Bundesliga

Spieltag

Spielbericht SV Werder Bremen - 1. FC Nürnberg

Standesgemäßer Erfolg

Auffälligster Angreifer der Hausherren: Markus RosenbergAuffälligster Angreifer der Hausherren: Markus Rosenberg

Für das Bundesligadebüt des neuen Club-Trainers von Heesen erwies sich Werder Bremen als eine zu schwere Hürde, um den Abwärtstrend der letzten sechs verlorenen Auswärtspartien zu stoppen. Die Hanseaten gewannen souverän, aber glanzlos und konnten somit zumindest für eine Nacht mit dem Tabellenführer aus München, der aufgrund der besseren Tordifferenz weiterhin auf dem ersten Platz blieb, punktemäßig gleich ziehen. Nürnberg verharrte nach wie vor auf dem 16. Platz.

In der Anfangsphase standen die Nürnberger kompakt und verhinderten das gefürchtete Bremer Angriffsspiel. Bis auf einen Versuch von Hunt (4.) und einen Weitschuss von Almeida (20.) war das Spiel ausgeglichen. Der einzige größere Aufreger blieb ein von Diego geforderter Elfmeter nach einer Attacke von Per Kluge (14.), doch Florian Meyer tat gut daran, den Strafstoß nicht zu geben. Kluge, der dem Brasilianer als eine Art Sonderbewachung zugeteilt wurde, konnte Diego die meiste Zeit gut ausschalten. Doch dann geschah in der 20. Minute die Spiel entscheidende Aktion, als der Russe Saenko, kurz nachdem er eine Gelbe Karte für überhartes Einsteigen gegen Jensen gesehen hatte, einen Freistoß regelwidrig aus zwei Metern abblockte, zu Recht die zweite Gelbe sah und vom Platz musste. Der Trainer von Heesen reagierte und schickte nun für Offensivkraft Adler die Defensivkraft Engelhardt aufs Feld. Das Spielsystem der Franken änderte sich von einem 4-2-3-1 in ein 4-4-1. Trotzdem waren die Nürnberger zu zehnt nicht mehr in der Lage, den Bremern Paroli zu bieten und kassierten folgerichtig, aber auch unnötig in der 30. Minute das 0:1. Jensen hatte den Schweden mit einem langen Ball bedient, Innenverteidiger Wolf verschätzte sich und Rosenberg konnte den Ball ungehindert ins Tor der Clubberer schießen. Danach war Bremen zwar gewillt, die Führung auszubauen, bis zu Pause aber nicht in der Lage, weiteres Kapital aus der Überzahl zu schlagen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde es noch einmal heikel, als Per Mertesacker einen Querpass von Reinhardt gefährlich nah am eigenen Tor vorbei zur Ecke klärte.

Nach der Pause kamen die Mannschaften in gleicher Formation aus der Kabine. Die Bremer spielten weiter druckvoll nach vorne, ließen aber im Abschluss die letzte Konsequenz vermissen. Die einzig erwähnenswerte Offensivaktion der Gäste war ein Kopfballtor von Koller, das aber aufgrund einer deutlichen Abseitsstellung nicht gegeben wurde. Es war eine sehr faire Partie und bis auf den Platzverweis von Saenko gab es nur zwei weitere Gelbe Karten für den Bremer Jensen und den Nürnberger Kluge. In der 53. Minute wurde Özil für den verletzten Vranjes eingewechselt, wirkte aber noch wie ein Fremdkörper im eingespielten Schaaf-Team. In der 63. Minute kam Klasinc für Almeida aufs Feld und sollte 18 Minuten später für die Entscheidung sorgen, als er nach einer erneuten Hereingabe von Jensen den Ball per Bogenlampe ins Tor köpfte. Der zweite Joker hatte gestochen und die Partie war entschieden. Daraufhin wechselte Werder-Trainer Thomas Schaaf in der 84. Minute den wiedergenesenen Ex-Schalker Boenisch für Aaron Hunt ein. Auf Nürnberger Seite war in Minute 74 Vidosic für Kristiansen ins Spiel gekommen. Werder wurde seiner Favoritenrolle zwar gerecht, musste sich aber nicht wirklich überanstrengen, weil die Nürnberger meist zu brav agierten.

Stefan Schneider

Spielstatistik SV Werder Bremen - 1. FC Nürnberg

SV Werder Bremen

-

1. FC Nürnberg

2:0 (1:0)

Bundesliga 2007/2008, 20. Spieltag
16.02.2008, 15:30 Uhr
Weserstadion (Bremen), 37.100 Zuschauer
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tore
1:0 Markus Rosenberg 30. (Linksschuss, Jensen)
2:0 Ivan Klasnic 81. (Kopfball, Jensen)
Wechsel Bremen
Mesut Özil
für Jurica Vranjes
(4,0)
(53.)
Ivan Klasnic
für Hugo Almeida
(2,5)
(63.)
Sebastian Boenisch
für Aaron Hunt
(―)
(84.)
Wechsel Nürnberg
Marco Engelhardt
für Nicky Adler
(4,0)
(27.)
Dario Vidosic
für Jan Kristiansen
(―)
(74.)
Karten Bremen
Gelb für Daniel Jensen
Karten Nürnberg
Gelb-Rot für Ivan Saenko (20.)
Gelb für Peer Kluge