Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Karlsruher SC - Bayer Leverkusen

Beharrlichkeit wurde belohnt

Empfahl sich eindrucksvoll für die Nationalelf: René AdlerEmpfahl sich eindrucksvoll für die Nationalelf: René Adler

Dem Tabellenbild entsprechend traten beide Mannschaften selbstbewusst auf und spielten munter drauf los. So entwickelte sich eine temporeiche Auseinandersetzung, in der Karlsruhe einen 0:2-Rückstand aufholte und sogar noch hätte gewinnen können.

Der Anpfiff war gerade erst verklungen, da setzten sich die Leverkusener, bei denen im Vergleich zum UEFA-Cup-Spiel gegen Galatasaray Schneider, Vidal und Callsen-Bracker auf der Bank saßen, auch schon ab: KSC-Innenverteidiger Maik Franz köpfte eine Flanke von Gresko unglücklich vor die Füße von Simon Rolfes, der aus 20 Metern herrlich zu seinem fünften Saisontreffer ins rechte Eck traf (6.). Die Gastgeber zeigten sich völlig unbeeindruckt und hatten nur zwei Minuten später eine dicke Gelegenheit zum Ausgleich, doch weder Iashvili noch der nachschießende Freis brachten das Spielgerät im Anschluss an eine Hereingabe Eichners über die Linie. Der Offensivdrang der Werkskicker dagegen hielt sich nach ihrem Führungstor in Grenzen; dennoch waren sie jederzeit dazu im Stande, die gegnerische Hintermannschaft vor Probleme zu stellen, wie Stefan Kießling (20.) und Manuel Friedrich (22.) mit ihren zu ungenauen 16-Meter-Schüssen demonstrierten. In den folgenden zehn Minuten nahm sich die Begegnung eine kleine Auszeit, um vor der Pause wieder rasant zu werden. Dafür verantwortlich war der Aufsteiger, der Bayers Verteidigung durcheinander wirbelte und nur deshalb ohne Treffer blieb, weil das Gästetor von René Adler bewacht wurde. Nachdem der 23-Jährige einen Versuch von Eichner aus 22 Metern aus der langen Ecke geholt hatte (39.), wehrte er 60 Sekunden darauf einen gefährlichen Hajnal-Schuss ab.

Auch nach dem Seitentausch war der KSC häufiger in Ballbesitz, ließ im Angriff aber weiterhin die letzte Konsequenz vermissen. So schoss Sebastian Freis in der 54. Minute aus spitzem Winkel genau in die Fänge von Adler. Wie man es besser macht, führte Stefan Kießling vor, der einen Diagonalpass des eingewechselten Schneider innerhalb des Strafraums annahm, an Görlitz vorbeiging und einlochte (58.). Die Hoffnung der Leverkusener, den Kontrahenten nun endlich am Boden zu haben, zerschlug sich nur zwei Zeigerumdrehungen später, als Freis ein Zuspiel von Franz im 16-Meter-Raum mit der Brust annahm und sehenswert ins lange Eck traf ­ das Ende der Partie war wieder völlig offen. Im Gegenzug hätte Sergej Barbarez um ein Haar den alten Abstand wiederhergestellt, doch der Außenristversuch des Bosniers, der nach einer tollen Absatzvorarbeit von Rolfes freistehend vor KSC-Keeper Miller stand, flog am Kasten vorbei (61.). Die Hausherren drängten mit Hilfe guter Kombinationen unermüdlich auf das 2:2, das nach einer vergebenen Chance Hajnals (67.) in der 78. Minute schließlich fiel. Iashvili flankte von links ins Zentrum, wo sich Stürmer Joshua Kennedy im Kopfballduell gegen den schlecht postierten Haggui durchsetzte und einköpfte. Für den Neuzugang war es bereits das dritte Tor für den Aufsteiger im dritten Spiel. Mit dem hochverdienten Ausgleich waren die Badener aber noch nicht gesättigt: In der Nachspielzeit hätte Maik Franz per Kopf fast noch das 3:2 erzielt, doch Adler wehrte per Blitzreflex ab und bewarb sich damit endgültig für eine Einladung zur Nationalmannschaft.

Christian Brackhagen

Spielstatistik Karlsruher SC - Bayer Leverkusen

Karlsruher SC

-

Bayer Leverkusen

2:2 (0:1)

Bundesliga 2007/2008, 20. Spieltag
16.02.2008, 15:30 Uhr
Wildparkstadion (Karlsruhe), 28.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Herbert Fandel (Kyllburg)
Tore
0:1 Simon Rolfes 6. (Rechtsschuss)
0:2 Stefan Kießling 58. (Rechtsschuss, Schneider)
1:2 Sebastian Freis 60. (Rechtsschuss, Franz)
2:2 Joshua Kennedy 78. (Kopfball, Iashvili)
Wechsel Karlsruhe
Edmond Kapllani
für Godfried Aduobe
(―)
(76.)
Karten Karlsruhe
Gelb für Joshua Kennedy
Gelb für Michael Mutzel
Gelb für Mario Eggimann
Karten Leverkusen
Gelb für Dmitri Bulykin
Gelb für Stefan Kießling
Gelb für René Adler