|---|---|
| Gelb für | Marcelo José Bordon | |
| Gelb für | Jermaine Jones | |
| Gelb für | Mathias Schober | (auf der Bank.) |
Trainer Dortmund![]() |
|---|
| Thomas Doll |
Trainer Schalke |
|---|
| Mirko Slomka |