Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Karlsruher SC - VfL Wolfsburg

KSC-Sieg gegen müde und ideenlose Wölfe

Nicht nur ein guter Vollbereiter: Alexander IashviliNicht nur ein guter Vollbereiter: Alexander Iashvili

Beim 2:1-Hinspielsieg der Badener waren die Wolfsburger Stars Grafite und Marcelinho mit Karlsruhes „enfant terrible“ Maik Franz aneinander geraten. Nicht nur deswegen gab VfL-Trainer Magath seinen beiden Leistungsträger eine schöpferische Pause. Aber auch der KSC musste auf seinen „Lenker und Denker“ im Mittelfeld, Tamas Hajnal, verzichten. Der Verzicht auf soviel spielerisches Potenzial wurde mit einer schwachen ersten Halbzeit bestraft. Nach der Pause drehten die Hausherren allerdings auf.

Knapp 29.000 Zuschauer waren ins Karlsruher Wildparkstadion gekommen, um das Duell zweier Europapokalaspiranten zu sehen. Allerdings hielt das Spiel zunächst nicht das ein, was es aufgrund der Tabellenkonstellation versprach. Aber zumindest den Hausherren konnte kein Vorwurf gemacht werden, denn sie waren immerhin bemüht nach vorne zu spielen. Die Taktik von Wolfsburgs Trainer Felix Magath lautete dagegen, hinten die Null zu halten und vorne auf Kontermöglichkeiten zu lauern. Bis zur 22. Minute ging es noch gut, ehe Eggimann ­ im Anschluss an einem Timm-Freistoß ­ erst per Kopf an Benaglio scheiterte und dann im Nachsetzen die Kugel ins Tor stocherte. Jedoch hielt die Führung nur sechs Minuten, bevor Schäfer mit einem Schuss von der Strafraumgrenze in die rechte Torecke KSC-Goalie Miller keine Abwehrmöglichkeit ließ. Trotzdem wendete sich das Blatt danach nicht zum Guten für die Wölfe, weil sie im spielerischen Bereich weiterhin ideenlos blieben und die Badener dagegen die Schlagzahl erhöhten. So wären die Karlsruher fast noch vor der Pause wieder in Führung gegangen, aber Benaglio parierte Eichners Distanzversuch (41.).

Obwohl die Wolfsburger zur zweiten Halbzeit ihren Goalgetter Grafite einwechselten, waren es die Hausherren, die auf Sieg spielten. Nur Karlsruher Pech im Abschluss und ein starker Wolfsburger Schlussmann Diego Benaglio hielten die Gäste lange Zeit im Rennen. Iashvili kam wenige Meter vor dem Tor zum Schuss, doch schoss er nur Gegenspieler Madlung an (48.). Eggimanns Versuch ging knapp am rechten Pfosten vorbei (53.). Und der eingewechselte Porcello verfehlte erst die Latte (60.) und scheiterte dann an VfL-Torhüter Benaglio (71.). In der 73. Minute war jedoch selbst der bärenstarke Eidgenosse machtlos, als Kennedy ­ nach einem feinen Zuspiel von Iashvili ­ drei Gegenspieler (Costa, Madlung, Simunek) überlief und mit einem Schuss in die lange Ecke vollendete. Auch danach stemmten sich die Volkswagen-Kicker nicht gegen die drohende Niederlage. Einzig Gentner, dessen Versuch über die Latte flog, sorgte noch für etwas Torgefahr (82.). Stattdessen legten die Badener in der Nachspielzeit noch einmal nach. Der nicht gerade als Vollstrecker bekannte Iashvili traf, aber nur weil Wolfsburgs Interimskapitän Costa seine Hereingabe entscheidend abfälschte (90+2.). Zwar gönnte VfL-Trainer Magath gleich vier Stammkräften eine Pause. Dennoch waren den Wolfsburgern nach dem Sieg im Pokal-Vertelfinale gegen Hamburg wohl die Kräfte ausgegangen. Ihre schlechteste Vorstellung seit langem und die starke Karlsruher Leistung wurden zu Recht mit dem Sieg der Badener bestraft bzw. belohnt.

Senthuran Sivananda

Spielstatistik Karlsruher SC - VfL Wolfsburg

Karlsruher SC

-

VfL Wolfsburg

3:1 (1:1)

Bundesliga 2007/2008, 22. Spieltag
01.03.2008, 15:30 Uhr
Wildparkstadion (Karlsruhe), 27.900 Zuschauer
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Tore
1:0 Mario Eggimann 22. (Rechtsschuss)
1:1 Marcel Schäfer 28. (Rechtsschuss, Gentner)
2:1 Joshua Kennedy 73. (Rechtsschuss, Iashvili)
3:1 Ricardo Costa 90. (Eigentor, Iashvili)
Wechsel Wolfsburg
Grafite
für Ashkan Dejagah
(4,5)
(46.)
Josué
für Facundo Hernan Quiroga
(4,5)
(54.)
Danijel Ljuboja
für Makoto Hasebe
(―)
(77.)
Karten Karlsruhe
Gelb für Mario Eggimann
Gelb für Christian Eichner
Gelb für Maik Franz
Karten Wolfsburg
Gelb für Makoto Hasebe
Gelb für Ricardo Costa