Vertrat Superstar Rafael van der Vaart würdig: Piotr Trochowski„Ich habe immer gesagt, dass die Bayern die beste Mannschaft haben und Meister werden“, so HSV-Trainer Huub Stevens. „Da schauen wir nicht hin.“ Und doch liegt seine Mannschaft nach einem unangefochtenen 3:0-Heimsieg gegen den VfL Bochum auf dem dritten Tabellenrang und verblieb damit neben Werder Bremen der einzige Konkurrent der Münchener.
Nicht von ungefähr trat der Holländer auf die Euphoriebremse. Schon in der Folgewoche stand das Spitzenspiel beim Rekordmeister an, und der Übungsleiter mochte gern verhindern, dass dieser Termin zum D-Day hochstilisiert werden könnte. Sicher war jedoch: An der Isar dürfte man das erste siegreiche Spiel der Hamburger nach fünf Partien aufmerksam verfolgt haben. Und eines war unübersehbar: Auch ohne seinen Chef Rafael van der Vaart war das HSV-Kollektiv zu souveränen Leistungen im Stande. Die Hamburger begannen druckvoll und offensiv, angetrieben von dem überzeugenden Piotr Trochowski in der Rolle van der Vaarts. Allerdings fehlte es zunächst an Durchschlagskraft, denn die Bochumer verteidigten mit Mann und Maus. Doch in der 40. Minute brach der Damm: Paolo Guerrero schickte Trochowski, der bewies Übersicht und schob seinen Querpass so punktgenau in den Strafraum, dass Ivica Olic aus sechs Metern nur noch einschieben musste.
Nach der Pause verlief das Spiel wie ein oft gesehenes Muster: Der Plan der Gäste, sich einen Punkt zu ermauern, war nun hinfällig, und sie bemühten sich verzweifelt um den Ausgleich. Überhastet und verkrampft ließen sie jedoch jegliches Offensivkonzept vermissen. Die Hamburger lauerten derweil auf Konterchancen und die kamen: In der 64. Minute konnte David Jarolim einen Schuss von Vincent Kompany, den Torwart Jan Lastuvka schlampig abgewehrt hatte, zum 2:0 verwandeln. „Es kann nicht sein, dass wir uns auskontern lassen!“, motzte VfL-Abwehrmann Marcel Maltritz hinterher angesichts der Wehrlosigkeit seiner Defensivreihe. Und ob das sein konnte: Nur sieben Minuten später erzielte wiederum Jarolim nach perfekter Vorarbeit von Olic das 3:0. Danach war das Spiel gelaufen, Stevens ließ rotieren und nahm die Matchwinner Trochowski, Jarolim und Olic vom Feld. Dafür feierten der Weißrusse Anton Putsilo und der Belgier Vadis Odjidja Ofoe ihr Bundesliga-Debüt. Sie konnten das Ergebnis zwar nicht mehr nach oben schrauben, was aber nichts an der Zufriedenheit ihres Trainers änderte. „Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft. Daher geht das Ergebnis in Ordnung", sprach Stevens und hätte wohl nichts dagegen gehabt, wenn er diesen Satz knapp eine Woche später noch einmal hätte wiederholen dürfen.
Dirk Gieselmann
Hamburger SV
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 1:0 | Ivica Olic | 40. | (Linksschuss, Trochowski) |
| 2:0 | David Jarolim | 64. | (Rechtsschuss, Kompany) |
| 3:0 | David Jarolim | 71. | (Rechtsschuss, Olic) |
Aufstellung Hamburg![]() |
|
|---|---|
| Frank Rost | (3,0) |
| Guy Demel | (4,0) |
| Bastian Reinhardt | (3,0) |
| Joris Mathijsen | (2,5) |
| Collin Benjamin | (3,5) |
| David Jarolim | (2,0) |
| Vincent Kompany | (3,0) |
| Nigel de Jong | (3,0) |
| Piotr Trochowski | (3,0) |
| Ivica Olic | (2,0) |
| Paolo Guerrero | (3,5) |
Aufstellung Bochum |
|
|---|---|
| Jan Lastuvka | (4,5) |
| Marc Pfertzel | (3,0) |
| Marcel Maltritz | (3,5) |
| Anthar Yahia | (4,5) |
| Philipp Bönig | (4,0) |
| Tomasz Zdebel | (3,0) |
| Daniel Imhof | (4,0) |
| Christoph Dabrowski | (4,0) |
| Mimoun Azaouagh | (5,0) |
| Stanislav Sestak | (4,0) |
| Benjamin Auer | (5,0) |
Wechsel Hamburg![]() |
|
|---|---|
| Mohamed Zidan für Ivica Olic |
(―) (75.) |
| Anton Putsila für Piotr Trochowski |
(―) (81.) |
| Vadis Odjidja Ofoe für David Jarolim |
(―) (83.) |
Wechsel Bochum |
|
|---|---|
| Oliver Schröder für Marc Pfertzel |
(4,5) (29.) |
| Shinji Ono für Mimoun Azaouagh |
(4,0) (57.) |
| Marcin Mieciel für Benjamin Auer |
(―) (67.) |
Karten Hamburg![]() |
|
|---|---|
| keine |
Karten Bochum |
|
|---|---|
| Gelb für | Anthar Yahia |
| Gelb für | Christoph Dabrowski |
| Gelb für | Marcel Maltritz |
Trainer Hamburg![]() |
|---|
| Huub Stevens |
Trainer Bochum |
|---|
| Marcel Koller |