Mit seiner Hereinnahme kam die Wende: Hannovers Vahid HashemianIm Gegensatz zur Eintracht, die nach ihrer verdienten Führung immer mehr nachließ, vermochten sich die zunächst schwachen Hannoveraner zu steigern. Am Ende stand der zweite Rückrundendreier der Niedersachsen.
Das erste Spieldrittel gehörte eindeutig den Gästen, die in der Verteidigung nichts anbrennen ließen und in der Offensive mit einem temporeichen Direktpassspiel zu beeindrucken wussten. Zunächst erwuchs daraus allerdings keine ernsthafte Gefahr für den 96-Kasten. Dies änderte sich in der 24. Minute, als Michael Fink nach Vorarbeit von Amanatidis, der seine 100. Bundesligapartie für Frankfurt bestritt, die Kugel aus 20 Metern knapp neben das Zielgebiet setzte. Besser machte es nur vier Zeigerumdrehungen darauf Marco Russ, der eine Kopfballabwehr von Ismael im Anschluss an eine Toski-Ecke volley einschoss. Die Hessen blieben am Drücker und kamen zu einer Doppelchance durch Fink und Köhler, die mit ihren Versuchen innerhalb des Strafraums jedoch nicht am gewohnt sicheren Enke vorbeifanden (34.). Anstatt einen deutlichen Vorsprung zu bejubeln, ärgerte sich die Funkel-Truppe wenige Sekunden später über den unerwarteten Ausgleich: Sergio Pinto nahm aus der Distanz Maß und traf unhaltbar für Eintracht-Keeper Markus Pröll, der nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback gab, ins linke Eck (35.). Trotz des Gegentores blieben die Frankfurter zwar bis zum Pausenzeichen tonangebend, versprühten aber nicht mehr den Spielwitz der ersten halben Stunde.
Hannovers Trainer Dieter Hecking reagierte auf die enttäuschende Vorstellung seiner Schützlinge mit der Einwechslung von Angreifer Vahid Hashemian für Verteidiger Frank Fahrenhorst. Der hochmotivierte Iraner, in dieser Saison noch kein einziges Mal in der Startformation zu finden, sorgte mit zwei etwas zu hoch angesetzten Schüssen (46./48.) dann auch gleich für einige Irritationen in der Frankfurter Hintermannschaft. Überhaupt spielten die Hausherren nach dem Seitentausch ansehnlich nach vorne, mussten aber in der 61. Minute einen Dämpfer hinnehmen, als Pinto gegen Toski nachtrat und dafür zurecht die Rote Karte sah. Weil die plötzlich erstaunlich träge Eintracht mit ihrer numerischen Überlegenheit nichts anzufangen wusste, wurden die 96er nach einem kurzzeitigen Rückzug wieder agil und rannten so lange an, bis der von Hashemian klug eingesetzte Christian Schulz mit einem Acht-Meter-Schuss gegen die Laufrichtung von Pröll den Last-Minute-Siegtreffer markierte (90.).
Christian Brackhagen
Hannover 96
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 0:1 | Marco Russ | 28. | (Rechtsschuss) |
| 1:1 | Sergio Pinto | 35. | (Rechtsschuss) |
| 2:1 | Christian Schulz | 90. | (Linksschuss, Hashemian) |
Aufstellung Hannover![]() |
|
|---|---|
| Robert Enke | (2,0) |
| Steven Cherundolo | (4,0) |
| Valérien Ismaël | (3,5) |
| Frank Fahrenhorst | (4,0) |
| Vinicius Bergantin | (4,0) |
| Sergio Pinto | (5,0) |
| Altin Lala | (3,5) |
| Christian Schulz | (3,5) |
| Jirí Stajner | (4,0) |
| Szabolcs Huszti | (3,5) |
| Mike Hanke | (4,5) |
Aufstellung Frankfurt |
|
|---|---|
| Markus Pröll | (3,5) |
| Patrick Ochs | (3,5) |
| Marco Russ | (3,0) |
| Aaron Galindo | (3,5) |
| Christoph Spycher | (4,0) |
| Michael Fink | (3,5) |
| Junichi Inamoto | (4,5) |
| Benjamin Köhler | (4,0) |
| Faton Toski | (4,5) |
| Martin Fenin | (4,0) |
| Ioannis Amanatidis | (4,0) |
Wechsel Hannover![]() |
|
|---|---|
| Vahid Hashemian für Frank Fahrenhorst |
(2,0) (46.) |
| Konstantin Rausch für Mike Hanke |
(―) (68.) |
| Gaetan Krebs für Szabolcs Huszti |
(―) (90.) |
Wechsel Frankfurt |
|
|---|---|
| Evangelos Mantzios für Faton Toski |
(―) (68.) |
| Mehdi Mahdavikia für Junichi Inamoto |
(―) (78.) |
Karten Hannover![]() |
||
|---|---|---|
| Rot für | Sergio Pinto | (61.) |
Karten Frankfurt |
|
|---|---|
| Gelb für | Ioannis Amanatidis |
| Gelb für | Faton Toski |
| Gelb für | Evangelos Mantzios |
Trainer Hannover![]() |
|---|
| Dieter Hecking |
Trainer Frankfurt |
|---|
| Friedhelm Funkel |