Bundesliga

Spieltag

Spielbericht 1. FC Nürnberg - Hansa Rostock

Alles beim Alten

Schütze eines echten Traumtores: Rostocks Christian RahnSchütze eines echten Traumtores: Rostocks Christian Rahn

Mit einem Dreier hätte Nürnberg seinen Kontrahenten überflügeln und die Abstiegsplätze verlassen können. Doch die Meyer-Truppe war nicht dazu im Stande, ihren 1:0-Vorsprung auch nur in die Pause zu bringen. Der Knackpunkt war der Ausfall eines Leistungsträgers.

Es dauerte nur wenige Minuten, da wich die Nervosität aus dem Kellerduell und der Club setzte in Form eines strammen Distanzfreistoßes von Dominik Reinhardt, den Hansa-Torwart Wächter mit Mühe abwehrte, das erste Ausrufezeichen (6.). Die Gastgeber gefielen sich in der Rolle der Angreifer und kamen 120 Sekunden später durch einen Pfostenknaller Misimovics zur nächsten hochkarätigen Möglichkeit. Nachdem auch die keineswegs zurückhaltenden Rostocker ihre erste Annäherung an den gegnerischen Kasten gewagt hatten, Bartels und Bülow aber mit einer Doppelchance an FCN-Schlussmann Blazek gescheitert waren (13.), brachte Neuzugang Jan Koller die Franken nach einer Flanke von Kristiansen per Kopf in Führung (19.). Als Spielgestalter Zvjezdan Misimovic nach 25 Minuten wegen eines Bänderrisses ausgewechselt werden musste, kam ein deutlich erkennbarer Bruch in das bis dahin gut funktionierende Spiel der Nürnberger. Hansa erkannte die Schwäche und glich kurze Zeit später aus: Ein Befreiungsschlag Rathgebs segelte im hohen Bogen über die aufrückende Club-Hintermannschaft hinweg zu Christian Rahn; der ehemalige Nationalspieler nahm den Ball innerhalb des Strafraums in technischer Perfektion ohne Bodenberührung an und überlistete Blazek mit einem gefühlvollen Heber (28.). Damit war der FCN wieder wach und bemühte sich um die abermalige Führung, die trotz eines weiteren Freistoßhammers von Reinhardt (35., knapp vorbei) allerdings nicht mehr gelingen wollte.

In der zweiten Halbzeit überließen dann die gut sortierten Hanseaten den Nürnbergern mehr und mehr das Feld. Mit der Spielgestaltung hatte das Team von Hans Meyer jedoch erhebliche Schwierigkeiten und wäre in der 61. Minute sogar fast in Rückstand geraten, als Amir Shapourzadeh, der für den gelbgesperrten Agali im Rostocker Angriff auflief, aus vielversprechender Position verzog. Da ansonsten auf beiden Seiten zahlreiche Unzulänglichkeiten das Bild bestimmten, war die Begegnung wenig ansehnlich und prickelnde Offensivaktionen absolute Mangelware. Erst in der Schlussviertelstunde wurde die Auseinandersetzung wieder ein wenig niveauvoller, was in erster Linie mit den Hausherren zu tun hatte, die plötzlich wieder den Ernst der Lage erkannten und den spielentscheidenden Treffer herbeiführen wollten. Der für Misimovic in die Partie gekommene Ivan Saenko mit einem Distanzversuch (76.) und Jan Koller per Kopf (85.) schafften es jedoch nicht, die Kugel im Viereck zu versenken. Somit blieb letztlich alles beim Alten: Während Nürnberg auf Platz 16 festsitzt, ist Hansa nach wie vor über dem Strich positioniert.

Christian Brackhagen

Spielstatistik 1. FC Nürnberg - Hansa Rostock

1. FC Nürnberg

-

Hansa Rostock

1:1 (1:1)

Bundesliga 2007/2008, 19. Spieltag
09.02.2008, 15:30 Uhr
easyCredit-Stadion (Nürnberg), 36.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Tore
1:0 Jan Koller 19. (Kopfball, Kristiansen)
1:1 Christian Rahn 28. (Linksschuss, Rathgeb)
Wechsel Nürnberg
Ivan Saenko
für Zvjezdan Misimovic
(4,5)
(25.)
Nicky Adler
für Jan Kristiansen
(―)
(67.)
Jacques Abardonado
für Glauber
(―)
(81.)
Wechsel Rostock
Regis Dorn
für Amir Shapourzadeh
(―)
(70.)
Assani Lukimya
für Dexter Langen
(―)
(84.)
Zafer Yelen
für Fin Bartels
(―)
(90.)
Karten Nürnberg
Gelb für Horacio Javier Pinola
Gelb für Tomás Galásek
Karten Rostock
Gelb für Fin Bartels
Gelb für Assani Lukimya