Bundesliga

Spieltag

Spielbericht MSV Duisburg - Karlsruher SC

Eiskalt erwischt

Stand plötzlich frei und schoss das Siegtor:
Tamas HajnalStand plötzlich frei und schoss das Siegtor:
Tamas Hajnal

Karlsruhe ärgerte die heimschwachen Zebras konsequent mit ihren eigenen Waffen und mauerte sich unüberwindbar hinten ein. Kaum arrangierte sich Duisburg dann widerwillig mit dem 0:0, da schlugen die Badener zu und entschieden mit einem plötzlichen Überfall das trostlose Aufsteigertreffen noch für sich.

Während Meiderich trotz zuletzt großer Taten jeden Punkt zum Überleben brauchte, hatte Karlsruhe seine beste Zeit schon hinter sich und dümpelte ziellos im Tabellenmittelfeld herum. Sonderlich hungrig zeigten die Gäste sich insofern anfangs nicht, sondern zogen sich sofort in die eigene Hälfte zurück und richteten sich auf eine Begegnung aus der Konterperspektive ein. Diese Haltung gefiel Duisburg gar nicht. Die mit Abstand schwächste Heimelf der Liga tastete Karlsruhes Wand verzweifelt nach Einbruchstellen ab, verhielt sich dabei aber fürchterlich langsam und uninspiriert. Da besonders über die Außen nichts zusammenlief und sich nicht einmal gefährliche Standards ergaben, blieben den Zebras noch einzig Versuche aus der Distanz, die das Ziel aber allesamt verfehlten. Eine Einzelaktion Georgievs blieb lange die einzige taugliche Tormöglichkeit; nach einer Finte gegen Stoll schaufelte der Bulgare das Leder an den Querbalken (27.). Kurz darauf kam auch Karlsruhe zu seiner ersten offensiven Aktion, als der erstmals von Beginn an spielende Staffeldt zum Schuss kam (29.). Ansonsten taten die Gäste sich schwer zu verheimlichen, dass die Punkte für sie nicht überlebenswichtig waren.

Einzig an Duisburg war es damit, das Risiko nach der Pause zu erhöhen, wofür Rudi Bommer sogar den ungeliebten Lavric eintauschte, den er monatelang nicht berücksichtigt hatte. Spielerisch half das Meiderich aber nicht weiter. Statt dessen ergab sich eine Schrecksekunde, als Hajnal urplötzlich durchbrach und von Avalos erst kurz vor der Linie am 0:1 gehindert werden konnte (51.). Was Karlsruhe vorhatte, war noch immer nicht ganz klar, denn eigentlich gehörte die Spielführung Duisburg, das seinerseits nur überhaupt nichts damit anfangen konnte. Bezeichnend insofern der zweite Lattenschuss des MSV, der ebenfalls auf das Konto von Avalos ging, wohl eher aber als Flanke gedacht war (67.). Je länger das Spiel dauerte, desto hastiger und hilfloser wurden die Angriffe der Zebras. Da Karlsruhe seine Maurerkelle nicht weglegte, schien ein 0:0 daher kaum noch vermeidbar. Dann aber plötzlich schwärmten die Gäste aus und beschworen in zwei starken Szenen mehr Torgefahr herauf als Duisburg im gesamten Spiel. Den ersten Schuss, von Joshua Kennedy, konnte Starke noch parieren, dann aber kombinierten die Badener gekonnt und schickten Freis ganz alleine los, worauf dieser sogar noch das Auge für Hajnal bewies ­ neun Minuten vor Schluss markierte der Ungar das 0:1 und legte damit Karlsruhes Karten auf den Tisch. Eine Antwort fand Duisburg darauf nicht mehr.

Maik Großmann

Spielstatistik MSV Duisburg - Karlsruher SC

MSV Duisburg

-

Karlsruher SC

0:1 (0:0)

Bundesliga 2007/2008, 29. Spieltag
16.04.2008, 20:00 Uhr
MSV-Arena (Duisburg), 20.300 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Tore
0:1 Tamas Hajnal 81. (Linksschuss, Freis)
Wechsel Duisburg
Klemen Lavric
für Christian Tiffert
(5,0)
(46.)
Markus Daun
für Maicon
(―)
(82.)
Olivier Veigneau
für Tobias Willi
(―)
(82.)
Wechsel Karlsruhe
Christian Timm
für Timo Staffeldt
(―)
(70.)
Stefan Buck
für Tamas Hajnal
(―)
(87.)
Edmond Kapllani
für Sebastian Freis
(―)
(90.)
Karten Duisburg
Gelb für Ivica Grlic
Gelb für Klemen Lavric
Gelb für Blagoy Georgiev
Karten Karlsruhe
Gelb für Martin Stoll