Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Energie Cottbus - Hertha BSC

Nächster Befreiungsschlag

Erzielte einen herrlichen Freistoßtreffer und verwandelte einen Elfmeter: 
Ervin SkelaErzielte einen herrlichen Freistoßtreffer und verwandelte einen Elfmeter:
Ervin Skela

Vor 20.000 Zuschauern im Stadion der Freundschaft errang Energie Cottbus keinen unverdienten Sieg gegen die „Alte Dame“. Hertha BSC agierte lange Zeit zu behäbig und erspielte sich kaum zwingende Torchancen. Cottbus verließ mit den drei Punkten erneut die Abstiegsränge.

Schon in den ersten Minuten war das Berlin-Brandenburg-Derby recht flott anzusehen, nur blieben echte Chancen fürs Erste noch Mangelware. Weder Mineiro (7.) noch Rivic (10.) konnten die Torhüter Drobny auf Seiten der Hertha und Tremmel im Tor der Cottbuser in Bedrängnis bringen. Erstmals gefährlich wurde es nach einer Viertelstunde. Zunächst verpasste Pantelic (15.), im direkten Gegenzug setzte Bassila einen schönen Schlenzer nur hauchdünn über die Latte. Kurz darauf dann zeigte sich, was es heißen kann, gegen den Abstieg zu spielen: Nach einem langen Freistoß von Skela verlängerte Bassila in der 18. Minute auf Jelic, der per Kopf das vermeintliche Führungstor für Energie erzielte. Das Schiedsrichtergespann um Dr. Markus Merk verweigerte dem Treffer jedoch wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung die Anerkennung - eine klare Fehlentscheidung. Nur drei Minuten später war das Unglück der Lausitzer dann perfekt: Einen Versuch von Steve von Bergen konnte Tremmel noch zur Seite abwehren, Pantelic jedoch sicherte den Ball, spielte zurück auf Raffael, der seinerseits auf Mineiro ablegte. Dieser schoss aus rund 18 Meter platziert ins linke untere Eck. Besonders pikant: Eine Abseitsstellung Skacels wertete Markus Merk als passiv, obwohl der Berliner dem Torhüter streng genommen die Sicht versperrt hatte. Energie war sichtlich geschockt und lief dem Ball meist nur hinterher, während die Berliner einige schöne Aktionen in der Offensive starteten, die jedoch ohne zählbares Ergebnis blieben. Entsprechend überraschend fiel in dieser Phase der Ausgleich: Arne Friedrich brachte Jelic zentral vor dem Strafraum zu Fall, woraufhin Ervin Skela das Leder gekonnt in den rechten Winkel zirkelte - ein Traumtor (41.).

Unmittelbar nach Wiederanpfiff scheiterte Berlins Lustenberger freistehend an Tremmel, als er aus rund 16 Metern deutlich verzog (46.). Für Cottbus schien dies der richtige Weckruf gewesen zu sein, denn sofort war Energie wieder im Spiel; Jelic vergab direkt eine sehr gute Möglichkeit, als er im stark reagierenden Drobny seinen Meister fand (49.). In der 62. Minute zahlte sich der kämpferische Einsatz der Cottbuser jedoch aus: Piszczek brachte Ziebig im Strafraum zu Fall und Schiedsrichter Merk entschied auf Strafstoß, den Skela souverän verwandelte. Anders als die Heimelf im ersten Durchgang zeigten sich die Berliner von diesem Rückschlag jedoch keineswegs geschockt. Bereits bei der ersten Aktion nach dem Anstoß hätte es wieder klingeln können. Mineiros schöner Schlenzer aus halblinker Position traf allerdings nur die Latte (63.). Vier Minuten später machte es der Brasilianer dann direkt besser und traf aus kurzer Distanz ins Tor. Erneut versagte Markus Merk dem Treffer jedoch wegen einer Abseitsstellung die Gültigkeit, und wieder handelte es sich dabei um eine äußerst knappe Entscheidung. In der Folge spielte nur noch die Hertha und drückte vehement auf den Ausgleich. Gegen die vielbeinige und kampfstarke Defensive der Cottbuser kam es jedoch kaum noch zu nennenswerten Möglichkeiten. Erst gegen Ende der Partie kam auch Energie Cottbus noch zu vereinzelten Konterchancen, die jedoch alle vergeben oder dem Schinden von ein bisschen Zeit geopfert wurden. Energie konnte es letztlich egal sein. Mit dem Sieg verließ die Mannschaft die Abstiegsplätze und konnte ein wenig hoffnungsvoller in die Zukunft schauen, auch wenn noch schwere Aufgaben folgen sollten, wie Torwart Tremmel bemerkte: „Die nervliche Belastung ist schon sehr groß. Jedes weitere Spiel ist nun ein Endspiel.“ Herthas Trainer Favre hingegen konnte sich die Leistung der eigenen Elf nicht recht erklären: „Ich gratuliere Cottbus, aber wir haben hier klar unverdient verloren, wie schon letzte Woche gegen Schalke. Wir müssen uns fragen, warum wir gut spielen, aber dennoch verlieren.“

Fabian Jonas

Die Spielstatistik FC Energie Cottbus - Hertha BSC

FC Energie Cottbus

-

Hertha BSC

2:1 (1:1)

Bundesliga 2007/2008, 26. Spieltag
30.03.2008, 17:00 Uhr
Stadion der Freundschaft (Cottbus), 20.700 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Otterbach)
Tore
0:1 Mineiro 21. (Rechtsschuss, Raffael)
1:1 Ervin Skela 41. (Freistoß)
2:1 Ervin Skela 62. (Foulelfmeter, Piszczek an Ziebig)
Wechsel Cottbus
Dennis Sörensen
für Christian Bassila
(3,5)
(61.)
Ivan Radeljic
für Igor Mitreski
(―)
(69.)
Michal Papadopulos
für Branko Jelic
(―)
(85.)
Karten Cottbus
Gelb für Timo Rost
Gelb für Dennis Sörensen
Karten Hertha BSC
Gelb für Lukasz Piszczek
Gelb für Rudolf Skacel