Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Bayern München - Bayer Leverkusen

2:1 Kantersieg

Tat weniger fürs Spiel als seine Kollegen; traf dafür: Luca ToniTat weniger fürs Spiel als seine Kollegen; traf dafür: Luca Toni

Still und heimlich hatte sich Bayer Leverkusen in den letzen Wochen Platz um Platz nach vorne geschlichen. Somit kam es am Samstag in München zu einem Spitzenspiel ­ mochte man meinen. Doch vor dem Duell Erster gegen Dritter wollte man davon in Leverkusen nichts wissen.

Vor allem Trainer Michael Skibbe wollte von möglichen Meisterschaftsambitionen rein gar nichts wissen und gratulierte den Münchnern schon vor dem Spiel: „Von Platz zwei bis sechs ist alles möglich, aber ganz oben sind die Bayern zu stabil“, sagte der Leverkusener Trainer vor der Partie, die die Werkself auf bis zu drei Punkte an die Bayern heranrücken lassen könnte. Für die Bayern ging es dagegen darum, die Scharte der Auswärtsniederlage in Cottbus wieder auszuwetzen und den Kontrahenten zu zeigen, dass man nicht gewillt war, in ein ähnliches Leistungstief wie gegen Ende der Hinrunde zu fallen. Dementsprechend munter gingen die Münchner die Partie an und bereits nach vier Minuten gab es den ersten Aufreger, als Luca Toni zum vermeintlichen 1:0 traf. Schiedsrichter Meyer verwehrte dem Treffer wegen einer Abseitsstellung des Italieners jedoch zu Recht die Anerkennung. Der Druck der Bayern nahm weiter zu und eher zufällig kam es zur ersten Chance der Gäste, die Kießling jedoch leichtfertig vergab. Statt selber den Abschluss zu suchen, wollte er noch einmal querlegen: Lucio klärte zur Ecke. In der 17. Minute war es für die Münchner schließlich soweit: Ribery steckte an der Strafraumgrenze durch zu Klose, der gekonnt mitnahm und auf Luca Toni zurücklegte. Dieser hatte keine Mühe, seinen 15. Saisontreffer zu erzielen. Auch in der Folge waren die Gastgeber das klar spielbestimmende Team und erarbeiteten sich einige Möglichkeiten, die größte in der 23. Minute, als Zé Roberto nach Traumpass von Klose jedoch ebenfalls noch einmal ablegen wollte, statt selber das Tor zu erzielen. Nur selten kamen die Leverkusener in dieser Phase zu Entlastungsangriffen, aus einer dieser wenigen Gelegenheiten hätte sich jedoch um ein Haar der Ausgleich ergeben. Nach einem Schuss von Schneider lenkte Barbarez den Ball noch ab, unhaltbar mochte man meinen, doch irgendwie bekam Kahn im Tor der Münchner noch die Fußspitze an den Ball und lenkte ihn neben das Gehäuse (29. Min.). Es blieb die letzte Gelegenheit der Werkself bis zur Pause. Die Bayern versäumten es auf der Gegenseite gleich reihenweise, das Spiel bereits vor dem Wechsel zu entscheiden. Die beste Möglichkeit vergab Klose in der 40. Minute, als er mit seinem Kopfballaufsetzer aus rund fünf Metern am bärenstarken Adler scheiterte. Auch bei seinen übrigen Versuchen blieb der Nationalstürmer glücklos (39., 43.Min).

Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig. Bayern spielte, Bayer hatte dem nichts entgegen zu setzen, die Münchner brachten jedoch selbst klarste Möglichkeiten nicht im Tor unter (Klose, 50. Min.). Nur Luca Toni bewies erneut seinen Killerinstinkt. Nach Flanke von Lahm, der völlig unbedrängt dem Ball nachsetzen konnte, traf der Italiener per Kopf zum 2:0. Die Leverkusener waren nun völlig von der Rolle, und die Bayern erarbeiteten sich Chancen im Minutentakt, die jedoch entweder zu ungenau zu Ende gespielt oder Beute des einzigen guten Leverkuseners Adler wurden (66., 67., 69., 72. Min.). Auch nachdem Schweinsteiger und Podolski für Ribery und Klose gekommen waren (78.Min.), ging es zunächst in diesem Stil weiter. Innerhalb von Sekunden vergab alleine Podolski zwei Großchancen mit seinem schwachen rechten Fuß (78., 79. Min). Es war wohl vor allem diese Phase, die Bernd Schneider meinte, als er nach dem Spiel konstatierte: „Wir sind nur hinterhergelaufen.“ Der Anschlusstreffer für Leverkusen fiel somit vollkommen aus dem Nichts. Freier bediente den kurz zuvor eingewechselten Bulykin und dieser vollendete unhaltbar zum 2:1 (83. Min). Es blieb jedoch bei dieser Schrecksekunde für das Münchner Publikum. Leverkusen schaffte es nicht mehr, den Schalter noch einmal umzulegen und es blieb beim hochverdienten Sieg des Rekordmeisters, dem damit ein wichtiger Schritt Richtung Meisterschaft gelang. „Wir haben praktisch keine Konkurrenten mehr“, sagte Kapitän Oliver Kahn, während Michael Skibbe zugeben musste: „Das Ergebnis war schmeichelhaft für uns. Wir haben zuviel zugelassen und nach vorne nicht zu unserem Spiel gefunden.“

Fabian Jonas

Spielstatistik FC Bayern München - Bayer Leverkusen

FC Bayern München

-

Bayer Leverkusen

2:1 (1:0)

Bundesliga 2007/2008, 25. Spieltag
22.03.2008, 15:30 Uhr
Allianz Arena (München), 69.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tore
1:0 Luca Toni 17. (Rechtsschuss, Klose)
2:0 Luca Toni 59. (Kopfball, Lahm)
2:1 Dmitri Bulykin 83. (Rechtsschuss, Freier)
Wechsel Leverkusen
Paul Freier
für Theofanis Gekas
(3,5)
(46.)
Arturo Vidal
für Sergej Barbarez
(4,5)
(46.)
Dmitri Bulykin
für Stefan Kießling
(―)
(77.)
Karten B. München
Gelb für Mark van Bommel
Karten Leverkusen
Gelb für Arturo Vidal
Gelb für Gonzalo Castro
Gelb für Hans Sarpei